Tenchu-Klon oder eigenständiges Ninja-Epos?
Dieser Barbar ist unserer lautlosen Attacke hilflos ausgeliefert. Per Druck auf die Dreieck-Taste schicken wir ihn ins Jenseits!
BILD: PLAYZONE
Eines Morgens erwacht der letzte Asuka-Ninja Gou, genannt Krähe, aus einer tiefen Bewusstlosigkeit. Noch viel mehr als die höllischen Kopfschmerzen plagt ihn eine akute Amnesie, die sein Erinnerungsvermögen komplett lahm legt. Deshalb begibt er sich auf die Reise, um die magischen Steine der Erinnerung zu erlangen, die ihm Stück für Stück seine Vergangenheit offenbaren.
Diese sind allerdings im Besitz von drei um die Vorherrschaft im feudalen Japan streitenden Herrschern. Krähe muss also Aufträge aller Parteien annehmen und ausführen, um Hinweise auf den Verbleib jener Steine zu erhalten. Somit steht er zwischen den Fronten, was für ihn einen wahren Balanceakt um die Gunst aller drei Clan-Bosse bedeutet.
Je nachdem wie gut ihm die Herrscher gesinnt sind, genießt Krähe gewisse Vor- und Nachteile wie neues Equipment und Hilfe während der Missionen oder aber Anschläge auf seinen Unterschlupf, genauer gesagt seinen Garten. Der dient nicht nur als Trainingsfläche, sondern will auch vor Eindringlingen bewacht werden. Also müssen, wie im optionsreichen Missions-Editor auch, Fallen und Hindernisse aufgebaut werden, um Diebstahl und Anschlägen vorzubeugen.
Bei seinen nächtlichen Ausflügen auf feindliches Territorium bedient sich Krähe vieler typischer Ninja-Waffen und -Utensilien: Ob Wurfstern, Enterhaken oder Betäubungskugeln - es gibt hunderte Möglichkeiten, die Gegner loszuwerden. So kann er auch entscheiden, ob er die jeweilige Diebstahl-, Auftragsmord-, Transport- oder Erkundungsmission eher unerkannt-schleichend angeht oder wie ein Berserker durch die Levels rennt.
Trotz des schönen, atmosphärischen Story-Modus und der unzähligen, knackigen Missionen schafft es Shinobido nur mit aller Mühe, der Belanglosigkeit zu entgehen. Durch die teils unglaublich hakelige Steuerung vergeht einem schnell die Lust am Schleichen und man zieht es vor, sich der recht stupide agierenden Gegner auf weniger subtile Weise zu entledigen. Zudem sieht das Spiel leider viel zu unspektakulär aus, um nachhaltig zu beeindrucken, und hätte in seiner technischen Form sicher auch schon vor drei Jahren erscheinen können. Wirklich schade drum!
