Sylvester Stallone alias Rocky Balboa hat auch bei seinem zweiten Konsolenauftritt nichts an Schlagkraft verloren. Wie schon der erste Teil knüpft Rocky Legends thematisch an die weltbekannten Rocky-Filme an und erzählt diesmal die Vor-geschichte aller in den Leinwandklassikern vorkommender Kämpfer. So gibt es unter den über vierzig im Spiel enthaltenen Boxern namhafte Gesellen wie Ivan Drago, Apollo Creed und natürlich Rocky Balboa selbst. Gekämpft wird in 26 unterschiedlichen Arenen, einschließlich eines russischen Trainigscamps, eines Spielkasinos in Las Vegas und der Hafendocks von Philadelphia. Liebhaber der fünf Rocky-Filme erkennen sofort, dass es sich dabei teilweise um Original-Schauplätze handelt. Insgesamt bietet Rocky Legends sechs Boxstile, was dem Spieler eine Vielfalt an Schlagkombinationen eröffnet. Die Muskelpakete beharken sich in sechs Spiel-Modi, darunter Karriere, Schaukampf, Ko-Turnier, Überlebens-Modus, Training und Übungs-Modus. Vie-derle Extras wie freischaltbare Boxer, Kampf-Arenen oder Trainingsmethoden lassen sich erst gegen Bares freischalten, das man sich in den diversen Spielvarianten mühsam verdient hat. Die obligatorischen Mehrspieler-Modi, bei denen bis zu 16 Gamepad-Boxer um den Titel kämpfen können, gibt es natürlich auch. Ein Online-Modus gehört leider nicht zur ansonsten guten Ausstattung des Titels.
Vom Amateur zum Profi
Die größte Langzeitmotivation bietet mit Sicherheit der Karriere-Modus. Hier wählt man seinen favorisierten Faustkämpfer aus und versucht ihn bis an die Spitze der Weltrangliste zu führen. Man beginnt als Straßenkämpfer Rocky oder Gefängnishaudegen Clubber Lang auf Weltranglistenplatz 25, prügelt sich Schritt für Schritt zum Profiboxer hoch und streicht diverse Preisgelder ein. Bevor man jedoch in den Box-Olymp aufsteigt, muss man sich erst einmal in der Box-Szene einen Namen machen. Das geht natürlich nicht ohne die richtige körperliche Verfassung. Zwischen den Kämpfen trainiert man in einem virtuellen Fitnessstudio und absolviert Klimmzüge, Sit-ups und diverse andere Trainingseinheiten. Dadurch lassen sich die Statuswerte des angehenden Champs erhöhen. Bei den Trainingsmethoden kommt es meist darauf an, mit gut getimten Tastenkombinationen seinen Rhythmus zu finden und sich möglichst viele Punkte zu erschwitzen. Das verbessert nicht nur die körperliche Physik, sondern lässt auch Schlagkombinationen im Kampf leichter von der Hand gehen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, nach einem K.-o.-Schlag weiterkämpfen zu können.
Rocky Forever!
Rocky Legends bietet Faustkampf-Liebhabern ein gewaltiges Repertoire an Kämpfern und Spielvarianten. Dazu kommt noch die hervorragende Atmosphäre. Spätestens wenn das erregte Publikum die Boxer mit leeren Bierdosen bewirft oder mit gellenden Pfiffen den Kampf begleitet, kommt richtig Stimmung auf. Zahlreiche Extras wie Boxer-Biografien, die Trailer zu den Rocky-Filmen und die Möglichkeit, abgespeicherte Replays anzuschauen, versüßen Ihnen zusätzlich die virtuelle Boxer---karriere. Die Steuerung ist gut durchdacht und zudem mit der Belegung "Taste = Punch" im Vergleich zum deutlich komplexeren Fight Night 2004 von EA sehr klassisch. Mit der linken Schultertaste verteidigt man, mit der rechten variiert man seine Schläge, was aber nicht immer einfach ist und häufig in Knopfgedresche endet. Erfreulicherweise gibt es aber im Optionsmenü acht vorkonfigurierte Gamepad-Belegungen, unter denen man mit Sicherheit etwas Passendes findet. Sogar verspotten kann man den Gegner, was diesem aber die Zeit gibt, einen Gegenangriff zu starten. Lediglich die Texturen und die Bewegungsanimationen hätten etwas Feinschliff vertragen können.
