Zwei Prinzen, eine Stoy
Wie Fans durch diverse Vorschauberichte in PLAYZONE wissen dürften, kontrolliert man in The Two Thrones zwei Charaktere: den "guten" hellen und den rücksichtslosen dunklen Prinzen. Letzterer hat seinen ersten Auftritt, nachdem der Prinz Kaileenas Entführer im Palast gestellt hat und durch den Sand der Zeit entscheidend verändert wurde.
An vorgegebenen Stellen im Spiel verwandelt sich der Held dann selbst in ein fieses Sandmonster, das Gegner mit einer messerscharfen Kette in Sekundenschnelle in Einzelteile zerlegt. Diese übermenschliche Stärke hat aber auch ihren Preis: der dunkle Prinz ist auf die ständige Zufuhr von Zeitsand angewiesen, um zu überleben.
Glücklicherweise findet man diesen praktisch an jeder Ecke - bei erledigten Gegnern, in Kisten oder auch anderen zerstörbaren Objekten. Die oben erwähnte Kette hat aber nicht nur destruktive Eigenschaften, sie ermöglicht es dem dunklen Prinzen auch, ausgefallene akrobatische Tricks auszuführen. Auch die Speed Kills funktionieren etwas anders: Hier ist ist schnelles Hämmern auf die Dreiecktaste gefragt.
Die Rückverwandlung in den hellen Prinzen erfolgt dann durch den Kontakt mit Wasser - natürlich keinesfalls zufällig, sondern ebenfalls an festgelegten Stellen im Laufe des sehr linearen Abenteuers.
Auf Sand gebaut?
Natürlich spielt der vielseitige Sand der Zeit auch im dritten und vorerst letzten Teil der Serie eine wichtige Rolle. Im Laufe des Abenteuers lernt der Prinz neben dem oben angesprochenen Zurückdrehen der Zeit weitere wertvolle Tricks, um die immer anspruchsvoller werdenden Herausforderungen bestehen zu können.
Extrem nützlich beim Umgehen von Fallen ist der Zeitlupenmodus (siehe Extrakasten "Der Sand der Zeit"), ohne den viele spätere Aufgaben praktisch unlösbar sind. Nur in Kämpfen finden die Sandwinde und der Sandsturm Anwendung, mit denen mehrere Gegner auf einmal lahm gelegt werden können. Wie oft man den Zeitsand verwenden kann, hängt von der Anzahl der verfügbaren Sandbehälter ab, die man sich ebenfalls erst im Verlauf des Spiels erspielen muss.
Wie schon erwähnt, empfiehlt es sich, die Sandtanks immer gut gefüllt zu halten. Man weiß ja nie, wann die nächste ausufernde Geschicklichkeitspassage oder der nächste Bosskampf kommt. Prinzipiell lassen sich Frustmomente so weitestgehend vermeiden, zumal Speicher- und Rücksetzpunkte in der Regel gut gesetzt sind und es nur recht wenig nervige Trial&Error-Passagen gibt. Lediglich der eine oder andere Bosskampf wird selbst bei erfahrenen Spielern schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad für ein paar graue Haare sorgen.
Gute Technik mit kleinen Fehlern
Auch diesmal haben es die Entwickler nicht ganz geschafft, für eine durchgehend flüssige Darstellung der wiederum hervorragend inszenierten Action-Orgie zu sorgen. Die Slowdowns wirken sich aber glücklicherweise nicht negativ auf die Gameplay-Gesamterfahrung aus. Ein Lob haben sich Level-Designer und -Gestalter verdient. Das sagenhafte Babylon mitsamt Turm und Hängenden Gärten sieht so aus, wie man es sich vorstellen würde.
Etwas Feinschliff hätten hingegen die Charaktermodelle noch verdient. Das Niveau des ersten Teils wird wie schon bei Warrior Within nicht ganz erreicht. Dafür sind die Animation, vor allem die des Prinzen, richtig gut und flüssig. Die Effekte (z. B. bei Anwendung der Zeitkräfte) sehen ebenfalls durchweg gelungen aus.
Gab es im Vorgänger noch guten, harten Metal als Untermalung, ist die Musik in T2T nun wieder ein wenig traditioneller, orchestraler und nicht mehr ganz so aggressiv. Eine durchgehende Musikbegleitung gibt es übrigens nicht, lediglich in Kämpfen gibt es ordentlich was auf die Ohren. Was die Sprachausgabe angeht, wurde wiederum David Nathan (die deutsche Stimme von Johnny Depp) für die Rolle des Prinzen verpflichtet, der unablässig Selbstgespräche mit seinem anderen Ich führt.
