Project: Snowblind

Test

Oft wird die Umgebung während eines Kampfes in Mitleidenschaft gezogen. Oft wird die Umgebung während eines Kampfes in Mitleidenschaft gezogen. Actionreich
Kein guter Ego-Shooter ohne coole Waffen! Und auch in diesem Punkt erweist sich Project: Snowblind als wahre Fundgrube für Ballerfans. Schießprügel wie Sturmgewehr, Raketenwerfer oder Sniper-Rifle sind nichts Besonderes. Auf dem Weg zum Finale stolpern Sie über zahlreiche ausgefallene Waffen, die vor allen Dingen eins bereiten: Spaß! Die H.E.R.F.-Gun brutzelt Gegner mit starken Energiestößen oder verschießt Energiekugeln, die Gegner in einem Umkreis von ein paar Metern unter Strom setzen. Die Flechette-Kanone dagegen perforiert Ihre Feinde regelrecht. Noch interessanter ist aber der zweite Feuermodus dieser futuristischen Waffe. Damit schicken Sie kleine Dronen auf den Weg, die sich von selbst auf die Suche nach einem Gegner machen und diesen fachgerecht zerlegen. Darüber hinaus befinden sich in Ihrem Rucksack meist zahlreiche Granaten, die den Handfeuerwaffen in Sachen Abwechslungsreichtum in nichts nachstehen. Blendgranaten, Gasgranaten, kleine Spinnenroboter, die Gegner attackieren, oder mobile Schildgeneratoren lassen viel Raum für Experimente. Etwas makaber ausgedrückt: Aufgrund der Waffenvielfalt stirbt in diesem Spiel kein Gegner wie der andere.

Besser als Killzone?
Ganz schön starker Tobak, dieses Spiel - ist Killzone also schon wieder entthront? Mitnichten, denn ganz ohne Makel ist auch Project: Snowblind nicht. Sicher, die Technik ist absolut beeindruckend und blitzsauber, in puncto Präsentation, Stil und Atmosphäre hält sich der Staun-Faktor aber in Grenzen. Nach einem starken Beginn flacht die Story zusehends ab und vermag zu keinem Zeitpunkt mehr so richtig zu fesseln. Blasse Charaktere ohne Charme oder Persönlichkeit tragen ebenfalls nicht gerade zur Steigerung der Atmosphäre bei. Im Direktvergleich mit Killzone wirkt Project: Snowblind diesbezüglich fast schon billig und trashig. So gesehen erinnert das Spiel ein wenig an Red Faction II, das ebenfalls in erster Linie durch coole Ideen und spaßiges Leveldesign überzeugte. Und jetzt raten Sie mal, was Project: Snowblind außer diesem Schwachpunkt noch mit dem Actionfeuerwerk von THQ gemeinsam hat. Richtig, es ist viel zu kurz. Nach sechs bis acht Stunden flimmern die Credits über den Bildschirm und hinterlassen einen faden Nachgeschmack. Gerade hat man sich warmgeschossen, da ist der ganze Spaß auch schon vorbei. Und während Red Faction II mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Endsequenzen diesen Malus zumindest teilweise kompensieren konnte, bietet Project: Snowblind zwar die vielseitigsten Levels, die man derzeit auf der PlayStation 2 zu sehen bekommen kann, motiviert ansonsten aber kaum zum erneuten Spielen. Ganz anders der Mehrspieler-Modus, der neben Fahrzeugen auch ein ausgetüfteltes Charakter-Klassen-System zu bieten hat, das sich von anderen Genrevertretern abhebt. Wer also kein Problem damit hat, ein und dasselbe Spiel mehrmals durchzuzocken, um immer neue Wege, Verstecke und Tricks zu finden, der wird an dem Eidos-Shooter auf jeden Fall viel Spaß haben. Wer jedoch Atmosphäre, Stil und mehr als nur einen langen Abend Einzelspieler-Spaß verlangt, ist mit Killzone definitiv besser beraten.

Wertung zu Project: Snowblind (PS2)

Wertung:

88 /10
Fazit

Äußerst innovativer und technisch beeindruckender Shooter. Nur der geringe Umfang drückt die Wertung.

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