5 Serien-Highlights 2018, die schon jetzt starten - Und was wir uns davon erwarten
Special
Das Serienjahr 2018 muss erst noch zeigen, ob es mit den zahlreichen Highlights des vergangenen Jahres mithalten kann. An Auswahl mangelt es jedoch nicht, denn bereits jetzt laufen einige Serien an, die es sich lohnt im Auge zu behalten. Deshalb präsentiert euch die WIDESCREEN-Redaktion heute fünf Serien-Highlights aus 2018, mit denen ihr schon jetzt wieder ins Binche-Watching einsteigen könnt.
Das Serienjahr 2017 ist zu Ende uns bescherte uns mit Highlights wie "Mindhunter", "The Punisher" "American Gods" oder "Big Little Lies" zahlreiche Schmankerl für jedermann. Schade, dass die eigene Zeit meistens zu knapp ist, um alle Serien zu sehen und so haben viele bestimmt auch im neuen Jahr noch genügend Serien im Kopf, die sie noch nachholen müssen. Wenn ihr allerdings der Meinung seit, alles Sehenswerte aus dem vergangenem Jahr bereits mitgenommen zu haben und euch nach neuen Stoff sehnt, seid ihr hier genau richtig. Denn wir präsentieren euch heute fünf Serien-Highlights des aktuellen Serienjahres, die jetzt bereits angelaufen sind oder demnächst beginnen. Dabei gehen wir v.a. auf die Handlung ein, die euch erwartet und lassen euch daran Teil haben, wie die Redaktion auf die neuesten Beiträge zur gepflegten Abendunterhaltung blickt - Los gehts!
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Young Sheldon
Quelle: CBS
"Young Sheldon"
Mit "Young Sheldon" läuft seit dieser Woche das Prequel zu "The Big Bang Theory" auf Pro7 und legte mit 3,5 Millionen Zuschauern (ca. 26% Marktanteil) einen traumhaften Start hin, der von dem Sender als "bester Serienstart des Jahrtausends" bezeichnet wurde. Die Serie, die wie TBBT ebenfalls von Chuck Lorre produziert wird, gibt uns Einblicke in die Welt des neunjährigen Sheldon Cooper, der später nach eigenen Angaben zu "einem der größten Wissenschaftler unserer Zeit" werden wird. Die Pilotfolge spielt sich an Sheldons erstem Tag an der High School ab, wo er mit seinem fünf Jahre älterem Bruder George nun in der gleichen Klasse sitzt. Dieser ist natürlich wenig angetan von seinem genialen, aber nervenaufreibenden Bruder und wird von der ganzen Situation sichtlich belastet. Denn so nervig wie die Schule teilweise ist, ist sie trotzdem ein Ort, an dem man sich selbst ohne die misstrauischen Blicke der Eltern ausleben und verwirklichen kann. Diese Zeiten sind mit dem kleinen Bruder in der gleichen Klasse natürlich ein Stück weit vorbei. Zuhause hat Sheldon dann v.a. mit seiner Zwillingsschwester zu kämpfen, die seine Intelligenz mit Sozialkompetenz und einer großen Portion Aufgewecktheit aufwiegt und so ihrem Bruder das Leben erschwert. Dabei steht Sheldon unter dem Schutz seiner Mutter Mary, die zwar sehr besorgt ist, dass ihr Sohn in seinem neuen Umfeld keinen Anschluss finden wird, aber sich stets um dessen Wohlergehen bemüht. Und dann gibt es dann noch Sheldons Vater, der zum Zeitpunkt der Serie noch Teil der Familie Cooper ist und sich in erster Linie um das Wohlergehen seines ältesten Sohnes George sorgt.
"Young Sheldon" geht in seiner Darstellung neue Wege und verabschiedet sich so ein wenig von den starren Sitcom-Elementen der Hauptserie. Statt der festen Darstellung einzelner Räume mit wenig unterschiedlichen Kameraeinstellungen fühlen sich die Szenen im Prequel wesentlich dynamischer an, wenn Sheldon durch seinen Schulalltag begleitet wird. Der Humor wiederrum scheint ein einziger Abklatsch von Big Bang Theory zu sein. Es wirkt fast, als sollte in die Pilotfolge alle Aspekte des erwachsenen Sheldons übernehmen und überzeichnen, denn viele Elemente seiner Art werden einfach übernommen, ohne wirklich aus der Serie heraus zu Entwickeln. So sehen wir bereits seine Affinität zu Zügen, seine Angst vor der Berührung anderer Menschen, die ganz besondere Beziehung zu seiner Zahnbürste und viele weitere Pointen, die wir so schon aus TBBT kennen. Dadurch wird klar, dass Sheldons Marotten im Erwachsenleben zwar nervig sind, aber für ein Kind in der High School noch wesentlich mehr Auswirkungen auf das soziale Umfeld haben. Von Mobbing gegen Sheldon haben wir zwar in der ersten Folge noch nichts gesehen, doch aus den Erzählungen der Hauptserie wissen wir, dass dies mit Sicherheit noch thematisiert werden wird. Dies ist allerdings genau der Punkt: Aus der "The Big Bang Theory" kennen wir im Prinzip alle Geschichten des verrückten Genies und es wird wohl schwer werden, in der Darstellung neue Wege zu gehen.
Was wir erwarten:
"Young Sheldon" reiht sich nahtlos in die Sitcom-lastige Abendgestaltung von Pro7 ein und kann auch für viele Lacher sorgen. Wir hoffen trotzdem, dass die Serie versucht, neue Wege zu gehen und nicht nur eine Visualisierung der Geschichten darstellt, die wir aus TBBT eh schon zur Genüge kennen.
The End of the F***ing World
Quelle: Netflix
"The End of the F***ing World"
Die Geschichte von "The End of the F***ing World" klingt genau so außergewöhnlich wie verrückt. Der 17-jährige James musste als Kind den Selbstmord seiner Mutter mitanschauen und ist seitdem der festen Überzeugung ein Psychopath zu sein, denn ihm fehlen jegliche Formen von Gefühlen oder Empathie. In zahlreichen Versuchen probiert er bei sich, Gefühlsregungen hervorzurufen, doch weder das Töten von Tieren noch der Selbstversuch, seine Hand in eine heiße Fritteuse zu stecken, bringen ihm den gewünschten Effekt. So beschließt er, dass er wohl erst einen Menschen umbringen muss. Alyssa, die zweite Hauptfigur der Serie, geht seit kurzer Zeit auf die gleiche Schule wie James und ist ein Mädchen voller Abenteuerlust, aber sehr unzufrieden mit ihrer familiären Situation. Am liebsten möchte sie deshalb von zuhause ausreißen, um die Welt zu entdecken. Mit dieser Grundkonstellation kreuzen sich die Wege der Beiden in der Schule, und nachdem man sich eher unfreundlich kennengelernt hat, entsteht der Plan, mit dem Auto von James Vater einfach ins Ungewisse aufzubrechen. Alyssa verspürt eine gewisse Anziehung zu James, dem dies sehr gelegen kommt, denn so hat er genug Zeit einen passenden Moment zu finden, um seinen ersten Mord zu begehen. Was im Grunde nun im ersten Moment nach einer sich anbahnenden Tragödie klingt, entwickelt beim Anschauen der Serie zu einem völlig abgedrehten und unvorhersehbaren Roadtrip. Der Humor der Serie kann als tiefschwarz und absolut trocken beschrieben werden, es gibt eine Menge blutiger oder auch sexuell aufgeladener Szenen und überhaupt ist die Handlung durch viele plötzliche Wendungen völlig unvorhersehbar. Dazu kommt, dass wir James und Alyssa nicht nur miteinander agieren sehen, sondern auch Einblicke in deren Gedanken bekommen. Dies bietet noch mehr Spielraum für die Serienmacher, die absolut widersprüchlichen Denkweisen beider Charaktere gegeneinander aufzuwiegeln. Dabei wird weder an mitreißenden Soundtracks noch an großartigen Szenenbildern gespart.
"The End of the F***ing World" erschien in Deutschland bereits am 5. Januar auf Netflix und basiert auf der gleichnamigen Comic-Vorlage von Charles Forsman. Sehr angenehm ist die Länge der ersten Staffel, die mit 8 Folgen á 20 Minuten auch Leute ansprechen dürfte, die ungern viel Zeit in neue Serien investieren.
Was wir erwarten:
Wir freuen uns natürlich immer, wenn eine Serie nicht wieder irgendeinen durchgekauten Stoff behandelt, sondern neue Wege geht, und das ist hier definitiv der Fall. Der Humor aus dem Trailer und die Stimmen der Kritiker lassen uns auf eine großartige Serie hoffen, die sich frisch und neu anfühlt.
Black Lightning
Quelle: The CW
"Black Lightning"
Das Serienuniversum der DC-Comics bekommt dieses Jahr wieder Zuwachs: Mit "Black Lightning" startet am 16. Januar nun schon die fünfte Superheldenserie auf dem amerikanischen Sender The CW. Jefferson Pierce, wie der Held mit bürgerlichem Namen heißt, gehört dabei eher zu den unbekannteren Charakteren der Comics. Dabei erregte der Comic 1977 dadurch Aufsehen, dass hier zum ersten Mal ein schwarzhäutiger Held als Titelfigur zum Einsatz kam. Dort wächst Black Lightning in der fiktiven Stadt Metropolis in einem Viertel namens Suicide Slum auf, welches so heißt, weil man ihm sprichwörtlich nur durch den Selbstmord entkommen kann. Seine Superkräfte sind ihm angeboren und mit ihnen kann er elektromagnetische Energien beherrschen und zu seinem Vorteil nutzen. Die Serie zeigt zunächst einen ganz bürgerlich lebenden Jefferson Pierce, der zwei Töchter hat und eine Highschool leitet. Dabei verbirgt er das Geheimnis, dass er bis vor zehn Jahren als maskierter Rächer seine Heimatstadt vor Gefahren und Kriminalität geschützt hat. Doch wie bei jedem großen Superhelden üblich, nahmen eines Tages die Zweifel an seiner Tätigkeit und deren Auswirkungen auf sein Privatleben überhand und so entschied sich Jefferson dazu, fortan nicht mehr auf Verbrecherjagd zu gehen und lieber seine Töchter auf ihrem Weg ins Erwachsenalter zu begleiten. Jedoch macht sich in seiner Heimatstadt mit "The 100" nun eine neue Gang breit, durch welche die Kriminalität in der Stadt eine neue Hochphase erlebt. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als wieder in die Rolle seines Alter Egos zu schlüpfen und die Stadt zu retten. Der Trailer zur Serie offenbart außerdem, dass sich Jefferson besonders an das Versprechen an seine Frau, nie wieder sein Leben aufs Spiel zu setzen, gebunden fühlt und seine Kräfte offenbar auch im Rest seiner Familie verankert sind. Es ist scheinbar zunächst nicht geplant, "Black Lightning" in das "Arrowverse" einzugliedern, das auf dem Sender durch die Serien "Arrow", "The Flash", "Legends of Tomorrow" und "Supergirl" gefüllt wird. Dazu kommt, dass wir hier nicht, wie sonst üblich, eine Origin-Story serviert bekommen, sondern der Held bereits existiert und seine Fähigkeiten vollumfänglich beherrscht.
Was wir erwarten:
Wir halten es für ein sehr positives Zeichen, dass "Black Lightning" nicht ins Arrowverse eingegliedert wird. Dieses ist spätestens durch die vielen Crossovers immer größer, verworrener und undurchsichtiger geworden und lädt deshalb nicht dazu ein, neu damit anzufangen. Black Lightning geht einen frischen Weg und wird hoffentlich viele Superheldenfans begeistern können, zu denen wir uns auch zählen.
Altered Carbon
Quelle: Netflix
"Altered Carbon"
Just am heutigen Tag erschien der Trailer zur Netflix-Serie "Altered Carbon", die am 2. Februar startet. Dieser zeigt uns eine Zukunftsvision unserer Welt in 250 Jahren, in der der Tod nur noch für körperliche Strukturen gilt. Der Geist eines Menschen kann inzwischen auf Festplatten übertragen werden und so ist die Menschheit unsterblich geworden. Das Problem dabei ist, dass die gespeicherten Daten erstmal eine menschliche Hülle benötigen, in die sie hineintransferiert werden können und dies natürlich in der Hand der auch körperlich lebenden Menschen liegt. Zudem ist dieses Verfahren sehr kostspielig und nur die Reichsten können es sich leisten, ununterbrochen weiter zu leben, denn auch Ersatzkörper müssen erst einmal gefunden werden. Laurens Bancroft ist der reichste Mann der zukünftigen Welt und aufgrund dessen schon 300 Jahre alt, als er dem 250-Jahre alten Geist von Soldat Takeshi Kovacs einen neuen Körper schenkt. Dieser soll den Mörder von Bancrofts Körper suchen, muss sich dafür jedoch erstmal in der neuen Welt zurechtfinden, in die wir im Trailer ebenfalls erste Einblicke erhalten. Das Setting erinnert stark an "Blade Runner": Große Städte mit hohen Gebäuden, schwebenden Autos und vielen Neonfarben, aber insgesamt eine sehr düstere Atmosphäre. Dazu bekommen wir Eindrücke von seelenlosen Körperhüllen, die in Plastik verpackt auf einen neuen Geist warten oder der Möglichkeit, sein Gesicht durch Hologramme zu verändern.
Was wir erwarten:
Die ersten Eindrücke aus dem Trailer lassen vermuten, dass Fans düsterer Zukunftsvisionen wie "Bladerunner 2049" auf ihre Kosten kommen werden. Wir hoffen darauf, dass sich die Serie nicht nur in die Reihe der wirklich zahlreichen Dystopien und dunklen Zukunftsvorstellungen einreiht, sondern durch eine gut durchdachte, tiefgründige Handlung aus dieser herausstechen kann.
Tote Mädchen lügen nicht - Staffel 2
Quelle: Netflix
"Tote Mädchen lügen nicht"
Die erste Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" war für Netflix 2017 ein Mega-Erfolg. Grund dafür war nicht zuletzt die große Debatte, die die Serie losgetreten hat. Nahezu alle Medien beteiligten sich daran zu diskutieren, wie weit eine Serie in ihrer Darstellung gehen darf und ob ein Selbstmord überhaupt in dieser Art und Weise dargestellt werden sollte. Vielfach wurde der Serie vorgeworfen, mit der Rekonstruktion des Suizides von Hannah Baker auch anderen Teenager in einer ähnlichen Lage den "Ausweg" quasi vorzugeben, worauf Netflix bestimmte Folgen mit Warnhinweisen versah. Dennoch muss man auch sehen, dass damit ein wichtiger Beitrag in der Auseinandersetzung mit Mobbing, sexueller Belästigung und dem Suizid von Jugendlichen geleistet wurde, einem Thema, das eher dazu neigt, totgeschwiegen und tabuisiert zu werden. Da Serien in ihrer Ankündigung oft wesentlich weniger Vorlauf als Filme haben, ist noch nicht genau bekannt, wann die zweite Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" auf Netlflix startet, doch die Hinweise verdichten sich, dass dies bereits jetzt im Frühjahr der Fall sein könnte(Achtung: Es folgen Spoiler zur ersten Staffel)
Doch wie schon erwähnt, half die Diskussion in erster Linie auch der Popularität der Serie, und so startet schon dieses Jahr die zweite Staffel. Diese bewegt sich nun weg von der Buchvorlage von Jay Asher, die mit der ersten Staffel schon komplett auserzählt war. Stoff für die Weiterführung der Serie gibt es trotzdem zur Genüge, denn die Folgen von Hannahs Selbstmord werden noch tiefe Gräben in die Gemeinschaft der High School reißen. Offiziell ist zur Handlung noch nicht viel bekannt, doch das Ende der ersten Staffel lässt einige Schlüsse darauf zu, wie es mit den 13 Charakteren weitergehen könnte.
Im Mittelpunkt dieser Überlegungen steht v.a. Bryce, dessen Vergewaltigung von Hannah und Jessica bisher ungesühnt blieb. Es wird spannend sein zu sehen, wie nun das gesamt Umfeld des eigentlich beliebten Basketballkapitäns auf sein Verbrechen reagieren wird. Außerdem ist Bryce der Einzige unter den 13 Personen, der die Tapes nicht im Zuge der ersten Staffel gehört hat. Weiteren Anlass zur Spekulation bietet Taylor, der durch das Spannen vor Hannahs Fenster eine Mitschuld trägt. Diesen sah man gegen Ende der Serie vor einer Kiste mit zahlreichen Waffen und der zugehörigen Munition, was die Vermutung nahelegt, dass er einen Amoklauf vorbereitet, um sich für ein Nacktfoto von sich zu rächen, dass Clay der ganzen Schule sendete. Spätestens seit der letzten Folge wissen wir, dass die nächste Staffel nicht nur den Selbstmord von Hannah Baker behandeln wird, sondern auch den Versuch von Alex, der zum aktuellen Stand mit einer selbstzugefügten Schussverletzung am Kopf im Krankenhaus liegt. Es blieb offen, ob Alex den Suizid versuch überlebt hat. Und auch Hannah Baker wird wieder eine Rolle in der Serie spielen. Natürlich kann die Hauptfigur der ersten Staffel nicht mehr in das Geschehen eingreifen, was jedoch nicht bedeutet, dass ihre Geschichte zu Ende erzählt ist. Hannah-Darstellerin Katherine Langford verriet bereits, dass Hannah durch Rückblicke weiterhin in die Serie integriert wird, was Sinn ergibt, denn das Anliegen aller Figuren wird es nun sein, ihren Teil der Selbstmordgeschichte mit Hannah aufzuarbeiten. Wir werden dabei aber eine ganz andere Seite von ihr zu sehen bekommen, denn die Handlung passiert nun nicht mehr aus ihrer Sicht und so werden wir v.a. zu sehen bekommen, wie die anderen Charaktere in der Zeit vor ihrem Selbstmord auf Hannah blickten.
Was wir erwarten:
Wir sind auf jeden Fall gespannt zu erfahren, wie es an der High School weitergeht. Da die Serie nun nicht mehr auf einer Buchvorlage basiert, wäre es wünschenswert, dass sie zwar die Grundstimmung der ersten Staffel beibehält, aber die Handlung in der Gegenwart etwas mehr Fahrt aufnimmt.
Auf welche Serien freut ihr euch dieses Jahr?
