Sudeki

Test Christian Schönlein

Sudeki Guck mal, wer da spricht
Aber auch sonst wurde Sudeki technisch sehr ordentlich umgesetzt. Die Spielwelt ist hübsch dargestellt und wirkt lebendig. Nur selten trüben unschöne Slowdowns den guten Gesamteindruck. Auch die Musik untermalt -mit abwechslungsreichen, aber stets zurückhaltenden Stücken die Fantasy-Atmosphäre. Allerdings hinterlässt die Sprachausgabe einen eher zwiespältigen Eindruck. Die deutschen Stimmen klingen zum Großteil arg gekünstelt und melodramatisch. Es wird zwar nie so schlimm, dass man den Ton am liebsten abstellen würde, etwas mehr Mühe hätte man sich bei einem so großen und wichtigen Projekt aber schon geben dürfen. In der uns vorliegenden Version konnte man wahlweise auch die englische Originalfassung anwählen, die jedoch nicht viel besser klingt.

Mein erstes Mal
Doch zurück zum Spielverlauf. Kristalle zu sammeln ist natürlich nicht das einzige Ziel in Sudeki. Nach etwa zehn Spielstunden nimmt die Dichte der Story durch eine klas-sische Wendung zu und die Reiseziele der Gruppe werden immer ausgefallener. Das bedeutet aber leider nicht, dass der Titel die Klischees hinter sich lassen kann. Die Storywendungen sind allzu ab-sehbar und sämtliche Cha--rakte-re passen in die typischen und zu erwartenden Schemata. Rollenspielkenner haben wohl nur ein müdes Lächeln dafür übrig, wenn sie in einer dunklen Parallelwelt auf Doppelgänger der eigenen vier Helden treffen oder am königlichen Hof dunkle Komplotte geschmiedet werden. Deswegen ist Sudeki hauptsächlich Rollenspielanfängern zu empfehlen. Denen werden die vielen Klischees nämlich weniger auffallen als Spielern, die jedes Final Fantasy in- und auswendig kennen. Zudem ist Sudeki kein 70-Stunden-Epos wie zum Beispiel unsere Genre-Referenz Knights of the Old Republic. Hier sieht man bereits nach etwa 25 Stunden den Abspann - die optimale Spieldauer für einen Genre-Neuling. Zudem ist der Titel recht linear gehalten, was Profi-Rollenspieler wohl ebenfalls wenig reizen wird. Anfänger dagegen werden dankbar sein für die Überschaubarkeit des Titels. Ein schönes Beispiel hierfür sind neben den geradlinigen und wenig verschachtelten Dungeons die simplen Nebenmissionen. Diese bestehen meist nur da-raus, eine bestimmte Anzahl an Items zu einer Person zu bringen und sie gegen seltene Gegenstände oder eine fette Bezahlung einzutauschen. Mit dem verdienten Geld können Sie sich dann wiederum neue Waffen oder Waffen-Upgrades erwerben. So weit, so leicht, aber wo bleibt dann die Herausforderung? Leider gibt es kaum eine. Auch der Schwierigkeitsgrad ist nie zu fordernd. Der Titel ist eher zu leicht und nicht einmal Bosskämpfe stellen den Spieler vor große Probleme. Profis werden sich also stark unterfordert fühlen, während Rollenspiel-Neulinge einen gelungenen Einstieg ins Genre geboten bekommen.

Wertung zu Sudeki (XB)

Wertung:

84 /10

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