Wendungsreiche Story, geschliffene Dialoge und revolutionäres Gameplay - das alles werden Sie hier nicht finden. Dafür einen wilden Wikingerhaufen mit viel Kriegslust im Bauch.
Viking: Battle for Asgard (PlayStation 3) Hersteller: Sega, Bild: play³
Ja, Viking ist ein bodenständiges Spiel. Von Anfang an macht es keinen Hehl darum, wo die Stärken und Schwächen des Schlachtenepos liegen. Ihr spielt den jungen Wikinger-Krieger Skarin, der kurz vor seinem Tod in der Schlacht eine neue Chance bekommt. Als verlängerter Arm der sexy Göttin Freya soll er der sexy Göttin Hel und ihrer Legion Einhalt gebieten. Die platte Story geht aber voll okay, zumal die Spielfigur verdammt an Arnold Schwarzenegger im Kinofilm Conan erinnert. Und der antwortete darin auf die Frage "Was ist das beste Leben?" ja auch: "Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten, und sich erfreuen am Geschrei der Weiber!" Tja und so ähnlich sehen das wohl auch die Entwickler von Viking. Auf einer von drei großen Inselwelten metzelt ihr zunächst kleinere Gegnergruppen nieder, bis ihr genügend Kameraden befreit habt, um mit einer ganzen Armee in die Schlacht zu ziehen. Das Kampfsystem ist recht simpel. Es gibt eine schnelle und eine langsame Attacke, erlernbare Spezialschläge, einen Wut-Modus und Elementar-Zauber. Bereits mit den Standardangriffen fliegen die Körperteile der Gegner heiter umher. Immer wieder dürfen Sie Ihre Widersacher mittels Finishing-Move in Zeitlupe zerlegen. Das sieht nett aus und befriedigt ungemein, jedoch nutzt sich die anfängliche Begeisterung mit der Zeit etwas ab.
SPIEL'S NOCHMAL SKARIN!
Viking: Battle for Asgard (PlayStation 3) Hersteller: Sega, Bild: play³
Generell liegt hier eine der Gameplay-Schwächen von Viking. Spielverlauf, Missionen und Kämpfe sind grundsolide und machen wirklich Spaß. Doch das alles wiederholt sich gar sehr oft. Auf der ersten Insel befreit ihr einen Bauernhof, zerstört einen Wachposten, plant einen Hinterhalt, beschwört einen Drachen, schleicht euch in das feindliche Lager und greift es in einer finalen Schlacht an. Auf der zweiten Insel auch. Und der dritten. Das ist alles nicht sehr originell und ziemlich linear - auch wenn die Spielwelt frei begehbar ist. Es macht wirklich Spaß, durch die Gegend zu streifen, kleinere Gegnerlager zu vernichten, gefangene Kameraden zu retten und Gold zu suchen. Ein System von Portal-Steinen macht das Reisen bequem, eine Sprint-Taste wäre dennoch praktisch gewesen.
UND JETZT ALLE!
Viking: Battle for Asgard (PlayStation 3) Hersteller: Sega, Bild: play³
Beeindruckende Höhepunkte des Spiels sind sicherlich die Massenschlachten. Inmitten einer Masse an Kriegern stürmt ihr die Festung des Gegners. Dabei müssen strategisch wichtige Gegner, etwa Riesen oder Schamanen besiegt werden. Dafür erhaltet ihr Drachenrunen, mit denen ihr einzelnen Zielen ein geschupptes Flattervieh auf den Hals hetzen könnt. Diese Schlachten sehen toll aus und bieten Kurzweil, haben jedoch zwei Probleme. Zum einen ist das Kampfsystem ausschließlich für den Kampf Mann gegen Mann geschaffen. Das frustet, da man sich am liebsten wie in Dynasty Warriors durch die Gegner schnetzeln würde. Zum anderen geht die Performance deutlich in die Knie. Sogar einige Abstürze hatten wir mit der Verkaufsversion zu beklagen.
