Tomb Raider: The Angel of Darkness

Test Wolfgang Fischer

Wer nicht aufpasst, löst Sprengladungen aus. Wer nicht aufpasst, löst Sprengladungen aus. Haste mal 'nen Euro?
Neben obligatorischen Dingen wie Munition, Waffen und Medi-Kits warten diesmal auch Geld und Wertgegenstände darauf, von Lara gefunden und mitgenommen zu werden. Mit Letzteren dürfen Sie (zumindest in Paris) den Pfandleiher aufsuchen und sie zu Bargeld zu machen. Allzu viel Verwendung gibt es für die Moneten aber nicht. Eine Wette hier, eine kleine Bestechung da, das ist dann aber auch schon alles. Die größten Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Charakteren bietet der Pariser-Ghetto-Abschnitt des Spiels. Hier müssen Sie Informationen aus Passanten herausholen und das eine oder andere Rätsel lösen. Man hat hier ständig das Gefühl, dass dieser Teil des Spiels umfangreicher und vielschichtiger geplant war und im Nachhinein auf das Wesentliche reduziert wurde. Es gibt aber auch ein paar kniffligere Rätsel im Spiel, die man nicht im Vorbeigehen knacken kann. Das Anordnen der Symbole in den Louvre-Katakomben gehört dazu. Wer die entscheidenden Hinweise nicht findet, wird bis zum jüngsten Tag verzweifelt an diversen Hebeln ziehen.

Baller Dich frei
Natürlich kommt beim neuen Tomb Raider auch die Action nicht zu kurz. Während sich Lara anfangs nur mit Polizei, Gangstern und Wachposten rumschlagen muss, wollen ihr im weiteren Verlauf des Spiels neben einer ganzen Reihe von genmanipulierten Viechern auch übellaunige Skelettkrieger an die Wäsche. Lara-typisch werden diese mit einer Vielzahl von Schusswaffen ins Jenseits befördert. Neben verschiedenen Ausführungen der charakteristischen Doppelpistolen gehören diesmal auch eine Schrotflinte und ein Sturmgewehr zum Arsenal der Archäologin. Sogar an verschiedene Munitionsarten für die zahlreichen Waffen hat Core Design gedacht. Wie gewohnt müssen Sie die Feinde nicht selbst anvisieren: Eine bequeme automatische Zielerfassung erledigt dies. Probleme gibt's nur bei mehr als einem Gegner, hier funktioniert das Umschalten nicht optimal. In der uns vorliegenden Testversion visierte Lara Kontrahenten oftmals sogar noch an, wenn sie bereits tot zu ihren Füßen lagen. Allzu viel Mühe sollten die Kämpfe trotzdem nicht bereiten. Die Gegner-KI ist nämlich in den meisten Fällen nicht gerade brillant.

Technisch gut, aber nicht fehlerfrei
Mit der technischen Umsetzung von Laras erstem PS2-Abenteuer ist es so eine Sache. Die Heldin ist zwar hervorragend animiert, bewegt sich aber etwas träge durch die Levels. Erst wenn man im weiteren Verlauf des Spiels die Spurtoption erhält, kommt ein wenig Leben in die phlegmatische Archäologin. Bei den Levels stehen optisch beeindruckenden Abschnitten teilweise ziemlich langweilige entgegen. Auch die Qualität der Texturen ist nicht immer gleich gut. Die Effekte, vor allem Hitzeflimmer, Feuer und Unterwasseroptik, sehen echt klasse aus. Lediglich die Wasseroberflächen sind den Designern nicht so gut gelungen. Ein Lob verdient hingegen die deutsche Synchronisation, die sogar das englische Original um Längen schlägt. Ebenso hörenswert ist der Sound, der das Spielgeschehen perfekt und obendrein atmosphärisch unterlegt. Ein Wort noch zu der uns vorliegenden Testversion: Es handelt sich dabei um eine nicht 100 % fertige Fassung des Spiels, die noch einige kleine Probleme aufwies. Eidos hat uns jedoch versichert, dass diese in der endgültigen Version, die auch in den Läden steht, behoben sein werden.

Wertung zu Tomb Raider: The Angel of Darkness (PS2)

Wertung:

83 /10

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