Von Riot Game zu Riot Games: Großes Special zum Identitätswandel der LoL-Macher
Special
Wir wollen in diesem großen Special beleuchten, wie Riot Games von einem Entwickler mit gerade mal einem Spiel zu einer Marke heranreifen konnte, die mittlerweile eine Vielzahl an Comics, Spielen und Geschichten umfasst.
Riot Games (kurz Riot) ist kein neuer Name in der Spieleszene. Im September 2006 wurde die Firma von zwei Wirtschaftsstudenten aus Kalifornien ins Leben gerufen. Die Gründer Brandon Beck und Marc Merrill hatten an einigen aktuellen Spielen etwas auszusetzen. Viele Entwickler würden den Fokus ihrer Spiele aus den Augen verlieren, und vergessen, was an ihren Spielen Spaß macht. Gerade die Monetarisierung von Spielen sei ein großes Problem. Das wollten diese zwei Herren ändern und gründeten deshalb ihr eigenes Entwicklerstudio. Aktuell ist Riot Games einer der erfolgreichsten Spieleentwickler auf der Welt. Eine Entwicklung, die sich sicherlich keiner der beiden so erträumt hat.
Das Kuriose: Bis 2013 war League of Legends (LoL) das einzige Spiel, das sie veröffentlichten. Und über das Datum kann man sicherlich sogar noch streiten, da 2013 lediglich ein Browser-Game erschien. Erst 2019 kam ein erstes unabhängiges Spiel in Form von Teamfight Tactics heraus. Für eine lange Zeit der Firmengeschichte war Riot also als echtes one-trick-pony unterwegs. Eine Sache, die sich gerade in den letzten Jahren drastisch geändert hat.
Quelle: Airship Syndicate/Riot Forge
League of Legends - Am Anfang stand das MOBA
2008 kündigten Riot ihr erstes offizielles Spiel mit dem Namen League of Legends: Clash of Fates an, das dann im Folgejahr erschien. League of Legends ist ein MOBA-Titel (MOBA steht kurz für Multiplayer Online Battle Arena), in dem zwei Teams aus fünf Spielern gegeneinander antreten. Das Ziel des Spiels ist, das gegnerische Hauptgebäude - den Nexus - zu zerstören. Dabei stellen sich uns Türme, Monster und eben die gegnerischen Spieler entgegen. Mit den mittlerweile über 160 spielbaren Champions haben wir eine große Auswahl an Rollen und Spielstilen. Um unseren Charakter stetig zu verbessern, sammeln wir Erfahrung und Gold, mit denen wir Gegenstände kaufen können, die das Spiel massiv beeinflussen. Im Verlauf des Spiels wird unser Charakter so immer stärker.
Ein Hauptgrund für den weltweiten Erfolg dieses Spiels ist neben dem beliebten Spielprinzip auch die Zugänglichkeit. So ist das Spiel prinzipiell kostenlos und hat sehr geringe Hardware-Anforderungen. Trotz dieser technischen Einfachheit ist LoL ein mechanisch sehr anspruchsvolles Spiel. Neue Spieler werden mit dutzenden Mechaniken bombardiert. Wer vorher noch keine MOBA-Erfahrung hatte, der wird gerade anfangs ein paar sehr frustrierende Stunden erleben.
Quelle: Riot Games
Etwas, was schon sehr früh von Riot angedacht wurde, war die Idee, League of Legends auch langfristig im E-Sport zu etablieren. Dabei hatte League auch mit einer großen Konkurrenz zu kämpfen, da zu dem Zeitpunkt viele unterschiedliche MOBA-Titel auf dem Markt zur Verfügung standen. Spiele wie DotA und Heroes of Newerth dominierten zu diesem Zeitpunkt die MOBA-Szene. In den folgenden Jahren wurde dann vor allem DotA 2 zum größten Konkurrenten von LoL. DotA 2 ist deutlich komplexer, während LoL für ein MOBA-Spiel als relativ einsteigerfreundlich gilt.
Dennoch schaffte es Riot Games, ihr MOBA erfolgreich im Wettbewerb zu etablieren. Von Jahr zu Jahr wurden die Veranstaltungen größer, die Preisgelder stiegen und die Aufmerksamkeit wuchs. Heutzutage gibt es 12 internationale Ligen, die offiziell unterstützt werden. Und der Hype scheint einfach nicht abzureißen. Noch immer sind die LoL-Weltmeisterschaften eine der meistgeschauten Veranstaltungen auf Online-Streamingdiensten, wie z.B. Twitch und YouTube. Zu diesem internationalen Erfolg haben auch die aufwendig produzierten Videos zu jeder Weltmeisterschaft beigetragen. Hier werden die antretenden Spieler vorgestellt, meist unterlegt mit einem Song von einer bekannten Band oder einem Solomusiker.
