PCG-Geheimtipp der Woche: Eines der besten Story-Adventures, das unter die Haut geht

Special Vivien Ziermann
PCG-Geheimtipp der Woche: Eines der besten Story-Adventures, das unter die Haut geht
Quelle: Hidden Layer Games

Dieses atmosphärische Puzzle-Jump'n'Run mit einer wunderschönen Pixel-Art-Welt erzählt eine packende emotionale Geschichte über Verlust und Hoffnung, die unter die Haut geht.

Jeder, der schon einmal eine wirklich schwere Zeit in seinem Leben durchstehen oder große Verluste ertragen musste, weiß, welch tief sitzende Wunden daraus resultieren können. Wie sich Sorge und Trauer in unerträgliche Schmerzen oder gar monströse Ängste verwandeln können. Aber auch, wie sich Kleinigkeiten zu winzigen Hoffnungsschimmern entwickeln können und im besten Fall sich irgendwann alles zum Guten wendet.

Jeder Mensch hat seine eigene bewegende Geschichte, die sich in der individuellen Wahrnehmung eines jeden einzelnen unterschiedlich manifestiert. Genau diese, teils verstörende Schönheit greift das Puzzle-Jump'n'Run Inmost mit einer in jeder Hinsicht schrecklich schön gestalteten Pixel-Art-Welt auf. Als Spieler übernehme ich abwechselnd die Kontrolle über drei verschiedene Hauptcharaktere und erlebe ihre Sicht auf die Geschehnisse, die schließlich alle miteinander zusammenhängen.

Das Adventure trieft förmlich vor Metaphern, die die jeweiligen Ängste und Wahrnehmungen der verschiedenen Charaktere in groteske Gestalten verwandeln und damit perfekt in Szene setzen. Kombiniert mit kniffligen Umgebungsrätseln, herausfordernden Jump'n'Run-Einlagen und einem flüssigen Kampfsystem gehört Inmost zu den besten und bewegendsten Indie-Adventures, die ich je gespielt habe, und gehört damit in jede Spielebibliothek.

Geheimtipp der Woche

Neben all den großen Releases erscheinen fast jeden Tag bemerkenswerte Indie-Titel, die leider viel zu oft unter der Flut an Neuerscheinungen und dem Prestige der AAA-Spiele untergehen.

Das finden wir insgesamt recht schade und wollen unseren Beitrag dazu leisten, das zu ändern. Daher stellen wir euch hier jede Woche ein Spiel aus der Indie-Szene vor, das unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Dabei beschränken wir uns nicht auf Neuerscheinungen, sondern stellen euch persönliche Herzensprojekte vor. Wer regelmäßig vorbeischaut, findet hier jede Woche ein neues Highlight aus der Indie-Szene, mit unterschiedlichen Genres und Spielstilen. - Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Drei einzigartige Charaktere - eine verwobene Geschichte

Während der drei bis fünf Stunden langen Geschichte übernehme ich abwechselnd die Kontrolle über einen trauernden Mann, ein abenteuerlustiges Mädchen und einen stoischen Ritter und erlebe ihren jeweiligen Teil der Geschichte. Jeder der Charaktere spielt sich unterschiedlich und ist mit eigenen Gameplay-Elementen ausgestattet. So kämpft sich der Ritter mit seinem Schwert durch die Tiefen eines verfallenen Schlosses, während das Mädchen die Rätsel eines unheimlichen Hauses erforscht.

In Pixel-Optik gestalteter Holzsteg, der über Baumwipfeln schwebt. Auf dem Steg steht eine leuchtende Laterne. Quelle: Hidden Layer Games Die Geschichte von Inmost führt mich mit unterschiedlichen Charakteren durch eine abwechslungsreich gestaltete Pixel-Art-Welt. Durch den Charakterwechsel kommt nicht nur ein neuer Blickwinkel ins Spiel, sondern auch jede Menge Abwechslung, was Spielstil, Strategie und Mechanik angeht. Doch egal, ob actionreiche Passage oder atmosphärische Erkundung, ob herausfordernder Kampf oder knifflige Rätsel, eines bleibt allgegenwärtig: eine packende Geschichte, die mich berührt. Nicht umsonst wurde der Titel bei den Develop:Star Awards 2020 für die beste Erzählung nominiert.

Aus Spoilergründen kann und möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass in Inmost zahlreiche hochsensible Themen angesprochen werden. Neben großen Verlusten werden unter anderem Themen wie Alkoholismus, Kindesvernachlässigung und Suizid angesprochen, um nur einige aufzuzählen.

Liebevoll gestaltete Pixel-Art-Welt

Die verfallene Welt von Imost ist sowohl wunderschön als auch albtraumhaft zugleich. Die detaillierte Pixel-Welt beeindruckt mich in jedem Abschnitt mit einem wunderschönen oder gruseligen Design und verändert sich organisch mit jedem fortschreitenden Level.

Bildergalerie

Hinter jeder Ecke und in jedem Winkel warten Geheimnisse oder Gefahren darauf, entdeckt zu werden, Geheimgänge darauf, geöffnet zu werden - jedes Risiko und jede zusätzliche Erkundung werden dabei mit gut durchdachten Sammelgegenständen belohnt.

Jeder Pixel ist liebevoll gesetzt und trägt im Gesamtbild einen wichtigen Teil zur dichten Atmosphäre des Spiels bei. Dazu kommt ein herzergreifender Soundtrack, der bei den LT Game Awards 2019 den Preis für "Best Audio" gewonnen hat und die hervorragende Leistung der beiden Synchronsprecher Andrew Dennis (007: First Light, Anno 117: Pax Romana) und Cassandra Lee Morris (Final Fantasy 7 Rebirth, NieR: Reincarnation).

Düsteres Adventure, das an die Substanz geht

Auch wenn Inmost ohne Zweifel mit abwechslungsreichen und fesselnden Spielmechaniken und einer charmanten Pixel-Art-Welt inklusive gänsehaut-erzeugendem Soundtrack überzeugen kann, liegt die wahre Stärke des Spiels dennoch in der tiefgreifenden Geschichte. Die interaktive Erzählweise sorgt für ein besonders immersives Erlebnis, sodass ich mit den emotionalen Erlebnissen aller Protagonisten mitfühlen kann. Insbesondere der große Zusammenhang und die schlussendliche Auflösung bleiben mir bis heute im Gedächtnis.

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Wer nach einem Gute-Laune-Spiel sucht, wird mit Inmost nicht glücklich. Das Spiel beschäftigt sich mit ernsthaften emotionalen Themen und Schmerz. Abhängig von eigenen persönlichen Erfahrungen kann die Geschichte verstörend oder traurig wirken, je nach Ermessen des Spielers. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat dieser kleine Indie-Titel bei mir mehr Eindruck hinterlassen als so manches AAA-Spiel und gehört zu den Spieleerfahrungen, die ich niemals vergessen werde.

Inmost ist seit dem 21. August 2020 auf PC und Nintendo Switch verfügbar und wurde am 28. Oktober 2025 auch für iOS und Android veröffentlicht. Bei einer Spieldauer von drei bis fünf Stunden, je nachdem, ob man alle Collectibles einsammeln möchte, kann ich den Titel uneingeschränkt empfehlen. Die Geschichte von Inmost wird euch auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben.

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