Auf der einen Seite gibt es Computer- und Videospiele, die wir zwar als grandios empfinden, uns aber aus dubiosen Gründen nicht länger als ein halbes Jahr beschäftigen. Left 4 Dead zum Beispiel. Gegenüber stehen Videospiele, die mittlerweile so alt sind wie Methusalem, aber dennoch gezockt werden als gäbe es kein Morgen. Welche das sind und warum das so ist, das zeigt Videogameszone.de.
Viele Fragen schwirren uns täglich durch den Kopf. Etwa, weswegen wir in jedem PS3- oder Xbox-360-Spiel sämtliche Trophäen respektive Achievements ergattern wollen. Oder warum hier Stroh liegt. Oder wer die Karre vor uns fährt. Jüngst suchte in den gigantischen Hirnen von David und Maik folgende Frage nach fruchtbaren Boden: Welche Spiele werden wir in zehn Jahren immer noch zocken? In diesem Artikel schließlich wollen wir dieser Frage auf den Grund gehen. Denn: Spiele, die wir schon seit einer Dekade exzessiv zocken, dem Zahn der Zeit also die kalte Schulter zeigen, werden wir vermutlich auch die kommenden zehn Jahre daddeln. Warum das so ist?
Grund 1: Sie erwecken Erinnerungen in uns
Grund 2: Sie stellen für uns das perfekte Spiel dar
Grund 3: Sie machen süchtig
Grund 4: Hier greift Grund 2: In "unserem" Spiel sind wir die Besten
Grund 5: Es treten nie zwei Mal die selben Situationen auf
Counter-Strike: Selbst nach zehn Jahren kann sich CS nicht über zu wenige Spieler beklagen
Nehmen wir als Beispiel das berühmt berüchtigte Counter-Strike. Veröffentlicht wurde die Half-Life-Modifikation einst im April 1999. Und noch immer tummeln sich Unmengen Spieler auf den Servern. Wie früher, nur mit einem Unterschied: Die Spieler sind mittlerweile zehn Jahre älter geworden. Während die Gewalt in Counter-Strike nur Nebensache ist, spielen die CS'ler teambasiert, vorausschauend und taktisch klug. In einem Spiel, dessen Prinzip einfacher nicht sein könnte. Entweder man schlüpft in die Rolle der GSG oder in die eines Terroristen. Eine jede Runde ist dann zu Ende, wenn es die GSG geschafft hat, eine von den Terroristen platzierte Bombe zu entschärfen - oder eben nicht. Zu Beginn einer jeden Partie kauft sich der Spieler benötigte Waffen. Geld bekommt man nach jeder Runde immer - je nach Skills mal mehr, mal weniger. Erfolgsmomente ergeben sich für den Spieler oft schon nach nur wenigen Spielminuten - das versetzt unser Hirn in Jubelschreie. Eine der wichtigsten Punkte, weswegen Counter-Strike heutzutage noch immer gespielt wird, dürfte folglich im bereits erwähnten simplen und für jeden verstehbaren Spielprinzip zu finden sein. Und im Drang, fortlaufend besser zu werden. Bis man der Beste ist. Auch kommt uns das Spiel selbst nach nunmehr zehn Jahren immer noch wie neu vor. Als hätten wir es erst gestern gekauft und installiert. Denn: In den Counter-Strike-Partien gleicht nie eine Situation der anderen. Es ist eine Hochzeit. Eine Hochzeit aus Genialität und Einfachheit. Und unser Hirn spielt mit. Immer und immer wieder.
Quelle: Valve / EA
Left 4 Dead - hat man alle 1.000 Gamerscore eingeheimst, geht dem Spiel schnell die Puste aus
Ein anderes Beispiel wäre Left 4 Dead. Auch im Zombie-Gemetzel von Valve kann man Wochen, wenn nicht gar Monate verbringen - aber keine Jahrzehnte. Verblüffend: Das Spiel ist dabei genauso einfach wie genial. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines von vier Überlebenden und versucht in vier mal fünf Kampagnen einen entlegenen Schutzraum zu erreichen. Möglichst, ohne von den gierigen Zombies niedergestreckt zu werden. Auch hier stehen lediglich eine Handvoll Waffen und Munition bereit, die sich auf die wesentlichsten Modelle beschränken: Maschinengewehr, Sniper, Pistole, Schrotflinte. Granaten gibt's auch noch. Bewaffnet mit einem solchen Bleigewehr stürzt man sich schließlich ins Getümmel. Es warten tausende Infizierte, die sich allerdings mit nur wenigen Schüssen ausschalten lassen. Es warten sechs Special-Infected, die nur wenige Male während eines Levels erscheinen. Und es warten in der Xbox-360-Version 1.000 Gamerscore, die alle eingeheimst werden wollen. Tag für Tag und Nacht für Nacht schlugen wir uns durch Horden von Zombies, um schließlich auch die letzten zehn Erfolgs-Punkte zu kassieren. Left 4 Dead zog uns in seinen Bann. Doch mit einem Unterschied zu Counter-Strike: Sobald unser Gamerscore-Konto mit den 1.000 Punkten gefüllt war, war Schluss mit der heiteren Zombie-Jagd. Nur wieso? Dabei ist das Spielprinzip ähnlich wie Counter-Strike: Jeder versteht es und es ist nicht mit zigtausenden Kleinzeugs überladen. Vermutlich weil man bei Left 4 Dead irgendwann an den Punkt gelangt, an dem unser Hirn leise anklopft und uns zu verstehen gibt, dass wir mittlerweile alles gesehen haben. Das kann bei Counter-Strike nicht passieren. Denn hier wird überwiegend gegen menschliche Gegner gespielt. Es ergeben sich also immer wieder neue, nicht vorhersehbare Situationen. Und sogar in weiteren zehn Jahren wird es keinen Moment geben, der einem anderen gleicht.
Natürlich seid auch ihr dazu aufgerufen, uns eure Spiele zu nennen, die ihr schon ewig zockt und auch noch ewig spielen werdet - unsere Kommentarfunktionen bietet hierzu ausreichend Platz!
Welche Spiele wir selbst in zehn Jahren noch zocken werden, haben wir in der nachfolgenden Galerie zusammengetragen. Unter anderem mit dabei: Starcraft und Warcraft 3.
