Auch bei Assassin's Creed Shadows: Ubisoft wegen Online-Zwang in Spielen verklagt - es geht um fast 100 Millionen Euro
News
Ärgert es euch auch, dass ihr für alle Ubisoft-Spiele online sein müsst? Nun wird das Studio wegen Verstoß gegen die DSGVO verklagt.
Wer hat sich darüber nicht schon geärgert: Ubisoft zwingt euch zum Starten von Assassin's Creed, Far Cry und weiteren Spielen schamlos eine aktive Internetverbindung auf. Und dies auch bei reinen Offlinespielen, wie beim erfolgreichen Assassin's Creed Shadows.
Nun hat die österreichische Datenschutz-NGO Noyb eine offizielle Beschwerde bei der Datenschutzbehörde eingereicht und klagt Ubisoft an, grundlegend gegen Artikel 6 der DSGVO zu verstoßen. Ubisoft könnte also bald mächtig zur Kasse gebeten werden. Was genau ist da jetzt los?
Ubisoft verstößt mit seinen Spielen gegen die DSGVO
Sobald ihr ein Spiel von Ubisoft startet, logt sich der Client des Studios über das Internet ein und stellt eine Verbindung zu verschiedenen Servern her. Laut Ubisoft wird hierdurch überprüft, ob euch das Spiel rechtmäßig gehört. Allerdings hat Joakim Söderberg, Datenschutzjurist bei Noyb, jetzt herausgefunden, dass der Ubisoft-Client in nur 10 Minuten über 150-mal eine Verbindung zu externen Servern und nicht nur zu Ubisoft herstellt.
Darunter sind auch große Hausnummern, wie Google, Amazon und das US-Unternehmen Datadog. Auf eine Anfrage der Datenschutz-NGO Noyb beharrt Ubisoft auf der Stellungnahme, dass der Onlinezwang lediglich der Eigentumsüberprüfung diene. Allerdings ist in der Endbenutzer-Lizenzvereinbarung und in der Datenschutzrichtlinie von Ubisoft offen zu lesen, dass das Studio aktiv unsere Daten sammelt. Angeblich, um "ein besseres Spielerlebnis zu bieten". Ubisoft hört also ständig mit.
Hat Ubisoft ein offenes Ohr für eure Daten?
Definitives Ja, wie die Datenschutz-NGO Noyb herausgefunden hat. Denn selbst beim Start von reinen Offlinespielen, wie das neue und erfolgreiche Assassin's Creed Shadows besteht ein klarer Onlinezwang. Und dies, obwohl für das Spielerlebnis keine aktive Internetverbindung nötig wäre und ihr für das Sammeln eurer Daten keine klar erkennbare Einwilligung gegeben habt.
Die Datenschutz-NGO aus Österreich hat nun Anklage gegen Ubisoft erhoben und eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde eingereicht. Es wird gefordert, dass Ubisoft die gesammelten Daten löscht und zudem eine Strafe von fast 100 Millionen Euro bezahlt. Wird diese Beschwerde Ubisoft endgültig das Genick brechen? Wir werden es sehen.
Quelle: Der Standard
