Tales of Xillia im Test: Shop-System, Charakterentwicklung, Kämpfe, Wertung

Test Viktor Eippert

Test zu Tales of Xillia für PS3: Nach über zwei Jahren schafft es der Japan-Hit endlich zu uns. Doch das Warten hat sich gelohnt! In unserem Test zu Tales of Xillia erfahrt ihr, was das Rollenspiel besonders gut macht. Exklusive Spielszenen halten wir in unserem Video-Test für euch bereit.

Alle Macht dem Spieler: das Shop-System

Eine Spielmechanik, die wir uns in künftigen Japan-RPGs wesentlich häufiger wünschen würden, ist der Umgang mit den Händlern in Tales of Xillia. In der Spielwelt aber auch in den Kämpfen sammelt und erbeutet ihr neben den üblichen Goldstücken auch Materialien. Die kann man den Händlern zum Geschenk machen, um so deren Stufe zu erhöhen. Dadurch wird einerseits das Sortiment des Händlers erweitert und andererseits winken Rabatte auf bestehende Waren. Ebenso wird die Stufe des Händlers durch den Kauf von Items in die Höhe getrieben.

Dieses System hat den riesigen Vorteil, dass ihr es selbst in der Hand habt, auf was für Ausrüstung ihr Zugriff habt. Wer fleißig die Gegend nach Materialen durchsucht, sichert sich so bessere Ausrüstung, was den Spielfortschritt erleichtert. Das motiviert zur Erkundung der Spielwelt und sorgt für ein schönes Erfolgsgefühl, da man es selbst in der Hand hat. Ebenfalls cool: Neben Rüstungen, Waffen, Accessoires und Nutzgegenständen könnt ihr auch Lebensmittel kaufen. Beim Verzehr gewähren die eurer Heldengruppe je nach gefutterter Mahlzeit unterschiedliche Boni für eine bestimmte Anzahl an Kämpfen. Zum Beispiel mehr Verteidigung oder einen Bonus auf die gewonnen Erfahrungspunkte.

Motivierende Charakterentwicklung

Für die Charakterentwicklung haben die Entwickler ebenfalls ein motivierendes System ersonnen. Stufenaufstiege treiben nicht einfach stumpf die Charakterwerte nach oben sondern verleihen euch Wertepunkte (WP) für die sogenannte Lilliumkugel. Die Lilliumkugel ist wie ein Spinnennetz aufgebaut, auf dem einzelne Knotenpunkte miteinander verbunden sind. Und jeder dieser Knotenpunkte verfügt über einen Statusbonus, den ihr unter Einsatz eines WPs freischaltet. Jede der unterschiedlichen Bereiche des Netzes symbolisiert einen der verschiedenen Statuswerte wie Angriffskraft, Vitalität oder Zauberkraft. Außerdem schlummert in der Mitte eines jeden Netz-Segments jeweils entweder eine Fertigkeit, ein Arte (in Tales of-Spielen das Äquivalent für Spezialangriffe) oder ein besonders mächtiger Statusbonus.

Um diese zu erhalten, gilt es alle Knotenpunkte des umliegenden Segments zu aktivieren. Ihr bewegt euch also entlang der Linien dieses Spinnennetzes, schaltet so Stück für Stück die Bereiche frei und entwickelt die entsprechende Spielfigur in die gewünschte Richtung. Im Fertigkeitenmenü entscheidet ihr dann, welche der zahlreichen Skills ihr aktiviert, um so eure Helden noch besser an euren Spielstil anzupassen. Als Begrenzung dient ein Maximalkontingent an Fertigkeitspunkten, wobei jede Fertigkeit eine bestimmte Anzahl an Punkten in Beschlag nimmt. Die Charakterentwicklung bietet reichlich Tiefgang und motiviert zugleich.

Action-Kämpfe mit Tiefgang

Wie für die Reihe üblich, setzt auch Tales of Xillia auf ein Action-Kampfsystem. Neu sind die Verbindungsattacken. Quelle: PC Games Wie für die Reihe üblich, setzt auch Tales of Xillia auf ein Action-Kampfsystem. Neu sind die Verbindungsattacken. Die Erfahrungspunkte für die Stufenaufstiege gibt's in Tales of Xillia ganz klassisch für gewonnene Kämpfe. Wie schon in den Ablegern zuvor laufen die Monster frei über die Spielwelt, was das Umgehen von ungewünschten Kämpfen ermöglicht. Sobald ihr einen Gegner berührt, wechselt das Spielgeschehen in einer Kampfarena, in der bis zu vier eurer Gruppenmitglieder antreten. Grundlegend laufen die Kämpfe wie für die Reihe gewohnt: Ihr reiht normale Angriffe zu Combos aneinander, blockt feindliche Attacken, weicht mit einem Rückwärtsschritt aus oder fahrt die schweren Geschütze in Form von Artes auf. Herauszustechen vermag das Kampfsystem in Tales of Xillia durch das Link-System, mit dem ihr die Helden jederzeit im Kampf zu Zweierteams verbindet.

Sobald geschehen, hilft euch euer Partner automatisch aus und beharkt den von euch anvisierten Gegner von Hinten oder gibt euch Rückendeckung. Eure Partner greifen euch außerdem mit einzigartigen Spezialfähigkeiten unter die Arme. Alvin kann beispielsweise die Blockabwehr der Gegner durchbrechen, während Milla einen Widersacher für einige Momente bewegungsunfähig machen kann. Den größten Vorteil der Partnerschaft stellen die sogenannten Verbundenen Artes dar. Diese Sonderattacken sind extrem mächtig und unterscheiden sich je nach Verbindungspartner, können aber nur begrenzt genutzt werden. Unter bestimmten Umständen könnt ihr die Verbundenen Artes sogar zu einer Angriffsserie kombinieren und so mehrere Gegner in nur wenigen Sekunden erledigen. Das darauf resultierende Kampfsystem ist angenehm leicht zu erlernen, bietet aber gleichzeitig genug Tiefgang für Perfektionisten und Könner.

Strategisch wertvoll

Sehr praktisch ist in diesem Zusammenhang auch das Strategie-Menü, in dem ihr das Verhalten der KI-Mitstreiter bis ins kleinste Detail festlegt. Dabei gebt ihr in verschiedenen Kategorien vor, ob Elize, Alvin und co. beispielsweise mit Zaubersprüchen umgehen sollen, ob sie sich lieber auf Heilung oder Angriff konzentrieren sollen und wie häufig sie Artes einsetzen sollen. Besonders praktisch ist die Konfiguration der automatischen Itemnutzung. Ähnlich dem Gambit-System in Final Fantasy XII deklariert ihr Voraussetzungen und dazu gehörige Aktionen wie "wenn ein Mitglied K.O. geht, nutze einen Lebenstrank".

Dank der Strategieoptionen und der Autoitem-Funktion agieren die KI-Kämpfer sehr zuverlässig im Kampf und greifen euch stets optimal unter die Arme. So könnt ihr euch ganz und gar auf das temporeiche Kampfgeschehen konzentrieren. Alternativ könnt ihr die Kämpfe auch jederzeit mit bis zu drei Freunden lokal bestreiten. Da sich menschliche Spieler aber nicht miteinander verbinden können, macht das Koop-Spiel aber nur zu zweit so richtig Sinn. Doch egal, ob alleine oder mit Freunden: Mit seinen tollen Charakteren, seiner guten Gruppendynamik, seiner interessanten, mehrschichtigen Handlung und seiner motivierenden Spielmechanik zählt Tales of Xillia zu den besten Japan-Rollenspielen, die der PS3-Katalog zu bieten hat. Zumal auch der Umfang dank New-Game-Plus-Modus sowie zusätzlichen Spielinhalten nach dem Ende der Hauptgeschichte richtig stark ist.

Meinung

Bildergalerie

Wertung zu Tales of Xillia (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Wendungsreiche, spannende Geschichte, die als Parabel dientInteressante Charaktere mit TiefeFantastische GruppendynamikWunderbar griffiges Link-Kampfsystem, das leicht zu erlernen aber schwer zu meistern istMotivierende CharakterentwicklungBelohnendes Shop-SystemDank Strategie-Optionen agieren KI-Kameraden im Kampf sehr zuverlässigPlaudereien und Nebenereignisse tragen zur Atmosphäre beiTemporäre Boni durch MahlzeitenZwei Helden zur WahlGute, englische VertonungStarker Umfang, inklusive zusätzlichen Bonusaufgaben nach Spielende sowie einem New-Game-Plus-ModusKämpfe können jederzeit auch im Koop bestritten werdenKurze LadezeitenFabelhafte Anime-Cutscenes
Grafik teils nicht mehr zeitgemäß, vor allem wegen verwaschener Texturen in AußenarealenHandlung kommt langsam in FahrtSerienveteranen müssen auf eine begehbare Oberwelt verzichtenGelegentliche Popp-ins in StädtenOriginal-Tonspur nicht enthaltenKoop mit mehr als zwei Spielern unsinnig
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