Eine geniale Steuerung alleine macht noch kein geniales Strategiespiel, oder?
Weniger faszinierend aber immer noch interessant ist die Handlung. In aller Kürze: Als die Amerikaner ihre waffenstrotzende Raumstation "Freedom IV" fertig stellen wollen, kommt es zu internationalen Protesten. Beim Start eines Shuttles wird dieser vom frisch errichteten Raketen-Abwehrschild fälschlicherweise für eine Nuklearrakete gehalten und abgeschossen. Ein Sabotageakt, wie sich später herausstellt, der noch dazu den Europäern in die Schuhe geschoben wird. Für diesen feindlichen Akt bleibt in der Dreierbande ja nur ein Schuldiger übrig. Der bewaffnete Konflikt lässt nicht lange auf sich warten. Die Kampagne von EndWar beginnt mit "Weg zum Krieg", einer linearen Missionsfolge, bei der ihr euch abwechselnd aufseiten der drei Fraktionen Schlachten gegen jeweils einen Gegner liefert. Hier lernt ihr die Grundlagen des Spiels, sowie die Vorgeschichte kennen, bis ihr euch im dritten Weltkrieg - im Grunde lediglich einer Sammlung von Skirmish-Gefechten - austoben dürft.
Vielfalt durch Upgrades?
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Die flexiblen Pioniere sind in Deckung fast gegen alle Einheiten wirksam, wie hier gegen Helikopter.
Doch wie sieht der Strategiepart dieses Eingabewunders aus? Basisbau gibt es nicht. Ihr kontrolliert stets maximal zwölf Einheiten, die ihr aus zwei Infanterietypen, Helikopter, Transporter, Panzer, Artillerie und Kommandofahrzeug zusammenstellt. Habt ihr Uplink-Stationen erobert, stehen euch Nachschub und Luftschläge zur Verfügung. Vielfalt entsteht durch Einheiten-Upgrades, die ihr vor jeder Schlacht in der Kaserne gegen Bares erwerbt. In den Kategorien "Angriff", "Verteidigung", "Mobilität" und "Fertigkeit" stattet ihr Artillerie etwa mit chemischen Waffen aus oder Helikopter mit zielsuchenden Raketen, die danach als Spezialfähigkeit zur Verfügung stehen. Das ist auch der einzige Weg, die sonst identischen Kampftruppen der jeweiligen Fraktionen ein wenig voneinander zu unterscheiden. So erhalten russische Pioniere in der vierten Upgradestufe der Kategorie "Angriff" als einzige Fraktion einen Flammenwerfer.
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Im offenen Gelände haben die Fußtruppen dagegen kaum eine Chance.
Auch die Missionen sind sich allesamt sehr ähnlich. Meist geht es darum, sogenannte Uplink-Stationen zu erobern, für eine gewisse Zeit zu halten oder während eines Zeitlimits rot markierte Gebäude zu zerstören. Im Missionstyp "Schlacht" müsst ihr einfach nur alle Feindeinheiten eliminieren. Ein wenig Abwechslung mehr und das Spiel hätte locker den Goldaward eingeheimst.
Der eigentliche Kern von EndWar ist der Online-Modus "Kriegsschauplatz", der der Weltkriegskampagne sehr ähnlich ist. Auf dem Kriegsschauplatz seid ihr nur ein kleines Rädchen im großen Krieg (siehe "Xbox Live" auf der nächsten Seite). Ihr erfahrt aber zumindest anhand eines Balkens, welches Gewicht euer (Miss-)Erfolg als General hat. Je nachdem, welche Seite im umkämpften Gebiet vorne liegt, verschiebt sich der Balken nach links oder rechts. Hat die Mehrheit eurer Fraktion die Schlacht um ein Gebiet gewonnen, kommt ihr in den Genuss der Vorzüge, falls vorhanden. Befindet sich beispielsweise eine Flugbasis auf einer Karte, stehen euch fortan weitere Luftschläge zur Verfügung. Die Auswahl des nächsten Kampfgebietes bringt eine gewisse strategische Tiefe in das Spiel.
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Eroberte Uplinks ermöglichen fraktionsspezifische Spezialfähigkeiten wie Luftschläge oder elektronische Kriegsführung.
Eine große Frechheit ist aber die nur rudimentär vorhandene Replayfunktion. Nicht nur Neulinge lernen gerne anhand solcher - über das Xbox-Live-Netzwerk austauschbarer - Replays die Strategien anderer Spieler kennen, um die persönlichen Fähigkeiten in Mehrspielergefechten zu verbessern. Leider könnt ihr weder vor- noch zurückspulen, was spätestens bei einem mehrstündigen Match sehr nachteilig ist.
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