In WarioWare Do It Yourself für Nintendo DS zimmert ihr euer eigenes Spielerlebnis zusammen. Wie gut das funktioniert, lest ihr in unserem Test.
Wario hat keinen Bock mehr, eigene Minispiele zu erschaffen. Jetzt lässt er euch schuften und macht sich einen faulen Lenz. So ein Depp!
Was unterscheidet das neue WarioWare von den Vorgängern für GBA und DS?
Das ganze Spielkonzept wurde über den Haufen geworfen. Während die Herausforderung der WarioWare-Serie bislang darin bestand, vorgegebene Minispiele innerhalb weniger Sekunden zu lösen, gilt es jetzt, eigene Ideen umzusetzen. Denn WarioWare: Do It Yourself ist ein Baukasten, in dem ihr eigene Minispiele baut, Musikstücke komponiert oder Comics zeichnet. Die kreativen Möglichkeiten sind dabei äußerst vielfältig - aber ohne einen gewissen Spaß am Programmieren geht es nicht.
Aber ich kann doch überhaupt nicht selbst programmieren!
Das ist nicht weiter tragisch. Die Entwickler von Intelligent Systems haben alles getan, um euch das Erstellen von Minispielen zu erleichtern. So setzt WarioWare: Do It Yourself nicht etwa auf textbasierte Programmier-Codes, sondern auf eine grafische Benutzeroberfläche. Dort zeichnet ihr eure Objekte, erstellt Animationsphasen, legt die Missionsziele fest oder platziert Musiknoten an der gewünschten Stelle. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, sehr wohl aber Ideenreichtum.
Schritt für Schritt erschaffen wir uns ein eigenes Minispiel: Zuerst kritzeln wir mit dem Touchpen das Regal eines Supermarkts, eine Banane und einen Apfel, jeweils mit zwei Animationsphasen...
Inwiefern hilft mir das Spiel beim Einstieg? Gibt es eine Hinführung?
Ja, die gibt es. Die Einführung ist sehr gut gemacht und macht den Spieler mit allem vertraut. So lässt man sich der Reihe nach alle Menüs erklären, bekommt die besten Tricks beigebracht und lernt anhand konkreter Beispiele, wie man ein Minispiel kreiert. Die Überraschung: Schon nach einer Viertelstunde waren wir in der Lage, ein simples Spielchen zu erstellen. Doch die Lernkurve ist steil: Bis man das Maximum aus dem Baukasten herausholen kann, vergehen gut und gerne zehn Stunden.
Welche Extras werden abseits des erwähnten Minispiel-Editors geboten?
Neben eigenen Minispielchen könnt ihr auch Comics in Eigenregie entwerfen. Allerdings sind die Möglichkeiten hier recht beschränkt. So dürfen die Geschichten aus maximal vier Bildelementen bestehen, wodurch der Kreativität Grenzen gesetzt sind. Zocker mit wenigen eigenen Ideen können sich auch an den 90 vorinstallierten Minispielen versuchen - auf diese Weise holt sich der eine oder andere Spieler vielleicht ein paar Inspirationen. Deutsche Texte runden WarioWare ab.
... Im Programm-Editor legen wir anschließend den Spielablauf und die Zielbedingung fest...
Wozu ist das WiiWare-Programm WarioWare D.I.Y. Showcase gut?
Um der Öffentlichkeit in aller Welt eure kreativen Meisterwerke zu präsentieren, kommt der WiiWare-Download-Titel Wario Ware D.I.Y. Showcase zum Einsatz. Das 800 Nintendo Points teure Programm ermöglicht es, beliebige (von anderen Zockern erstellte) Spiele herunterzuladen, eigene hochzuladen und sie auf dem Fernseher zu absolvieren. Die Wii-FB ersetzt den Touchpen als Steuerinstrument. So bekommt ihr unendlich viele Minispiele geboten - inklusive Nachschub auf Lebenszeit!
Videospiele sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: Früher ging man in den Laden, blätterte hundert Mark für ein neues Spiel hin, legte es zu Hause in die Konsole und zockte es dann durch. Und heute? Da muss man sich - wie im Falle von WarioWare: Do It Yourself - das Spielerlebnis von vorn bis hinten auch noch selbst zusammenzimmern, Pixel für Pixel, Animation für Animation, Level für Level. Aber der faule Wario ist schließlich dafür bekannt, die Arbeit auf andere abzuwälzen. So ein Mist! Also, lasst uns mit der Programmierung unseres ersten Minispiels beginnen!
Kurze Einarbeitungszeit
... Jetzt geben wir nur noch die Aufgabe ein ("Klau!"). Schon ist das Spiel fertig.
WarioWare lebt seit jeher von seinen abartig-verrückten Ideen, von der bis aufs Minimum reduzierten Grafik und der simplen Steuerung. Wir möchten also all diese Elemente kombinieren und kreieren ein Spiel, in dem man in einem Supermarkt eine Banane und einen Apfel stehlen muss. Typisch Wario eben! Zuerst gestalten wir mit dem Touchpen eine sogenannte Bühne - sie ist der Hintergrund, auf den wir anschließend unsere Objekte (die Obstsorten) pappen. Hier ein Pinselstrich, dort ein Schatten, fertig ist die Grafik! Die Ausgestaltung der notwendigen Bildelemente geht dank zahlreicher Werkzeuge rasch vonstatten. Wer es eilig hat, kann sogar vorgegebene Gegenstände und Figuren übernehmen, etwa Bäume, Gartenzäune oder Strichmännchen. Um den künstlerischen Anspruch zu erhöhen, empfehlen wir außerdem, allen Objekten mehrere Animationsphasen zu spendieren - so schimmert etwa die Banane im Licht oder die Kassiererin hebt ihre Hände gen Himmel. Ist auch diese Aufgabe erfüllt, geht es an die eigentliche Arbeit, die Programmierung. So legen wir zum Beispiel fest, dass beim An tippen des Apfels ein Plopp-Geräusch erklingt oder dass die Frucht aus dem Bild springt. Schließlich legen wir noch das Missionsziel ("Klau!") fest und definieren die Siegbedingungen. Kurz und knapp erklärt: "Wenn APFEL = ANGEKLICKT und BANANE = ANGEKLICKT = Spiel GEWONNEN!" Gerade die simple Art der Programmierung und die kurze Einarbeitungszeit sorgen für schnelle Erfolgserlebnisse. Da nimmt man als Spieler auch die langatmigen (aber gerade deshalb so effizienten) Tutorials in Kauf.
