Wie ganz kleines Tennis ein ganz großes Spiel sein kann!
Besonders lange Ballwechsel lassen den Puls nach oben schnellen.
BILD: XBOX-ZONE
Ein Tischtennisspiel von Rockstar Games und das auch noch exklusiv für die Xbox 360? Nicht wenige Leser dieser Nachricht dachten Anfang März verständlicherweise schnell an einen verfrühten Aprilscherz. Doch schnell wurde klar, dass die ersten vorgestellten Screenshots viel zu echt für einen Witz aussahen und nervöse Anrufe beim Hersteller sorgten ebenfalls für Gewissheit - das Spiel kommt wirklich.
Bereits im April durften wir bei Take 2 in München vorbeischauen und ein kleines Redakteurs-Turnier spielen. Zwar flog ich im Halbfinale und Wolfgang im Finale raus, doch am hervorragenden Eindruck änderte dies nichts. Wir wollten sofort eine eigene Version und jetzt endlich ist sie da und zum Test freigegeben. Eigentlich ein Grund zur Freude für mich, denken Sie jetzt bestimmt.
Prinzipiell stimmt das auch, doch wenn selbst gestandene Chefredakteure von PC-Magazinen sich ob des Spiels endlich eine Xbox 360 kaufen wollen und die Testkonsole samt Spiel tagelang von einer Menschentraube umgeben ist, dann wird ein Test zur Qual, so viel kann ich Ihnen versichern. Wirkliche Freude kommt auf, wenn man sich das Gerät dann mit nach Hause nehmen kann, um dem Spiel auch im Solo-Modus auf den Zahn fühlen zu können.
Einmal anfangen, nie mehr aufhören
Diesen laschen Ball wird Kumi gleich mit Schmackes zurückpfeffern.
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Rockstars Tischtennis ist das Paradebeispiel eines fesselnden Videospiels. Bereits nach wenigen Minuten hat man die Steuerung kapiert und nach spätestens einer halben Stunde schmettert man den Ball mit ordentlich Pfeffer über den virtuellen Tisch und liefert sich pfeilschnelle und spannende Duelle mit seinen Gegnern. Kein Wunder, eine noch simplere Steuerung hat höchstens Virtua Tennis. Die vier farbigen Buttons sind die Aktionstasten - A ist der Topspin, X der Linksspin, Y der Backspin und B der Rechtsspin.
Mehr braucht es anfangs gar nicht, um mit dem richtigen Timing Punkte zu machen. Am oberen Bildschirmrand baut sich stetig eine Leiste auf, die den Fokus-Modus ermöglicht. Ein Druck auf den rechten Schulterknopf und schon konzentriert sich Ihr Spieler (in Zeitlupe) ganz besonders auf den Schlag und gibt ihm noch mehr Spin und Kraft mit auf den Weg. Klingt abgedrehter, als es im Spiel letztlich aussieht, und erweist sich gerne als letzte Rettung, um so gerade eben noch an einen Ball zu kommen.
Alternativ entlädt sich die Leiste auch im normalen Spiel, das dadurch wirklich abartig schnell wird und für schwitzige Hände sorgt. Das war's eigentlich auch schon, mehr gibt es zum reinen Gameplay nicht zu sagen. Und dennoch wird dieses Spiel auch nach etlichen Matches nicht langweilig - zumindest nicht mit mensch-lichen Gegnern.
Wenn er tot ist, ist er tot...
Der Franzose Luc ist ein unangenehmer Gegner - nicht nur wegen seines Aussehens.
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Der Solopart krankt nicht nur an extremer Modus-Armut, sondern muss logischerweise auch ohne die Schadenfreude auskommen, die sich bei Matches mit realen Spielern immer wieder breit macht. Gegen den Computer macht Tischtennis zwar mehr Spaß als die Tenniskonkurrenz Top Spin 2, doch für die große Begeisterung müssen echte Gegner her. Hat man einen solchen parat, sollte man aber bei der Charakterwahl fein aufpassen.
Besonders der Schwede ist extrem stark und von einem fairen Match kann hier nur gesprochen werden, wenn beide den gleichen Charakter auswählen. Gelegentlich ärgert man sich dann noch über die bisweilen etwas träge Fußarbeit seines Spielers oder fragt sich, warum ausnahmslos alle Tischtennis-Cracks dermaßen unsympathisch aussehen müssen. Auch hier ist der Schwede übrigens die klare Nummer eins und unterbietet auf der Sympathieskala glatt seinen Landsmann Dolph Lundgren in Rocky IV!
Am hervorragenden Gameplay ändern diese Macken aber rein gar nichts und dass der Titel auch noch unverschämt gut aussieht, können Sie anhand der Screenshots ja sehr gut selbst erkennen. Die Güte der Animationen können Sie im Testvideo auf unserer DVD genauer unter die Lupe nehmen.
