Prince of Persia: Warrior Within

Test Wolfgang Fischer

Der Prinz ist zurück - und dieses Mal ist er ziemlich übel gelaunt!

Prince of Persia: Warrior Within Knapp 13 Jahre hat es gedauert, bis der ehemalige Kulthit Prince of Persia letztes Jahr endlich einen adäquaten 3D-Nachfolger spendiert bekam. Jetzt, gerade mal ein Jahr später, erscheint bereits der nächste Teil der Prinzen-Saga. Wer jetzt jedoch denkt, es handle sich bei Prince of Persia: Warrior Within nur um einen lauwarmen Aufguss, kann beruhigt sein: Beim neuesten Ubisoft-Knüller hat sich nämlich einiges getan ...

Der nette Prinz war einmal

Der größte Unterschied zum grandiosen Vorgänger ist die Aufmachung. Statt farbenfroher Umgebungen mit idyllischer Hintergrundmusik wird dieses Mal eine ziemlich düstere Atmosphäre -geboten: heruntergekommene Schlossbauten, dunkle Gänge, dreckige Kerker. Mit dem verträumten Tausendundeine-Nacht-Ambiente des Vorgängers hat Warrior Within kaum noch etwas gemein.

Dazu wird dem Spieler ständig knallharte Rockmusik serviert, die glänzend mit der neuen Optik harmoniert. Der Prinz passt sich der rauen Umgebung ebenfalls an: Die Gegner werden dermaßen mit Säbeln, Schwertern und Äxten bearbeitet, dass das Pixel-Blut (auf Wunsch auch abschaltbar) nur so spritzt! Bei besonders harten Attacken passiert es zudem regelmäßig, dass die Gegner mir nichts, dir nichts den Kopf verlieren oder kurzerhand in zwei Stücke geteilt werden.

Man könnte fast meinen, der kleine Prinz habe seit seinem letzten Abenteuer eine Metzgerlehre absolviert ... Warum die Entwickler so viel Wert auf ein derart blutiges Gemetzel legen, wissen wir zwar nicht genau, doch sicherlich haben die etwas enttäuschenden Verkaufszahlen des Vorgängers damit zu tun.

Die Verantwortlichen bei Ubisoft hoffen bestimmt, dass sich ein erwachsener wirkendes, blutigeres Prinzenabenteuer mit mehr als genügend Gewaltdarstellung besser verkauft. Wie dem auch sei, dem Spielspaß tut das neue Aussehen jedenfalls keinen Abbruch.

Nahezu perfekter Genre-Mix

Prince of Persia: Warrior Within Bei der Spielbarkeit gibt es dagegen weit weniger Veränderungen. Noch immer ist Prince of Persia ein hervorragender Mix aus reinrassigem Actionspiel mit vielen Kämpfen und herausforderndem Geschicklichkeitsspiel. Nur wer sich beim Meistern der unzähligen Fallen, Gruben und Abhänge genauso geschickt anstellt wie beim Zerpflücken der Feinde, hat eine Überlebenschance.

Glücklicherweise wurde an der beinahe perfekten, da sehr eingängigen Steuerung des Vorgängers festgehalten. Nur wenige Knöpfe werden benötigt, um mit dem mutigen Perser sämtliche Kletteraktionen auszuführen. So verwundert es auch nicht, dass man bereits nach wenigen Spielminuten mit der Steuerung vertraut ist und sich voll und ganz auf die verwinkelten Schauplätze konzentrieren kann.

Die Dungeons sind nicht nur sehr intelligent aufgebaut, sondern auch äußerst abwechslungsreich. Einzig die Tatsache, dass man einige (große und knifflige) Räume oft mehrmals meistern muss, nervt ab und an.

Tödlicher als jemals zuvor

Prince of Persia: Warrior Within Das Angriffsrepertoire des Helden hat unterdessen ordentlich zugelegt. Nicht nur, dass er neuerdings zwei Waffen gleichzeitig für seine todbringenden Attacken benutzen kann, er hat in seiner einjährigen Pause auch massig neue Combos gelernt. Dadurch gestalten sich die Kämpfe jetzt wesentlich abwechslungsreicher und fairer als noch im Vorgänger.

Ebenfalls neu ist, dass man bei Warrior Within wesentlich mehr Bosskämpfe absolviert. Die teilweise riesigen Widersacher sehen nicht nur imposant aus, sondern können auch nur mit einer entsprechenden Taktik besiegt werden.

Technisch ein einziger Traum

Auf technischer Seite holt der Titel enorm viel aus der Xbox raus. Sowohl die Figuren als auch die Umgebung sind detailliert ausgearbeitet und überzeugen mit hübschen Texturen. Daneben gibt es wieder fantastische Lichteffekte zu genießen, die dem Spiel seine einzigartige Atmosphäre verleihen.

Die Animationen des persischen Prinzen gehören zudem ohne Zweifel zum Besten, was auf Konsole jemals auf den Fernsehbildschirm geflimmert ist. Es ist einfach traumhaft anzusehen, wie der Held durch die Lüfte fliegt und akrobatische Höchstleistungen vollbringt. Da kann man dann auch getrost über die vereinzelten Ruckler hinwegsehen.

Bildergalerie

Wertung zu Prince of Persia: Warrior Within (XB)

Wertung:

92 /10
Fazit

Fantastischer Nachfolger des ohnehin schon überragenden Sands of Time. Brutal, aber sehr stimmig.

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