Auf Kopfsteinpflaster verbraucht man mehr Energie.
Jahr für Jahr pilgern Hunderttausende begeisterte Zuschauer an die Straßen Frankreichs, um ihren Radheroen zuzujubeln. Das macht die Tour de France nicht nur zum größten und schwierigsten, sondern auch zum beliebtesten und spannendsten Radsportereignis der Welt. Gute Voraussetzungen für ein Videospiel also. Leider werden die Voraussetzungen fast komplett verspielt. Wenig von dem, was die Tour ausmacht, kommt in der Umsetzung rüber: Keine funktionierenden Ausreißergruppen, keine Massensprints, keine Teamarbeit. Der Spieler steuert lediglich einen Radfahrer und kämpft sich mit ihm von hinten nach vorne. Dabei gibt es wenig zu beachten: Stürze sollten vermieden werden, der Energiebalken darf nicht auf Null gehen. Reservensparend zu fahren ist also wichtig. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Die Gegner werfen Windschatten, beim normalen Treten verbraucht man kaum Energie und mit Energy-Drinks steigt die Kraft wieder. Wer allerdings nach vorne will, sollte öfters aus dem Sattel herausgehen und kräftig anziehen. Das geht recht einfach durch schnelles Drücken der X-Taste. Überhaupt ist an der Steuerung nichts auszusetzen. Schwach ist vielmehr, dass aus einem Sport, in dem Taktik und Mannschaftsarbeit das A und O ist, ein Individualrennen mit wenig Strategie-Elementen geworden ist. Zwar gibt es noch einen Karrieremodus mit ganz guten Trainingsoptionen, bei dem man auch sein Rennrad hochrüsten kann, doch so richtig reißt es das nicht raus. Auch die ständig dudelnde Fahrstuhlmusik trägt nicht gerade zur Faszination der "großen Schleife" bei. Dafür ist die Grafik bis auf ein paar Ruckler ganz in Ordnung.
Bildergalerie: Tour de France
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