DIE FARBE DES LEBENS
Das Entwicklerteam Naughty Dog hat sich für ein modernes Energiesystem entschieden, das ohne Gesundheitsbalken und Medi-Paks auskommt. Stattdessen verliert das Bild an Farbe, wenn Nathan unter Beschuss gerät - erscheint das ganze Spiel schwarz-weiß, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der nächste Treffer tödlich ist. Um diese Risiko-Situation wieder aufzulösen, müssen Sie lediglich lange genug aus der Schusslinie bleiben - die Farbe und damit sein "Glück" kehrt schon nach kurzer Zeit wieder zurück und Sie können zurückschlagen. Apropos schlagen: Das geht natürlich auch, falls Sie nahe genug an einen Gegner herankommen. Neben einer normalen, einfachen Kombo steht Ihnen auch die vom Timing her anspruchsvollere "Brachial-Kombo" zur Wahl - damit niedergestreckte Gegner hinterlassen doppelt so viel Munition.
KÄMPFEN ODER KLETTERN
Der Spielablauf besteht über weite Strecken aus nur zwei Grundelementen: Wenn Sie sich nicht gerade mit irgendwelchen Söldnern herumschlagen müssen, steht die weitere Erforschung der Umgebung an. Hier sind die Ähnlichkeiten zu den modernen Tomb Raiders und Prince of Persia unverkennbar: Nathan springt von einem Felsvorsprung zum nächsten, klettert Ketten hinauf und schwingt sich mithilfe von Seilen am Wänden entlang. Das funktioniert fast schon zu gut - falsch machen können Sie dabei nur wenig. Der Grund ist neben der vorbildlich einfachen Steuerung der sehr lineare Aufbau dieser Kletterpassagen. Momente wie bei Lara Crofts Abenteuern, in denen Sie erst sorgfältig nach einem vertrackten Weg zum Ziel suchen müssen, gibt es hier praktisch nicht.
FÜR DENKFAULE IDEAL
Selbst wenn Sie tatsächlich mal Gefahr laufen könnten, etwas Wichtiges zu übersehen, wird Ihnen das Spiel einen Tipp anbieten - per Druck auf L2 schwenkt die Kamera dann in die entsprechende Richtung und nimmt Ihnen so weiter Sucharbeit ab. Während diese Hilfestellung rein optional ist, sind die Lösungshinweise zu den wenigen Rätseln im Spiel unumgehbar - erst durch Nachschauen in Sir Francis Drakes Tagebuch werden diese lösbar, doch leider kommen die darin enthaltenen Tipps einem Schlag mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl mitten ins Gesicht gleich: Diese Statue nach Osten drehen, diese Reihenfolge irgendwelcher Knöpfe einhalten... Ohne die Tipps hat man keine Chance, mit ihnen wiederum lösen sich die Rätsel praktisch von selbst. Dagegen sind die Quicktime-Events eine echte Herausforderung: Zwar müssen Sie hier nur schnell eine eingeblendete Taste drücken, doch kommen diese Reaktionstests so selten vor, dass sie einen fast immer überraschen. Zweimal fällt man natürlich nicht drauf rein, aber immerhin - die Idee wurde wirkungsvoll integriert und nervt nicht, weil das Spiel nie ins Abspulen längerer Knopfserien ausartet.
VERHALTENE SIXAXIS-INTEGRATION
Auch ein anderes Feature wurde angenehm zurückhaltend umgesetzt: Uncharted nutzt die Neigungserkennung des Sixaxis-Controllers für ein paar nette Details, die nie nerven. Zum einen Balancieren Sie damit beim Überqueren von Baumstämmen, was freilich im gesamten Spiel nur an ein oder zwei Stellen nötig ist. Zum anderen variieren Sie beim Werfen von Granaten den Wurfwinkel durch Neigen des Controllers. Das funktioniert sogar ziemlich gut, es wäre aber noch um einiges intuitiver, wenn man die Richtung des Wurfs ebenso steuern könnte, anstatt Sie mit dem rechten Analogstick zu justieren, der sonst für die Kamera zuständig ist. Zuletzt können Sie sich durch Schütteln des Controllers aus dem Griff eines Gegners befreien.