Was aussieht, als hätte man mit Zebrafell die Straße überzogen, soll eine Schneelandschaft sein. Sehr realistisch ...
Knapp drei Jahre ist es jetzt her, als man das letzte Mal als Superagent Gabe Logan seinen Mann stand und skrupellosen Verbrechern das Handwerk legte. Bei Syphon Filter 3, welches noch für die PSone erschien, musste man den gleichnamigen Supervirus ausfindig und unschädlich machen. Im neuesten Abenteuer steht zwar wieder eben jener Virus im Mittelpunkt, der Held ist allerdings ein anderer: Per umfangreichem Editor bastelt sich der Spieler seinen eigenen Agenten bzw. seine eigene Agentin, mit dem bzw. der er anschließend durch 13 der insgesamt 17 Maps zieht. In den restlichen Levels übernimmt man die Kontrolle von bekannten Charakteren aus den ersten drei Teilen, darunter auch Gabe Logan höchstpersönlich.
Schwer, schwerer, Syphon Filter
Bei Syphon Filter: The Omega Strain durchläuft man in bekannter Third-Person-Manier die meist sehr großen Levels und verrichtet typi-sche Superagentenaufgaben: Es müssen zum Beispiel Geiseln gerettet, Virusbehälter gescannt, Bomben entschärft oder besonders gefährliche Terroristen eliminiert werden. Die Einsatzziele werden dabei während der Missionen ständig upgedatet und erweitert. Zwar sind die Aufgaben relativ abwechslungsreich und der Umfang ist enorm, doch ergibt sich daraus auch ein Problem für den Spieler: Meistens wird man von der puren Anzahl der Aufgaben schier erschlagen und kann sie deshalb kaum innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits schaffen. Erst wenn man die Maps nahezu auswendig gelernt hat und den Ablauf der Aufträ- ge kennt, sind die Missionen komplett erfüllbar! Überhaupt ist Syphon Filter: The Omega Strain ein sehr schweres, wenn nicht sogar unfaires Spiel. Die Anzahl der ständig wiederkehrenden Gegner (meistens fallen sie einem auch noch unfair in den Rücken) ist endlos, die Levelorientierung ein schlechter Witz und die Speicherpunkte sind viel zu selten. Erschwert wird das Ganze noch von der schwammigen und absolut hirnrissig belegten Steuerung, die natürlich nicht konfigurierbar ist. Der gelungene Mehrspieler-Modus, bei dem Sie neun der 17 Missionen mit bis zu drei Online-Freunden spielen können (dort gibt es auch zusätzliche Einsatzziele), kann diese gravierenden Probleme nicht mehr ausgleichen.
Grafik von Vor-Vor-Gestern
Bei der Technik müssen sich die Programmierer die Frage gefallen lassen, was sie eigentlich während der letzten drei Jahre gemacht haben. Die Grafik von Syphon Filter: The Omega Strain ist unterdurchschnittlich und sieht aus wie aus dem Jahr 2001: Die Anzahl der Polygone ist äußerst gering und sämtliche Figuren und Umgebungen sehen dadurch sehr kantig und kahl aus. Die wenig detaillierten und sich ständig wiederholenden Matsch-Texturen sind ebenfalls nicht mehr auf dem Stand der Zeit und werden nur noch von den schlechten Echtzeit-Lichteffekten unterboten. Bezüglich der Gestaltung des Sounds sieht die Sache leider nicht viel besser aus. Die Musikuntermalung ist äußerst belanglos, die deutschen Synchronsprecher wirken durchweg gelangweilt und die Soundeffekte (nur in Stereo) unrealistisch.
