Der Driftspaß feiert endlich seine Microsoft-Premiere!
Der Kampf um Platz 1 ist auf der Xbox 360 genauso fesselnd wie früher.
Halsbrecherisches Driften auf wunderschönen, anspruchsvollen Bergstrecken, unkomplizierte Steuerung und ein moderat ansteigender Schwierigkeitsgrad waren seit jeher die Markenzeichen der Rennspielreihe Ridge Racer. Einsteigen und wohl fühlen lautete das Motto der Arcadeumsetzung.
Ein weiteres besonderes Merkmal von Ridge Racer war, dass zu einer Markteinführung einer neuen Sony-Plattform immer ein neuer Teil erhältlich war. Auf der Xbox glänzte die Serie durch Abwesenheit - bis, richtig geraten!, zum Start von Microsofts Xbox-Nachfolger.
Irgendwie oldschool
Spielhallenveteranen werden sich nach dem Einstieg ins RR6-Cockpit sofort heimisch fühlen, schließlich hat sich seit der ersten Automaten-Version im Jahr 1993 in spielerischer Hinsicht kaum etwas geändert. Okay, mit der letzten Version für Sonys PSP ist der Nitro dazugekommen, abgesehen davon driften Sie aber wie eh und je durch die vielen Bergstrecken, die für den aktuellen Teil ausnahmslos neu designt wurden.
Darin liegt auch ein wenig die Krux: Was im Jahr 1993 neuen Glanz ins Rennspielgenre brachte, wirkt 2005 etwas angestaubt. Namco verzichtete (bewusst?) auf die spielerische Überarbeitung der Reihe und bietet das, was immer gut funktioniert hat. Auch Ridge Racer 6 überzeugt durch seine Zugänglichkeit und Unbeschwertheit. Ob das im Zeit-alter von Burnout Revenge oder Midnight Club 3 noch ausreicht, muss jeder Spieler letztendlich selbst entscheiden.
Lange Welttournee
Die Rempeleien in der Kurve kosten mächtig viel Zeit.
Genretypisch beweisen Sie Ihr Können in Einzelrennen, Zeitfahren und Mehrspielermodi. Zentrum des Spiels ist aber die Welterforschung. Hier müssen Sie mehrere Rennen als Erster beenden, um sich in dem Netz aus verschiedenen Wettbewerben bis in die letzte Zone vorzuarbeiten. Was in Zone 1 noch relativ gemächlich und problemlos vonstatten geht, wird in Zone 4 zur echten Herausforderung.
Wer wirklich alle Rennen siegreich beenden will, kann sich auf mindestens 40 Stunden Driftspaß einstellen. Falls Ihnen die Welttour zu wenig Spannung bietet, treten Sie am besten online gegen menschliche Fahrer an, denn der integrierte Splitscreen-Modus ist nur für ein Spiel zwischendurch gut - das teilweise heftige Ruckeln trübt den Spaß doch sehr.
Technisch macht das Spiel einen soliden Eindruck. Zwar wirken die Strecken insgesamt etwas steril, spätestens bei der serientypischen Musik fühlen sich Veteranen jedoch pudelwohl. Wem die Musik nicht zusagt, der kann auch Tracks von der Festplatte oder dem iPod als Untermalung zuschalten.
