The Legend of Zelda: Phantom Hourglass

Test Katharina Pache

DIE PHANTOM-SANDUHR
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass Mit diesem titelgebenden Gegenstand seid ihr in der Lage, den Haupttempel zu erforschen. Dies ist allerdings nicht mit einem Aufwasch getan. Der ungemütliche Ort ist gefüllt mit purpurnem Nebel, der gefährlich an eurer Lebensenergie zehrt. Das Phantom-Stundenglas schützt euch vor den lebensbedrohlichen Auswirkungen des Dunstes und gewährt euch Zutritt zu tief im Tempel gelegenen Orten. Nach jedem besiegtem Endboss wird euch etwas mehr Sand gutgeschrieben und ihr könnt tiefer in den Tempel vordringen. Das kann durchaus nerven, vor allem, da der Tempel noch von so genannten Phantomen bewacht wird. Diese patrouillieren durch das Gemäuer und haben die unschöne Eigenschaft, unverwundbar zu sein. Ein Schlag eines Phantoms und Link geht in die Knie. Da ist Schleichen angesagt, ob es euch gefällt oder nicht.

Neben dem Haupttempel, den ihr logischerweise öfter besucht, finden sich noch weitere Dungeons auf der Karte, die erforscht werden wollen. Wem The Wind Waker zu einfach war, wird aufatmen - in Phantom Hourglass greifen Rätsel aller Art wunderbar ineinander. Auch verabschiedet wurde sich von dem immer gleichen Vorgehen à la "Finde den Gegenstand, besiege den Zwischengegner, besiege den Endboss". Einen Kompass oder eine Karte sucht ihr jedenfalls vergeblich. Umso erfreulicher, dass die Tempel an die Dungeons von A Link to the Past (SNES) angelehnt sind und somit eine wunderbare Atmosphäre und knackige Rätsel beinhalten.

ÜBERRASCHUNG!
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als sei Phantom Hourglass ein reinrassiger Vertreter der Zelda-Saga, gibt es einige schwerwiegende Brüche mit der guten, alten Zelda-Tradition. So müsst ihr euch in Links DS-Ausflug von den einzelnen Herzteilen verabschieden - es gibt fortan nur noch ganze Herzcontainer. Damit fällt schon mal ein Großteil der Motivation, die Landschaft zu erforschen, flach. Auch gestrichen: die Flaschensammelei. Die gesamte Spielwelt wurde regelrecht konzentriert und eingedampft. Als Resultat wirkt die schön gestaltete Insellandschaft recht leblos und eintönig. Dies mag daran liegen, dass die Charaktere blass wirken und vergleichsweise wenige Nebenfiguren auftauchen. Von den vielen winzigen, geheimnisvollen Inseln aus The Wind Waker ist kaum etwas übrig geblieben. Die Story ist - ohne zu viel verraten zu wollen - leider auch nicht besonders episch oder trickreich erzählt.

WAS GEHT ONLINE?
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass Der Multiplayer-Modus in Zelda: Phantom Hourglass funktioniert über die Wi-Fi-Connection, aber ihr könnt auch lokal gegen eure Freunde antreten. Zum Spielprinzip: Zwei Spieler werden auf jeweils eine Seite verteilt: eine Offensive und eine Defensive. Der offensive Spieler übernimmt die Kontrolle über Link und versucht in einem verwinkelten Areal einen Triforce-Splitter sicherzustellen. Der defensive Spieler verfügt über drei gepanzerte Ritter, wie man sie aus The Wind Waker kennt. Diese lotst er auf dem Kartenbildschirm durch besagtes Areal und versucht, Link zu fangen, bevor dieser das Triforce sicherstellt. Richtig fesselnd ist die Triforce-Jagd auf lange Sicht aber nicht - wir klappten nach vier Spielrunden den DS zu und widmeten uns wieder dem Solo-Abenteuer.

ETWAS SCHATTEN, ABER VIEL LICHT
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass Auch wenn beim Lesen dieses Tests der Eindruck entstehen könnte, Phantom Hourglass sei ein schlechtes Spiel, ist dies nicht der Fall. Nur gemessen an seinen legendären Brüdern zieht der DS-Ableger den Kürzeren. Die DS-Hardware gibt selbstverständlich nicht soviel Power her wie der GameCube. Trotzdem ist es schade, dass es kaum Sidequests ins Spiel geschafft haben, denn so legt man das Modul nach 20 Stunden Spielzeit bei Seite und hat keine Motivation mehr, es noch mal in die Hand zu nehmen. Betrachtet man Phantom Hourglass separat für sich, bleibt ein sehr unterhaltsames Spiel mit klasse Dungeons und einer einzigartigen Steuerung. Und somit ist Phantom Hourglass aus gutem Grund einer der diesjährigen Herbst-Hits.

Meinungen

Wertung zu The Legend of Zelda: Phantom Hourglass (NDS)

Wertung:

88 /10
Pro & Contra
Sehr schön gestaltete DungeonsTouchscreen-Steuerung funktioniert klasse
Lineares Abenteuer mit wenigen SidequestsGeringer Umfang
Fazit

Ein sehr gutes Zelda-Spiel, das lediglich im Vergleich zu anderen Titeln der Reihe etwas abgespeckt wirkt.

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