Splinter Cell: Double Agent

Test

Die Wärmebildkamera ist auch wieder mit dabei. 
BILD: N-ZONE Die Wärmebildkamera ist auch wieder mit dabei. BILD: N-ZONE Neben diversen neuen Waffen und Interaktionsmöglichkeiten mit den Umgebungen dürften Splinter Cell-Fans noch weitere kleine Detail-Änderungen bzw. -Erweiterungen auffallen: Neue minispielartige Exkurse beim Knacken von Türen oder Hacken fremder Computer gehören ebenso dazu wie die Möglichkeit, Sam beim Zielen wahlweise über die linke oder die rechte Schulter zu schauen. Gerade langjährigen Anhängern der Serie demonstriert Ubisoft damit erneut seine Detailversessenheit und die Zielsetzung, Splinter Cell mit jeder Ausgabe ein Stück besser zu machen.

Wie beim Vorgänger gibt es übrigens auch wieder einen Koop-Modus, der auf dem GameCube immerhin eine kleine Entschädigung für die fehlenden Online-Features bietet. Mit vier Missionen, die im vertikalen Splitscreen bestritten werden, ist dieser zwar nicht unbedingt ein Meilenstein, recht spannend sind die Zweispieler-Einsätze aber allemal. Und damit trotz aller Kooperation auch etwas Konkurrenzkampf verwirklicht werden kann, werden zu jeder Mission Erfolgsstatistiken festgehalten.

Immer die Kontrolle behalten

BILD: N-ZONE BILD: N-ZONE Diese Vielseitigkeit hat freilich auch ihren Preis. Der GameCube-Controller, ohnehin schon mit weniger Tasten als die Konkurrenzprodukte gestraft, fordert erneut einiges an Eingewöhnungszeit. Ist die erst mal überwunden, gehen die über ein Dutzend regelmäßig benötigten Tastenkombinationen in Fleisch und Blut über.

Genre-Neulinge sollten sich aber erst einmal auf ein paar Übungsrunden einlassen. Etwas problematisch ist überdies die Kamera-Steuerung. Da sie für das normale Spiel und das Zielen nicht separat eingestellt werden kann, kommt es oft vor, dass nur einer der beiden Modi wirklich flüssig von der Hand geht. Aber auch hier gilt: Mit ein bisschen Übung behält man immer den Überblick über Sams vielfältige Aktionen und Kraxeleien. Zumal auch Splinter Cell: Double Agent das etablierte Kontext-Menü beibehält, in dem man per A-Knopf und Control Stick verschiedene Interaktionsmöglichkeiten in Ruhe auswählen kann.

Nicht so recht gewöhnen kann man sich indes an die grafische Gestaltung des Titels. Auch wenn Pessimisten anführen könnten, man dürfe froh sein, dass der Titel überhaupt noch für den Cube erscheint, hätten dem Spiel einige schärfere Texturen und eine allgemein weniger "matschige" Grafik durchaus gut getan. Immerhin: Das Leveldesign ist dank vieler liebevoller Details wie authentischer Kunstwerke von Raffaello Sanzio oder Leonardo da Vinci an den Wänden auf gewohnt hohem Niveau. Ebenso wissen die Verhaltensweisen der Gegner zu gefallen: Während die meisten ordnungsgemäß ihrem Tagesgeschäft nachgehen, stößt man immer auch auf solche, die die Zeit für ein Schwätzchen nutzen oder gelangweilt in die Gegend stieren.

Aber auch wenn sich die allgemeine Qualität der Grafik seit dem Vorgänger Chaos Theory nicht verändert hat, so sind dessen nervtötende Ruckler doch fast vollkommen verschwunden, und Splinter Cell: Double Agent spielt sich somit deutlich flüssiger und angenehmer als Sams letztjährige Mission.

Nicht zur Diskussion steht hingegen der Soundtrack: Hier haben sich die Klangdesigner wieder einmal selbst übertroffen und setzen euch - je nach Situation - mit aufpeitschender Musik oder enervierender Stille unter Druck. Ordentliche Soundeffekte, professionelle Sprecher (teilweise in den Sprachen der jeweiligen Schauplätze) und ProLogic-II-Unterstützung vervollkommnen den guten Hör-Eindruck und bilden gemeinsam das i-Tüpfelchen eines gelungenen Splinter Cell-Abenteuers.

Wertung zu Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent (GC)

Wertung:

90 /10
Pro & Contra
Umfangreiche, vielfältig lösbare MissionenNeue moralische KomponenteFantastischer Soundtrack
Grafisch leider nicht auf der Höhe der Zeit
Fazit

Die Grafik mag suboptimal sein, in jeder anderen Hinsicht ist SCDA das Highlight der Serie.

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