Von der PS5 entlaufen: Kostet Stray die neue Switch-Version alle sieben Leben?

Kolumne Annika Menzel
Von der PS5 entlaufen: Kostet Stray die neue Switch-Version alle sieben Leben?
Quelle: Annapurna Interactive, Bildmontage: PC Games

Eines der Spiele mit dem größten "Aww"-Faktor der letzten Jahre gibt's nun auch für die Switch. Redakteurin Anni erklärt, warum der Port eine gute Entscheidung war.

Und schon wieder ein neuer Port für Nintendo Switch. Dabei habe ich doch gerade erst den Polizeialltag in Brighton unter die Lupe genommen ... na ja, entgehen lassen möchte ich mir das aber trotzdem nicht.

Es geht schließlich nicht um irgendein Spiel, sondern um einen zunächst PS5- und PC-exklusiven Titel. Mittlerweile geistert die süße Katze aus Stray (jetzt kaufen 9,98 € ) aber auch auf Xbox herum und hat nun sogar ihren Weg auf die Switch gefunden.

Falls ihr bei diesen Worten die Ohren spitzt, wie ich es damals tat, als ich von dem Port hörte, kann ich direkt Entwarnung geben: Das Kätzchen hat den Umzug in ihr neues Zuhause gut überstanden und dabei höchstens eines ihrer Leben verloren - ganz ohne Abstriche geht es eben doch nicht.

Gravitationsforscher am Werk

Aber keine Sorge, bei der Erstellung dieses Artikels wurden keine Tiere verletzt. Im Gegenteil, es ging eher dem Menschen an den Kragen: Mir kamen beinahe die Tränen, als ich den dramatischen Anfang des Spiels nun zum zweiten Mal mitansehen musste.

Die Katze aus Stray auf alten Rohren Quelle: Annapurna Interactive Schließlich wird die Katze von ihren flauschigen Freunden getrennt und landet in einer völlig fremden Umgebung, in der sie sich nun allein zurechtfinden muss. An die komischen Blechhaufen, die sie zunächst für ein gefährliches Wesen halten, muss sie sich auch erstmal gewöhnen.

Und bei all dem, was es dort zu entdecken und von Regalen oder Häuserdächern zu schubsen gibt, vergaß ich den Kummer schnell wieder. Vor allem war ich sehr erleichtert, als ich nach einiger Zeit sagen konnte: Das Spiel läuft. Gadse sei Dank.

Ja, an manchen Stellen kommt Stray auf der Switch ins Ruckeln, da hilft dann auch die wendige Eleganz der majestätischen Tiere nicht mehr weiter. Insgesamt funktioniert es aber überraschend gut und reiht sich definitiv nicht bei den Technikdesastern der aktuellen Nintendo-Konsolengeneration ein.

Nintendogs + Strays

Das hätte bei einem Port von einem ursprünglich für PC und PlayStation gemachten Spiel auch ganz anders aussehen beziehungsweise sich anfühlen können. Ein bisschen mehr Fellpflege hätte dem Streuner allerdings gutgetan, allzu sauber sieht er auf der Switch nämlich nicht aus.

Ich rede aber nicht von katastrophaler Grafik wie bei anderen, sogar konsolenexklusiven Spielen, deren mehr als bekannten Namen ich an dieser Stelle nicht nennen möchte. Den Wow-Effekt, den Stray damals auf der PS5 auf mich hatte, kann es beim Port allerdings leider nicht bieten.

Und das ist auch in Ordnung so, schließlich wissen wir alle um die limitierte Technik, die in der Nintendo-Konsole steckt. Das Thema hat sich dann hoffentlich bald erledigt, wenn endlich der Nachfolger vor der Tür stehen sollte.

Vor allem kurz vor Weihnachten fiel mir also ein Stein vom Herzen, niemandem ins Gewissen reden oder die Hoffnung auf ein schönes Geschenk zerstören zu müssen. Auf der PS5 ist Stray zwar viel hübscher und daher auch die schönere Spielerfahrung, der Port ist vor allem im Hinblick auf die technischen Möglichkeiten aber eine solide Umsetzung.

Orange cat behavior

Solltet ihr noch nicht selbst als flauschige kleine Katze herumgetollt sein oder womöglich gerade zum ersten Mal von dem Spiel hören: Ehm, nicht böse gemeint, aber habt ihr die letzten Jahre ebenfalls einen unfreiwilligen Ausflug in eine postapokalyptische Welt gemacht?

Gut, wahrscheinlich funktioniert nicht jedes Gehirn nach dem Schema "Sehe süßes Tier, drücke auf Start". Lohnt sich hier aber! Zumindest dann, wenn ihr kein Problem damit habt, einen Walking Simulator als Katze zu erleben.

Das Gameplay ist insgesamt schlicht gehalten. Ihr könnt zwar mit vielem in der Spielwelt interagieren, über ein wenig Schabernack geht das allerdings nicht hinaus. Das ist besonders deshalb schade, weil die Hauptkatze sehr realistisch animiert ist und den Eindruck macht, als könnte sie jeden Moment aus dem Bildschirm und direkt auf den eigenen Schoß hüpfen.

Ein Wort der Warnung, falls ihr selbst mal eine Katze hattet, die leider nicht mehr unter uns weilt: Das Tierchen hat damals auf der PS5 einen so realistischen Eindruck auf mich gemacht, dass ich - trotz anderer Fellfarbe - oft an mein Kindheitskätzchen denken musste. Ein wenig Herzschmerz ist daher also inklusive.

Die Roboter-Oma redet mit der Katze aus Stray Quelle: Annapurna Interactive Auf der Switch konnte ich mit weniger emotionalem Ballast spielen, da die Katze zwar immer noch sehr niedlich, durch die heruntergeschraubte Grafik aber nicht mehr ganz so täuschend echt aussah. Wer hätte gedacht, dass die schwächere Technik doch mal zu etwas gut sein könnte.

Aber genug auf die Tränendüse gedrückt. Die Switch-Version von Stray kann zwar nicht mit den stärkeren Plattformen mithalten, ist aber dennoch eine gelungene Umsetzung geworden.

Als Geschenk für Katzenfreunde, die bisher noch nicht in den Genuss gekommen sind, kommt sie also allemal infrage. Und wenn wir schon beim Thema sind: Bitte verschenkt, sofern nicht ausdrücklich gewünscht und besprochen, keine Tiere zu Weihnachten. Virtuelle Katzen sind natürlich ok, egal auf welcher Konsole, und werden die Augen fast genauso hell zum Strahlen bringen.

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