Zu zweit darf man sich in vier
Spielmodi bekriegen.
Das hat sich der Roboter D-Tritus eigentlich ganz anders vorgestellt: Ursprünglich wollte er sich bei einem Ausflug mit dem Space-Motorrad nur mal kurz den ausschließlich von Robotern bevölkerten Schrottplaneten Scrapland näher anschauen. Dort angekommen, wird er jedoch prompt als Reporter engagiert und gerät zu allem Überfluss noch in den größten Kriminalfall, den die Galaxis je gesehen hat.
Knifflige Flugsequenzen
Scrapland ist eine gelungene Mischung aus actiongeladenen Flugsequenzen und abwechslungsreichen Action-Adventure-Abschnitten. Man erlebt die Story als eine Abfolge unzähliger Missionen. Neben den handlungsrelevanten Aufgaben gibt es eine Vielzahl von Bonusaufträgen, die man zu einem beliebigen Zeitpunkt erledigen kann. Man erhält dadurch die Baupläne für bessere Raumschiffmodelle, leistungsstärkere Motoren oder nützliche Upgrades für die Waffensysteme. Das Designen von Raumschiffen für verschiedene Missionszwecke ist absolut unerlässlich, um die teilweise ziemlich anspruchsvollen Rennen und Duelle überstehen zu können. Einzuschaltbares Zielsystem sorgt dafür, dass man selbst im größten Trubel die jeweiligen Missionsziele nicht aus den Augen verliert.
Ein Roboter für jeden Fall
In den Action-Adventure-Passagen steht die Fähigkeit von D-Tritus, sich in 15 verschiedene Roboter zu verwandeln, im Mittelpunkt. Jedes Modell hat andere Fähigkeiten, die man im Laufe des Spiels zumindest einmal braucht, um in der Story voranzukommen. Der Bürgermeister schläfert jeden mit seinen Reden ein, Boten erreichen schwebend besonders unzugängliche Orte, Beamte können die Zeit manipulieren und wie Vampire aussehende Banker ziehen jedem in Sekundenschnelle das Geld aus der Tasche. Letzteres brauchen Sie nicht zuletzt, um sich die notwendigen Raumschiffe, Waffen und Extras leisten zu können. Glücklicherweise gibt es in Scrap---land viele Möglichkeiten, um an das nötige Kleingeld zu kommen. Und wer über ein schnelles Schiff verfügt, dürfte auch kein Problem haben, jedes Wettrennen für sich zu entscheiden.
Große Welt und Nichts dahinter?
Als Schauplatz für D-Tritus' Abenteuer dient die größte Stadt auf dem Planeten Scrapland mit ihren verschiedenen Vierteln und Örtlichkeiten. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als stünde dem Spieler wie bei GTA eine riesige, lebendige Welt offen, in der es viel zu entdecken gibt. Bei näherer Betrachtung (und nach einer gewissen Spielzeit) offenbart sich leider, dass dem nicht ganz so ist. Die Spielwelt ist zwar groß, bietet aber praktisch keine versteckten Extras oder andere Gründe, um die teil--weise riesigen Stadtviertel und Levels intensiv zu durchforsten. Für eine ordentliche Langzeitmotivation ist dank der vie--len Nebenmissionen dennoch gesorgt. Zwischen 15 und 20 Stunden sollte man schon einrechnen, wenn man Scrapland komplett durchspielen möchte. Danach bietet ein Zweispieler-Modus mit vier Spielvarianten (Rennen, Deathmatch, Flag Hunt und One Flag) die Möglichkeit, sich noch etwas länger mit dem Titel zu beschäftigen.
Durchwachsene Optik
Was die Technik angeht, hat Scrapland leider mit offensichtlichen Problemen zu kämpfen. Sowohl im Adventure- als auch im Flugpart hat der Titel mit deutlichen, teilweise üblen Ruckelanfällen zu kämpfen. Dies wirkt sich vor allem bei den teilweise recht anspruchsvollen Flugmissionen negativ aus. Schade, denn sowohl die Innen- als auch die Außenlevels sehen streckenweise wirklich gut aus. Ebenfalls gelungen ist das abgedrehte Charakterdesign der Roboter, das sehr gut zur witzigen Story und lockeren Grundstimmung des Spiels passt. Während die Übersetzung aus dem Englischen ganz okay ist, kann man das über die Synchronisation der Charaktere nicht unbedingt sagen. Die Sprecher bringen ihre Texte größtenteils leider zu unmotiviert und eintönig rüber. Mit "eintönig" ist auch der elektronisch angehauchte Soundtrack des Spiels gut beschrieben. Wer nicht gerade auf diese Musik-richtung steht, den dürfte die Musikuntermalung nach ein paar Stunden nerven.
