Bei den English Open ist die Halle gefüllt. Hier zu Lande würden wohl weniger Zuschauer zu einem Snooker-Turnier kommen.
Oft bieten Videospiele Normalsterblichen die Gelegenheit, wenigstens auf dem Bildschirm Dinge zu tun, die sie sonst nie tun könnten. Welcher Durchschnittsbürger wird sich zum Beispiel schon einmal in einen Formel-1-Wagen setzen können? Ganz anders ist es bei World Championship Snooker 2002. Dieses Spiel simuliert eine Tätigkeit, die jeder Großstadtbewohner problemlos im echten Leben ausüben kann. Dabei wird er wohl auch mehr Spaß haben. Das soll nicht heißen, dass WC Snooker ein schlechtes Spiel ist. Die Kugeln rollen physikalisch korrekt über den Tisch, die Steuerung ist sehr unkompliziert. Vor allem im Anfängermodus ist das Einlochen recht einfach, weil die Zielhilfe zeigt, wo die Kugeln landen werden. Auch Effet und Schlagstärke sind ganz genau dosierbar, mit etwas Übung rollen die Bälle immer dahin, wo sie hinsollen. Großer Variantenreichtum ist da nicht gefragt, es gibt zwar verschiedene Spielmodi, die sind aber alle sehr ähnlich: manchmal mit Zeitdruck, manchmal ohne, manchmal im Einzelspiel, manchmal im Turnier geht es immer darum, Kugeln in einer bestimmten Reihenfolge in Löcher zu befördern. Die Grafik ist da sekundär, aber gar nicht schlecht. Flimmern ist weitgehend reduziert, Ruckeln komplett ausgemerzt, die Tische grün.
