Ghost Recon 2

Test

Die Nachtsicht sieht endlich realistisch aus. Die Nachtsicht sieht endlich realistisch aus. Sieht man einmal von der verbesserungswürdigen künstlichen Intelligenz ab, schlägt sich Ghost Recon 2 ganz wacker. Die zwölf Missionen sind ordentlich inszeniert und bieten eine große Bandbreite an Aufgabenstellungen. Zwar rennt man im Endeffekt die meiste Zeit recht lineare Wege entlang und behält vor allem den Radar im Auge, doch nicht selten lockern packende Skripts das Geschehen auf. Die spielerischen Neuerungen durch das überarbeitete Befehlssystem greifen nicht zuletzt aufgrund der Intelligenzprobleme der Kameraden nicht zufrieden-stellend. Zwar können Sie auf recht einfache Art und Weise die wichtigsten Befehle schnell ausführen, doch der spielerische Nutzen hält sich in Grenzen. Das USB-Headset wird
unterstützt, gegenüber der Befehlsvergabe mit dem Pad ist aber kein Vorteil auszumachen. Die gerade einmal sechs Kommandos sind auch per Dreieck-Taste in Windeseile aktiviert. Immerhin hören Sie Ihre Kameraden dann aber teilweise über den Kopfhörer des Headsets und genießen ein authentischeres Spielgefühl.

Brisante Thematik

Die südkoreanische Regierung war "not amused", als sie das Spiel und dessen Story einer genaueren Betrachtung unterzog. Mittlerweile ist Ghost Recon 2 in Südkorea verboten. Dieses Verbot kommt nicht von ungefähr. Das fiktive Szenario des Spiels beschreibt eine eskalierende Krisensituation auf der koreanischen Halbinsel und feiert in erster Linie amerikanisches Heldentum. Im Prinzip also nichts Außergewöhn-liches - und doch fragt man sich, wieso sich die Entwickler unbedingt für den Korea-Kon-flikt entscheiden mussten, der schließlich auch in der realen Gegenwart eine brenzlige Situation darstellt. Etwas mehr Feingefühl wäre hier sicherlich angebracht gewesen.

Noch eine Enttäuschung

Davon unbelastet ist der Mehrspieler-Modus. Dieser ist neuerdings ausschließlich online spielbar, der Splitscreen-Modus fiel der Schere zum Opfer. Eigentlich schade, denn gerade der Kooperativ-Modus gehörte in den Vorgängern zu den spaßigsten Unterfangen. Umso erstaunlicher, dass die Xbox-Version sowohl einen Splitscreen- als auch den Kooperativ-Modus beinhaltet. Online stehen immerhin drei Spiel-Modi zur Verfügung, an denen bis zu 16 Spieler teilnehmen dürfen. Unverständlich bleibt, wieso im Solo-Modus nur noch die neue Außenperspektive zur Verfügung steht, im Online-Modus dagegen lediglich aus der altbekannten Ego-Sicht ohne sichtbare Waffe gespielt werden darf. Zudem kann die Online-Optik nicht mit dem Solo-Abenteuer mithalten. Mat-schige Texturen, so weit das Auge reicht - und trotzdem ruckelt das Spiel nicht zu knapp, sogar der Sound und die Musik stottern. Hier hatten wir uns erheblich mehr erhofft.

Wertung zu Tom Clancy's Ghost Recon 2 (PS2)

Wertung:

75 /10
Fazit

Spielerisch und grafisch gelungener Taktik-Shooter mit schwacher künstlicher Intelligenz!

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