Solar Ash im Test mit Video: Per Speedrun durch die Galaxis - Stylische Highspeed-Action lässt Potenzial auf der Strecke
Test
Nach dem fantastischen Hyper Light Drifter versucht sich das Indie-Studio Heart Machine in seinem zweiten Spiel an einem ganz neuen Genre: Statt einer 2D-Liebeserklärung an Zelda liefert Solar Ash blitzschnelle Platformer-Action in einer atemberaubend schönen Sci-Fi-Welt. Im Test plus Video hat uns das Spiel mit toller Optik und flüssigem Movement in seinen Bann gezogen, sich aber auch immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt.
Mit dem fantastischen Hyper Light Drifter hat es das kleine Studio Heart Machine im Jahr 2016 geschafft, sich auf einen Schlag zum Indie-Darling zu mausern. Fünf Jahre später nun steht der zweite neongetränkte Weltraum-Trip in den Startlöchern:
Solar Ash lässt die pixeligen Zelda-Allüren seines geistigen Vorgängers links liegen und konzentriert sich stattdessen auf Highspeed-Platforming in einer abgefahrenen 3D-Welt.
Warum das einerseits toll funktioniert, das Spiel aber andererseits etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, klären wir im Test!
Ihr schlüpft in die Rolle der Voidrunnerin Rei, deren Heimatplanet droht, von einem gigantischen schwarzen Loch namens Ultravoid verschluckt und zermalmt zu werden.
Und der Schlüssel zur Rettung eurer Heimat befindet sich, wie sollte es anders sein, natürlich mitten in diesem schwarzen Loch: Ein Artefakt namens Sternensaat soll in der Lage sein, die Zeit zurückzudrehen und euren Planeten aus der Gravitation des Ultravoids zu stoßen.
In diesem Artikel
Smoothie aus dem Spielwelt-Mixer
Quelle: PC Games
Schon mit seinen ersten Szenen stellt Solar Ash klar: Hier gibt es jede Menge zu bestaunen!
Weil sich das schwarze Loch zuvor schon so manchen anderen Planeten einverleibt hat, erwartet euch in Solar Ash eine herrlich surreale, abwechslungsreiche und oft atemberaubend schöne Welt, die sich aus verschiedensten Biomen, Kulturen und Gebäuden zusammensetzt. Zusammengehalten wird das Ganze von einem Meer aus stabilen Wolken, auf dem ihr elegant herumsurfen könnt.
Gelegentlich setzt Solar Ash außerdem die verdrehte Schwerkraft im Ultravoid ein, um ein paar wirklich abgefahrene und beeindruckende Umgebungen auf den Bildschirm zu zaubern, von denen es aber noch viel mehr hätte geben dürfen. Trotzdem: Die Spielwelt ist ganz klar der Star von Solar Ash und herauszufinden, in welchen Sci-Fi-Fiebertraum es euch als Nächstes verschlägt, ist der größte Motivationsfaktor im Spiel!
Rausch der Farben
Quelle: PC Games
Die sparsam eingesetzten Gegner sind schnell erledigt, sie verlangen aber immerhin minimal unterschiedliche Strategien.
Die extrem stylische Optik von Solar Ash passt zu diesem Setting wie die Faust aufs Auge. Das Spiel kombiniert den bewusst schlichten, reduzierten Grafikstil eines Journey oder The Pathless mit der kräftigen, surrealen Farbgebung von Hyper Light Drifter.
Damit bleibt der Entwickler seiner optischen Linie treu und schickt euch wie im geistigen Vorgänger auf eine fast schon psychedelische Reise durch eine faszinierende Spielwelt. Und wo wir schon bei psychedelisch sind: Das exzellente Movement des Highspeed-Platformers sorgt zusätzlich dafür, dass ihr euch über weite Strecken wie in Trance durchs Spiel bewegt.
Hyper Light Surfer
Als Voidrunner habt ihr nämlich ein paar nützliche Tools zur Verfügung, mit denen ihr die schrägen Sprungpassagen bewältigt. Das wichtigste davon befindet sich an euren Füßen: Mit euren Inlineskates könnt ihr nicht nur auf Kanten entlanggrinden, sondern auch sonst mit einem Affenzahn durch die Gegend surfen.
Kombiniert mit Greifhaken, Doppelsprung und Boost ergibt sich daraus ein blitzschnelles, toll steuerbares und flüssiges Movement, dank dem ihr einfach nicht mehr stehenbleiben wollen werdet. Wegen des großzügigen Lock-ons für euren Nahkampfangriff haut ihr sogar die spärlich eingesetzten Gegner im vollen Lauf kaputt.
Die Aufgaben, die ihr in den nacheinander freigeschalteten Arealen absolviert, spielen diesem Movement außerdem sehr gelungen in die Karten: In jeder Zone müsst ihr ein Fragment, ein riesiges Monster aus Schleim und Knochen, bezwingen, um einen Knoten auf der Sternensaat zu aktivieren. Vorher müsst ihr aber alle kleineren Anomalien in der Umgebung auslöschen.
Und die gestalten sich stets als Hindernisparcours auf Zeit: Mit halsbrecherischen Manövern zerstört ihr die Nervenenden der Schleimgebilde quasi im Vorbeifliegen, bevor sie ihren Schutzschild aufbauen und euch runterwerfen können. Die Zeitlimits sind dabei so knapp bemessen, dass ihr die Bewegungsmöglichkeiten eurer Spielfigur gut beherrschen müsst.
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