Von Star Wars 1313 zu Star Wars Outlaws - Der steinige Weg zu einem Unterwelt-Abenteuer
Special
Auf dem Weg zu einem Unterwelt-Abenteuer wie Star Wars Outlaws gab es viele Rückschläge für Fans. Wir blicken auf die schwere Reise seit Star Wars 1313.
Gerade erst wurde mit Star Wars: Bounty Hunter ein mehr als 20 Jahre alter Klassiker neu veröffentlicht, in dem der Spieler in die Rolle des Kopfgeldjägers Jango Fett schlüpft. Thematisch passt das natürlich bestens zum bevorstehenden Release von Star Wars Outlaws. Beide Spiele beschäftigen sich mit der zwielichtigen Welt des kriminellen Untergrunds von Star Wars. Erstaunlich ist jedoch, dass dieser Bereich des beliebten Universums abgesehen von den beiden genannten Titeln kaum in Videospielen genutzt wurde. Und dass, obwohl Charaktere wie Han Solo und Boba Fett sich einer großen Popularität erfreuen. Zum Teil liegt das auch daran, dass in den letzten Jahren vielversprechende Projekte eingestellt wurden, die sich an die Thematik trauen wollten. Wir möchten in diesem Special mal zurückblicken, welche Rückschläge die Fans auf dem Weg zu Star Wars: Outlaws einstecken mussten.
Star Wars 1313 - Opfer der Übernahme
Wir beginnen vor zwölf Jahren, als LucasArts auf der E3 2012 mit der Präsentation eines neuen Star-Wars-Spiels für zahlreiche offene Münder gesorgt hatte. Die ersten Szenen von Star Wars 1313 begeisterten damals zunächst vor allem durch eine sensationelle Grafikqualität. Um das in der Unreal Engine entwickelte Spiel in seiner bestmöglichen Pracht zu entwickeln, hatten sich die Macher von LucasArts die passende Unterstützung von den hauseigenen Spezialisten von Industrial, Light & Magic, Lucasfilm Animation und Skywalker Sound geholt.
Die inhaltliche Ausrichtung des Spiels hatte sich während der Entwicklung seit 2009 immer wieder verändert. George Lucas selbst schlug schließlich vor, dass das Spiel als Ableger zur damals geplanten Live-Action-Serie Star Wars: Underworld fungieren könne. Es war auch Meister Lucas, der schließlich darauf bestand, dass der Protagonist des Spiels ein junger Boba Fett sein soll.
Quelle: LucasArts
Davon erfuhr die Öffentlichkeit während der Präsentation auf der E3 allerdings noch nichts, da die dort gezeigte Demo noch auf einen anderen Helden zugeschnitten war. Zu dem Zeitpunkt war lediglich bekannt, dass es ein Abenteuer abseits von Jedi und Machtkräften in der kriminellen Unterwelt werden sollte. Schauplatz sollte vor allem die namensgebende Ebene 1313 im Untergrund des Stadtplaneten Coruscant sein.
Noch im selben Jahr wie die spektakuläre E3-Enthüllung begann aber auch der Untergang des Projekts. Am 30. Oktober 2012 wurde bekannt gegeben, dass der Disney-Konzern Lucasfilm mit allen zugehören Lizenzen und Tochterfirmen wie LucasArts übernimmt. Die Entwicklung des Spiels ging im Limbo noch einige Zeit weiter, bevor am 03. April 2013 LucasArts geschlossen, alle Entwickler entlassen und alle laufenden Projekte eingestellt wurden. Einige Zeit schürten Aussagen von Lucasfilm zwar noch die Hoffnung, dass Star Wars 1313 noch gerettet werden kann, aber nach über zehn Jahren brauchen wir darauf jetzt sicherlich auch nicht mehr zu warten.
Project Ragtag - Amy Hennings Star-Wars-Uncharted
Nach der Schließung von LucasArts wurde die Entwicklung neuer Star-Wars-Spiele an externe Entwickler ausgelagert und ein auf Jahre gültiger Exklusivvertrag mit Electronic Arts geschlossen. Der Publisher gab daraufhin mehrere Spiele bei verschiedenen Studios in Auftrag - darunter auch eines bei Visceral Games, den Machern von Dead Space. Diese hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ein Piratenspiel mit offener Spielwelt in der Entwicklung. Das Konzept wurde übernommen, aber auf Star Wars übertragen.
Um dem Spiel auch eine packende Erzählung zu verpassen, wurde Uncharted-Schöpferin Amy Hennig verpflichtet. Die wollte jedoch kein Open-World-Spiel machen, sondern lieber ein lineares Abenteuer, wie sie es von Uncharted gewohnt war. Im Spiel sollte es ähnlich wie im Kinofilm Ocean's Eleven um einen groß angelegten Raubzug gehen. In dieser Phase erhielt das Spiel den Arbeitstitel Project Ragtag. Für die Entwicklung eines solchen ambitionierten Projekts war Visceral Games aber viel zu klein. Vor allem, da die Hälfte des Teams zu der Zeit noch mit Post-Release-Content von Battlefield: Hardline beschäftigt war.
