Von Pixeln zu Polygonen: Die dimensionale Entwicklung von Videospielen

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Von Pixeln zu Polygonen: Die dimensionale Entwicklung von Videospielen
Quelle: Sony

Um Videospiele in der heutigen visuellen Qualität bestaunen zu können, war einiges an Zeit und Entwicklung nötig. Wie die Entwicklung von eintönigen Pixelhaufen zu ansprechenden 3D-Welten vonstatten gegangen ist, lest ihr in diesem Special.

Gute Videospiele begeistern heutzutage meistens mit schönen, realistischen Welten und detailreichen Charakteren. Für deren Darstellung sind 3D-Modelle und -Karten mittlerweile unabdingbar.

Doch die Möglichkeit, Objekte in mehr als zwei Dimensionen darzustellen, bedurfte einige Zeit der technischen Entwicklung.

Als die Videospielindustrie noch in den Kinderschuhen steckte, waren die Möglichkeiten auf zweidimensionale Pixel beschränkt, die zu Figuren zusammengesetzt wurden.

Doch bereits in dieser Zeit war der Wunsch groß, möglichst realistische Spiele zu entwickeln. Also wurden häufig verschiedene Tricks genutzt, um die Pixel so zu programmieren, dass sie einen dreidimensionalen Raum simulieren.

Aller Anfang ist zweidimensional

In manchen Rennspielen wurden sie beispielsweise so angeordnet, dass sie in der Ferne immer enger zusammenlaufen, was dem Spieler das Gefühl geben soll, wirklich auf einer Rennstrecke zu sein. Von wirklichem 3D war das allerdings noch weit entfernt.

Mit dem Sprung von 8-bit auf 16-bit und schließlich auf 32-bit Konsolen erweiterten sich die technischen Möglichkeiten. Die ersten Entwickler fingen an, Polygone, also Vielecke, zur Erstellung ihrer 3D-Modelle zu verwenden.

Hierbei werden hauptsächlich dreieckige Formen genutzt, da diese für die Konsolen am einfachsten zu berechnen sind und viele andere Formen daraus gebildet werden können.

Die Entwicklung zu 3D

God of War  Quelle: Sony Kratos erscheint in den God-of-War-Spielen gestochen scharf. Dank vieler Polygone. Je größer die Anzahl der Polygone ist, aus der ein Objekt besteht, desto besser ist dessen grafische Darstellung und desto mehr Hardware-Leistung wird benötigt, um sie zu rendern.

Zum Vergleich: der Anfangsbereich in Super Mario 64 mit Peachs Schloss und dem umliegenden Gelände besteht aus insgesamt 871 Polygonen, während alleine Kratos aus God of War für die Playstation 4 aus ca. 80.000 von ihnen zusammengesetzt ist.

Die ersten 3D-Spiele, die mithilfe von Polygonen erstellt wurden, waren also längst nicht so realistisch wie der heutige Standard und wirken deswegen aus heutiger Sicht meist unschön und schlecht gealtert.

Spielen wie Final Fantasy 3 merkt man ihr Alter deutlich an, auch wie hier im Remake. Quelle: Square Enix Spielen wie Final Fantasy 3 merkt man ihr Alter deutlich an, auch wie hier im Remake. Für den damaligen Videospielmarkt waren Spiele wie das genannte Super Mario 64 oder auch Final Fantasy allerdings eine riesige Revolution, da es davor keine Games gab, die auch nur näherungsweise so nahe an die Realität heranreichten.

Jedoch gab es beim Sprung von 2D auf 3D auch ein Problem, welches verschiedene Spielereihen mal mehr, mal weniger gut gelöst haben. Nämlich das Anpassen des Gameplays an die neuen Möglichkeiten.

Für die Zelda-Reihe zum Beispiel war das kein großes Problem, da sie schon seit dem ersten Ableger auf dem NES eher für eine 3D-Engine ausgelegt war. Man konnte sich dort nämlich bereits in alle Himmelsrichtungen bewegen, allerdings nur über eine zweidimensionale Karte.

Der Wechsel zur Dreidimensionalität bot in diesem Fall also nur Positives, da so nicht nur das Gameplay verbessert wurde, sondern auch die Story deutlich realistischer und fesselnder gestaltet werden konnte. Das kann man an den großartigen ersten beiden 3D-Zelda-Teilen Ocarina of Time und Majora's Mask sehen kann.

Cutscenes wie in Metal Gear Solid profitieren von der Entwicklung zu 3D. Quelle: Konami Cutscenes wie in Metal Gear Solid profitieren von der Entwicklung zu 3D. Generell haben Spiele, bei denen die Story im Vordergrund steht, größtenteils Vorteile aus der Entwicklung gezogen. Diese konnten nun auch realistische Cutscenes integrieren, die deutlich cinematischer waren als bei den zweidimensionalen Vorgängern.

Spielereihen wie Sonic allerdings hatten es deutlich schwerer, auf den 3D-Zug aufzuspringen. Aufgrund des sehr schnellen Gameplays war ein Wechsel auf dreidimensionales Welten- und Leveldesign eine große Herausforderung.

Die meisten Versuche, den blauen Igel in die dritte Dimension zu holen, waren erfolglos, da die Entwickler es nicht schafften, die Grundessenz und den Charme der Spiele, fußend auf dem schnellen und actionreichen Gameplay, beizubehalten. Das spiegeln auch die Kritiken zu Spielen wie Sonic Unleashed und Sonic Forces wieder.

Nichtsdestotrotz hatte die Entwicklung hin zu 3D große Vorteile für die Videospielindustrie, vor allem wegen des nun größeren Spektrums an Möglichkeiten. Und jeder kann ja entscheiden, ob er lieber nostalgische 2D-Jump&Runs oder realistische Story-Welten erleben will.

Was kommt noch?

Mit wirklichem 4D hat 4D Boxing nichts zu tun. Quelle: Distinctive Software, Inc. Mit wirklichem 4D hat 4D Boxing nichts zu tun. Ist die Grenze dessen, was Spiele sein können, damit erreicht, und wenn nein, wie weit kann sich Gaming noch entwickeln? Erste Schritte zur Erweiterung der dritten Dimension wurden mit der Entwicklung von Virtual Reality bereits getätigt. Aber ist es möglich, dass in Zukunft vier- oder sogar noch mehr- dimensionale Spiel entwickelt werden?

Nein. Das Problem hierbei ist, das alles, was jenseits unserer drei Dimensionen liegt, für uns nicht greif- und verstehbar ist. Es ist also schwierig zu sagen, wie Gaming in der vierten Dimension funktionieren würde, da wir gar nicht wissen können, wie die vierte Dimension aussieht. Fragt uns in 1000 Jahren noch einmal, vielleicht hat sich der menschliche Verstand bis dahin entsprechend entwickelt.

Tatsächlich gab es aber schon Spiele, die damit warben, 4D darstellen zu können, zum Beispiel 4D-Autorennen oder 4D-Boxen. Und ihr kennt vielleicht diese virtuellen Achterbahnen in Spielhallen, bei denen sich der Sitz unter einem bewegt - laut den Herstellern 4D!

In diesen Fällen ist das aber nicht mehr als Werbung, da sich "4D" im Titel einfach verlockend anhört. Mit der wirklichen Darstellung der vierten Dimension hat das aber nicht freilich nichts zu tun.

Bleiben wir also lieber realistisch und konzentrieren uns auf 3D. Schlimm ist das nicht, da sich Gaming ja auch innerhalb dieses Korsetts ständig weiterentwickelt, nur halt auf andere Art und Weise, und wir uns somit hoffentlich nie daran sattsehen werden.

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