Kritik an Valve: Epic-Boss nennt Offenlegung von KI-Inhalten auf Steam "unverantwortlich"

News Felix Schütz
Kritik an Valve: Epic-Boss nennt Offenlegung von KI-Inhalten auf Steam "unverantwortlich"
Quelle: Epic Games

Tim Sweeney, der CEO und Gründer von Epic Games, hat erneut Kritik an Valve geäußert. Deren Regel, dass Entwickler über KI-erstellte Inhalte auf Steam informieren müssen, hält er für "unverantwortlich".

Epic Games hat mit seinem Ausblick auf die kommenden Updates für die Unreal Engine großes Interesse, aber auch einige Kritik hervorgerufen. Die Schöpfer von Fortnite haben während des Unreal Fest in Chicago zahlreiche Verbesserungen und eine neue Vision für die Zukunft präsentiert. Darunter auch das Konzept "Team Open", das zahlreiche Spiele, deren Sozial- und Wirtschaftssysteme verschiedenster Publisher und Entwickler unter einem Dach vereinen will, um den Studios so langfristige finanzielle Sicherheit und Chancengleichheit zu bieten.

Während des Unreal Fest demonstrierte Epic aber auch, wie die Unreal Engine in Zukunft generative sprachbasierte KI-Modelle (LLMs) einbinden will, um verschiedenste Aufgaben von Debugging bis hin zur Erstellung komplexer 3D-Umgebungen zu bewältigen. CEO und Epic-Gründer Tim Sweeney sieht darin eine zentrale Chance, um auch kleineren Studios in Zukunft die Möglichkeit zu geben, mit finanzstarken Firmen mithalten zu können. KI-Sprachmodelle wie Claude Code sollen vor allem zeitfressende Alltagsaufgaben erleichtern, ohne den Entwicklern damit die kreative Kontrolle zu nehmen.

In diesen Videos stellen die Entwickler das Konzept vor und zeigen, wie schnell sich damit komplexe Szenarien erschaffen lassen.

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In einem großen, lesenswerten Interview mit PC Gamer führt Sweeney seine Gedanken weiter aus und erklärt, warum er KI-Modelle (und andere Werkzeuge der Unreal Engine) für unausweichlich hält.

"Wenn du ein Spiel mit einem wirklich einzigartigen Look hast, brauchst du einzigartige Inhalte, und KI ist ein Weg, das auf eine Weise zu erreichen, die kostengünstig genug ist, um mit Fab, Scanning oder anderen Methoden mithalten zu können, aber für eine größere Kategorie von Objekten geeignet ist."

Im Interview nimmt Tim Sweeney die Erstellung eines Blumentopfes als Beispiel, den ein 3D-Grafiker aufwendig in Handarbeit modelliert oder von einem realen Objekt abscannt.

"Der Wert liegt doch nicht darin, einen perfekten Blumentopf zu erschaffen. Es wäre völliger Wahnsinn, eine Million Dollar für die Erstellung eines Blumentopfs auszugeben. Schließlich liegt der wahre Wert doch darin, die Szene, das Spiel, die Erzählung und das Gameplay drumherum zu bauen, es großartig zu gestalten und ihm ein einzigartiges Gefühl zu verleihen, etwas zu erschaffen, das die Spieler anspricht."

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Gleichzeitig findet Sweeney kritische Worte für Valve. Die Steam-Betreiber verlangen von Entwicklern, dass KI-generierte Inhalte auf ihren jeweiligen Steam-Produktseiten deklariert werden. Laut Sweeney bringt das vor allem kleinere Studios in Bedrängnis.

"Es ist bedauerlich, dass so viele Entwickler nun in diese Lage gebracht werden. Wenn man ein Spiel veröffentlichen und möglichst bekannt machen will, muss man es auf Steam stellen, damit die Leute es auf ihre Wunschliste setzen können. Und wenn man es auf Steam spielen will, muss man dieses Stigma von KI an sein Produkt hängen."

Laut Sweeney gäbe es auf Steam mittlerweile eine regelrechte "Hater-Community", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Spiele mit KI-Inhalten schlecht zu bewerten und so aktiv die Verkäufe zu schwächen. Genau das würde aber viele Entwickler in Bedrängnis bringen, die ohne moderne, KI-gestützte Tools quasi zum Scheitern verurteilt wären.

"Ich finde das wirklich unverantwortlich von Valve. Sie sollten das lassen, denn für einen Spieleentwickler wird es so viel, viel, viel schwieriger, eine Chance auf Erfolg zu haben. Man muss sich entscheiden, entweder auf Tools zu verzichten, die die Produktivität erheblich steigern können, oder wahrscheinlich zu scheitern, weil die Konkurrenz sie nutzt."

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich Tim Sweeney stark gegen die Offenlegung von KI-generierten Inhalten in Videospielen ausspricht.

Ob Sweeney mit seiner Haltung zu KI und der Offenlegung von entsprechenden Inhalten richtig liegt, gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Viele Spieler zeigen sich frustriert über KI-generierte Inhalte in Spielen und sind dankbar für die Erklärung auf den Steam-Produktseiten, während andere kein Problem damit sehen.

Laut der Marktforschungsseite Game Oracle könnte an Sweeneys Aussagen etwas dran sein: So sollen Spiele, die ihre KI-Inhalte auf Steam offengelegt haben, grundsätzlich mit schlechteren User-Wertungen zu kämpfen haben, was sich letztendlich auch in schwächeren Verkaufszahlen niederschlägt. Gleichzeitig räumen die Autoren aber auch ein, dass der Erfolg eines Spiels auf Steam von zahlreichen Faktoren abhängt, die genaue Auswirkung von deklarierten KI-Inhalten sei damit nicht hinreichend geklärt. Laut Game Oracle haben bereits rund 21 Prozent aller 2025 veröffentlichten Spiele auf Steam eine entsprechende Kennzeichnung erhalten.

Wie gespalten die Community beim Thema KI ist, zeigte sich erst kürzlich auch wieder bei dem Online-Spiel World of Claudecraft, über das wir berichtet haben: Das MMO im Stil von World of Warcraft wurde angeblich innerhalb von 48 Stunden komplett via KI erstellt, zum Preis von 200 Dollar. Das dürfte sich gelohnt haben: Laut der offiziellen Website hat das Spiel derzeit mehr als 37.000 aktive User.

Was denkt ihr? Sollten Entwickler, die KI-generierte Inhalte im Spiel nutzen, auf den jeweiligen Shop-Seiten offen darüber informieren? Schreibt uns gerne eure Gedanken in den Kommentaren und verratet uns, wie ihr zu Tim Sweeneys Vision für die Gaming-Zukunft steht. Noch mehr Infos zum Thema findet ihr übrigens bei unseren Kollegen von PC Games Hardware, die ebenfalls über die Unreal Engine 6 berichten.

Quellen: PC Gamer, Games Radar

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