Viewtiful Joe

Test

Gelegentlich müsst ihr euch mit Bomben durch Wände sprengen. Gelegentlich müsst ihr euch mit Bomben durch Wände sprengen. Perfekt ausbalanciert
Die Steuerung ist total simpel. Der Y-Knopf dient zum Schlagen, während ihr mit X treten könnt. Mit L aktiviert ihr die Slow-Motion-Funktion, mit R den Mach-Speed. Der C-Stick oder der B-Knopf dient zum Reinzoomen ins Spielgeschehen. Mit A werden Sprünge ausgelöst. Dank der perfekten Lernkurve und der unkomplizierten Steuerung vollführt ihr nach kurzer Zeit die tollsten Kombos, auch wenn wahre Gegnerhorden auf euch zuströmen. Wer schon immer wissen wollte, wie sich Neo in Matrix Reloaded beim Kampf gegen Smith im Hinterhof gefühlt haben muss (ihr wisst schon, das ist die Szene, in der Neo gegen Hunderte von Smiths kämpft), der sollte die späteren Levels von Viewtiful Joe spielen. So kämpft ihr hier gleichzeitig gegen Hubschrauber, Cowboys, Wirbelwind-Gegner, bombenwerfende Feinde und vieles mehr, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Ihr wirbelt als Viewtiful Joe einfach nur so über den Bildschirm, setzt gekonnt Zeitlupe, Mach-Speed und Zoom-In ein und vermöbelt die Gegner im Sekundentakt. Witzigerweise dürft ihr an einigen Stellen auch den Hintergrund ins Spielgeschehen mit einbeziehen. Wenn ihr des Schlagabtausches überdrüssig seid, dann lasst doch einfach mal einen Kronleuchter auf die verdutzten Gegner fallen oder schmeißt sie vor ein vorbeifahrendes Auto! Selten hat ein simpler 2D-Prügler mehr Spaß gemacht! Für Zuschauer wirkt das Spielgeschehen häufig chaotisch und so, als ob man nicht alles unter Kontrolle hätte. Aber das ist komplett falsch! Capcom hat Viewtiful Joe absolut perfekt ausbalanciert und dem Spiel den Feinschliff verpasst, den P.N.03 vermissen lässt. Auch technisch kann Viewtiful Joe begeistern,
insbesondere die Grafik!

Der Cel-Shading-Look verleiht dem Spiel den perfekten Comic-Look und sieht alles andere als kindisch aus. Vielmehr haben die Entwickler sich einige grafische Spielereien einfallen lassen. So bewegt ihr euch immer nur in einer Dimension, von rechts nach links, oben oder unten. Aber es geht nie nach hinten oder vorne. Nichtsdestotrotz sind die Hintergründe dreidimensional gehalten, so dass die Gegner durchaus aus einer Tür im Hintergrund nach vorne laufen oder Hubschrauber vom Horizont nach vorne fliegen können. Oder man läuft auf einer offenen Wendeltreppe, verfolgt von einem rollenden Fass. Man bewegt sich immer auf derselben Ebene, sieht aber, wie das Fass im Hintergrund auf der anderen Seite der Wendeltreppe immer näher kommt und der Vorsprung geringer wird - mal ganz davon abgesehen, dass Freund, Feind und Hintergründe mit unglaublich viel Liebe zum Detail modelliert wurden und der Cel-Shading-Comic-Look einen ganz eigenen Charme hat. Darüber hinaus läuft die Grafik-Engine immer flüssig und gerät selbst bei viel Bildschirm-Action nicht ins Stocken! Die Soundeffekte stehen der grandiosen Grafik in nichts nach und krachen voluminös in Dolby Pro Logic II aus den Boxen. Besonders gut und vor allem witzig ist auch die Sprachausgabe, die komplett in Englisch gehalten ist. Die Musik kann da nicht ganz mithalten und dudelt stellenweise etwas unmotiviert im Hintergrund vor sich hin. An anderen Stellen ist sie dagegen auch wieder sehr atmosphärisch.

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk