The Temple of Elemental Evil: Unterschätztes Rollenspiel der Bloodlines-Macher feiert sein Comeback
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Vor 22 Jahren schenkte uns Troika Games ein gutes, aber auch sehr fehlerhaftes Rollenspiel mit D&D-Lizenz. Nun kehrt es auf moderne Systeme zurück - auch dank der Community, die wieder mal Erstaunliches geleistet hat.
Es gab mal eine lange, unschöne Zeit, in der Begriffe wie "Rollenspiel" und "Bugs" kaum noch zu trennen waren. Kein Wunder, schließlich sind gerade in den 90er- und 2000er-Jahren zig großartige Rollenspiele erschienen, die unter ihren Programmfehlern regelrecht zusammenbrachen. Besonders ärgerlich: Viele Käufer blieben auf ihren Fehlkäufen sitzen, denn offizielle Patches waren damals alles andere als selbstverständlich. Gelegentlich erbarmte sich deshalb die Community, die versuchte, mit Fan-Patches wenigstens die gröbsten Lücken zu schließen.
Der wohl bekannteste dieser Fälle ist natürlich Vampire: The Masquerade - Bloodlines, mit dem sich Troika Games vor ziemlich genau 20 Jahren in die Nesseln hockte, und zwar mit Anlauf und nacktem Arsch voran. Dabei hätte das Studio es schon damals besser wissen müssen, denn bereits zwei Jahre zuvor hatte das erfahrene Team einen ordentlichen Bock geschossen. Die Rede ist natürlich von The Temple of Elemental Evil, zu Deutsch: Der Tempel des Elementaren Bösen. Ein unterschätzter Klassiker, der heute nahezu in Vergessenheit geraten ist - und nun feiert er sein Comeback!
Ein unterschätzter D&D-Klassiker meldet sich zurück
The Temple of Elemental Evil (jetzt kaufen 9,71 € ) ist ein traditionelles Party-Rollenspiel mit D&D-Lizenz und allem, was so dazugehört. Das Spiel basiert aber nicht auf den Forgotten Realms, sondern auf der klassischen Greyhawk-Kampagne von Gary Gygax. Es war außerdem das erste D&D-Videospiel, in dem die Regelwerksedition 3.5 zum Einsatz kam.
Stilistisch steht es ganz in der Tradition von Klassikern wie Baldur's Gate oder Icewind Dale. Für die Technik setzte Troika Games allerdings nicht auf die Infinity-Engine von Bioware, sondern auf eine eigene Engine, die schon in ihrem letzten Spiel Arcanum verwendet wurde.
Das Gameplay ist so klassisch wie zeitlos: Ihr steuert eine fünfköpfige Party durch eine vielschichtige Story, trefft unterwegs knifflige Entscheidungen und erlebt eine von mehreren Endsequenzen. Spielerisch erwartet euch das volle Programm: Taktische Rundenkämpfe, jede Menge NPCs, umfangreiche Charakterentwicklung. Es war außerdem eines der ersten Videospiele, in dem man eine homosexuelle Beziehung führen konnte, inklusive gleichgeschlechtlicher Heirat. Damit wird dem Spiel oft eine Vorreiterrolle zugeschrieben. Verantwortlich für das Projekt zeichnet Tim Cain, der vor allem als Mit-Erfinder von Fallout bekannt wurde und später auch an Spielen wie The Outer Worlds maßgeblich beteiligt war.
The Temple of Elemental Evil war - und ist - ein gutes D&D-Rollenspiel, das vielen Testern gefallen hat. Allerdings konnte das Spiel nie sein ganzes Potenzial entfalten, auch weil es bei Release von zig Bugs geplagt wurde, die dem Spaß im Wege standen. Und genau damit soll nun Schluss sein.
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Über 1.000 Bugfixes und QoL-Upgrades
Genau wie Vampire: Bloodlines wurde auch The Temple of Elemental Evil nicht ordentlich von den Entwicklern gepflegt, es fehlte einfach an Zeit und Geld, um die notwendigen Patches zu liefern. Deshalb sprang auch hier die Community ein, dank ihr wurden im Laufe der Jahre massenhaft Fehler im Programmcode beseitigt und Verbesserungen vorgenommen. Und genau diese Fanpatches sollen nun die Neuauflage endlich zu dem Spiel machen, das es schon vor 22 Jahren sein wollte.
Hinter der Neuauflage steht das Team von SNEG, ein Studio, das sich auf die Wiederbelebung von verloren geglaubten Klassikern spezialisiert hat. Ihre neue Fassung von The Tempe of Elemental Evil versteht sich ausdrücklich nicht als Remaster, sondern als Re-Launch! Dank der Fanpatches soll diese Version aber zig Verbesserungen mitbringen, darunter eine überarbeitete Performance, ein nützlicheres UI, zuverlässigere Wegfindung, erhöhte Stabilität und vieles mehr.
In einem kleinen FAQ haben die Entwickler auch etwas genauer beleuchtet, was euch in der Neuauflage erwartet. So stützt sich die neue Steam-Fassung auf die Arbeit der Modding-Communitys hinter Circle of Eight und Temple+. Beide Mods sollen standardmäßig enthalten sein. Die Entwickler betonen, dass nicht alle Community-Inhalte mitgeliefert werden, aus rechtlichen Gründen. Wer mag, kann sich aber nachträglich die Mods Co8 und Temple+ herunterladen und mit der Steam-Version nutzen.
The Temple of Elemental Evil erscheint schon am 10. Dezember 2025 auf Steam. Ein Preis steht noch nicht fest. Beachtet, dass diese Fassung nur englische Texte und Sprachausgabe enthält. Die deutsche Übersetzung bekommt ihr hier also nicht. Oder besser gesagt: noch nicht. Denn so wie wir die Community hinter dem Spiel kennen, wird sie wahrscheinlich auch dafür bald eine Mod parat haben.
Update vom 10. Dezember 2025: Der finale Preis wurde tatsächlich erst zum Release enthüllt. Die Neuauflage von The Temple of Elemental Evil kostet knapp 10 Euro. Derzeit erhaltet ihr noch zehn Prozent Rabatt auf den Kauf. Die ersten User Reviews fallen überwiegend positiv aus, allerdings gibt es auch schon ein paar kritische Stimmen.
Quelle: Steam
