Der US-Bundesstaat Louisiana verklagt Roblox. Die Spieleplattform soll Missbrauch und Grooming von Kindern begünstigen.
Roblox steht massiv unter Druck. Der US-Bundesstaat Louisiana hat offiziell Klage gegen den Betreiber der beliebten Spieleplattform eingereicht. Der Vorwurf ist nicht ohne, denn Roblox habe versäumt, Kinder ausreichend zu schützen. Damit sollen sie die "Verbreitung und Ermöglichung von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen" unterstützt haben. Generalstaatsanwältin Liz Murrill wirft dem Unternehmen vor, Profit über Sicherheit gestellt zu haben und "ein Umfeld geschaffen zu haben, in dem Kinderschänder gedeihen". Für Eltern weltweit ist das ein Schock, denn Roblox gehört mit über 100 Millionen täglich aktiven Spielern zu den meistgenutzten Plattformen der Gaming-Welt.
Louisiana erhebt schwere Vorwürfe
In der Klageschrift heißt es, Roblox habe "wissentlich die systematische sexuelle Ausbeutung und den Missbrauch von Kindern in den gesamten Vereinigten Staaten ermöglicht". Die Plattform sei überflutet von schädlichen Inhalten, weil das Unternehmen zu sehr auf Wachstum und Umsatz fixiert sei. Die Generalstaatsanwältin fordert Eltern eindringlich auf, die Gefahren ernst zu nehmen. Auch die bekannte YouTuberin Gnu äußerte sich zu Roblox.
Schon 2023 deckte eine Bloomberg-Recherche zahlreiche Fälle von Grooming und Missbrauch auf, bei denen über Roblox Kinder kontaktiert und missbraucht worden sein sollen. Auch ein Bericht der Analysefirma Hindenburg Research sprach von einer "X-rated Pedophile Hellscape".
Roblox wehrt sich gegen den Druck
Roblox wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, falsche Behauptungen klarstellen zu wollen. Man habe Jugendschutz-Einstellungen verschärft, Alterskennzeichnungen eingeführt und arbeite eng mit Polizei und Kinderschutzorganisationen zusammen. Zudem verweist das Unternehmen auf Altersverifikation und strengere Filter für Nutzer unter 13 Jahren. Ruhe erhält das Unternehmen nicht. Mit Chris Hansen, bekannt aus der Serie To Catch a Predator, hat sich nun ein prominenter Ermittler eingeschaltet. Hansen will zusammen mit Polizei, Opfern und Aktivisten die Vorwürfe prüfen. Seine Reichweite könnte den Fall zusätzlich verschärfen.
Roblox zählt laut eigenen Angaben derzeit 111 Millionen täglich aktive Nutzer, die täglich über sechs Milliarden Chatnachrichten austauschen. Ob das Unternehmen Eltern und Behörden überzeugen kann, genug gegen Missbrauch zu tun, bleibt abzuwarten. Was haltet ihr von Roblox? Schreibt es uns gern in die Kommentare.
Quellen: polygon, insider-gaming
