Vampire Rain

Test

Bei Vampire Rain möchte man am liebsten ganz laut schreien - vor Verzweiflung.

Vampire Rain Quelle: OXM Microsoft - die tun was! Besonders für den japanischen Markt, in dem die Xbox-360-Verkäufe traditionsgemäß etwas schwächeln, möchte man neue Impulse setzen. Da liegt es nahe, einen japanischen Entwickler zu beauftragen, in diesem Fall das Studio Artoon. Dort sollten man schließlich wissen, was die Landsleute begeistert. Dass Machwerke wie Vampire Rain das tun, möchten wir allerdings bezweifeln. Zu allem Überfluss bringt Microsoft die spielbar gewordene Auslotung der eigenen Frustrationsgrenzen nun nach Deutschland und wir können uns davon überzeugen, dass die Japaner von diesem Titel zu Recht keineswegs begeistert waren.

Dabei fängt in Vampire Rain alles so gut an. In den düsteren Straßen und dunklen Gassen von Los Angeles tobt ein erbitterter Kampf - ein Kampf gegen die Nightwalker, eine blutrünstigen Vampirbrut, auf deren Speisekarte ausschließlich Menschenblut steht. Zwar keine ausgewogene Ernährung, aber ein prima Weg, um die Menschheit auf ewig zu versklaven. Doch bevor es so weit kommt, greift ein Spezialeinsatzkommando ein und bringt Agent John Lloyd ins Spiel, eine wortkarge Mischung aus Sam Fisher und Solid Snake. Und welch ein Wunder, auch das Gameplay erinnert stark an die berühmten Serien Metal Gear und Splinter Cell. Statt blutigen Vampirgemetzels, das ich persönlich erwartet hätte, setzt Artoon allerdings auf klassische Action-Adventure-Elemente mit Stealth-Passagen.

Bei permanentem Dauerregen, der über der Stadt L.A. niedergeht und Gott sei Dank die Sinne der Vampire beeinträchtigt, machen Sie sich als Lloyd aus der Verfolgerperspektive auf die Suche nach einem vermissten Einsatzteam, setzen Alarmsysteme außer Kraft und infiltrieren von Nightwalkern besetzte Stadtteile. Statt dem Spieler allerdings mehrere alternative Routen zum Ziel zu bieten, frustriert Vampire Rain mit stumpfem Trial & Error, um den richtigen Weg zum Einsatzziel zu finden. Bei Ihren ersten Versuchen landen Sie jedes Mal von Nightwalkern aufgeschlitzt in der Gosse, denn mit Uzis oder Pistolen ist der Brut nicht beizukommen. Erst später finden Sie Snipergewehre, die Nightwalker mit einem Schuss auslöschen, aber bis dahin haben 90 Prozent aller Spieler garantiert aufgegeben. Zu frustrierend und unausgegoren ist das Spieldesign. Dafür gibt es wenigstens einen soliden Multiplayer-Modus, der mit klassischen Wettbewerben wie Deathmatch, Team-Deathmatch oder Capture the Flag Vampirjäger begeistert.

Bildergalerie

Wertung zu Vampire Rain (X360)

Wertung:

42 /10
Pro & Contra
Dichte Gruselatmosphäre
Leicht hakelige SteuerungStupides Trial&Error-KonzeptMieses GamedesignHöllische Frustmomente
Fazit

Enttäuschende Vampirhatz mit B-Movie-Flair und Sam-Fisher-Gameplay, die nur im Mehrspieler­-modus eine Daseinsberechtigung hat.

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