Die Polaris ist ein Traum für Japan-Fans und hat meine Begeisterung für Cosplay entfacht!

Kolumne Annika Menzel
Die Polaris ist ein Traum für Japan-Fans und hat meine Begeisterung für Cosplay entfacht!
Quelle: © Hamburg Messe und Congress / Rolf Otzipka

Auf der Polaris in Hamburg gibt es alles, was das Japano-Herz begehrt. Besonders beeindruckend sind die Cosplays der Community, die Lust darauf machen, selbst in das kreative Hobby einzusteigen.

Ganze Hallen voller Merch, Artworks und richtig coolen Cosplays: Die Polaris hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Dieses Jahr hat es mich zum ersten Mal dorthin verschlagen, als meine liebe Kollegin Toni mich kurzerhand mit nach Hamburg geschleift hat. So schnell hätte ich eigentlich nicht schon wieder eine Messe gebraucht, schließlich ist die Gamescom noch keine zwei Monate her.

Bereut habe ich den Ausflug allerdings keinen Augenblick lang, ganz im Gegenteil. Die Polaris hat mein eigenes, schon fast verglühtes Interesse für kreative Cosplays neu entfacht. Und das habe ich sowohl der Messe an sich als auch den vielen anwesenden Besuchern zu verdanken.

Hallenweise Fan-Himmel

Um das genauer zu erklären, muss ich weiter ausholen. Fangen wir also erst einmal bei unserer Messeerfahrung an: Falls ihr selbst schon mal bei der Polaris wart, wisst ihr am besten, dass die ganzen Stände wie ein kleiner Himmel auf Erden für Japano-Fans sind.

Ein Überblick über die Stände der Polaris Quelle: © Hamburg Messe und Congress / Rolf Otzipka Solltet ihr noch nicht in den Genuss gekommen sein, hier ein kleiner Überblick über den diesjährigen Aufbau: Direkt am Anfang gab es erstmal richtig viel Merch. Dazu gehörten sowohl klassische Fan-Artikel wie Plüschtiere und Klamotten, als auch Anime und Manga der bekannten und beliebten Reihen.

Dazu kamen diverse Stände mit J-Fashion und Cosplay-Ausstattung wie Perücken, Katanas und noch vielem mehr. Da konnten wir natürlich beide nicht widerstehen und mussten uns gleich selbst mit passenden Outfits ausstatten, um unseren geplanten Messe-Stream stilecht abzuhalten.

Weiter ging es mit der Artist Alley, in der zahlreiche Künstler ihre Werke ausgestellt und in verschiedenen Formen zum Kauf angeboten haben. Mit von der Partie waren sowohl Fanart als auch ganz eigene Kreationen. Es gab sogar mehrere Tätowierer, die für besonders außergewöhnliche Erinnerungen an den Messebesuch zur Stelle waren.

Am liebsten wäre ich aus diesen beiden Bereichen gar nicht mehr rausgegangen. Mein Geldbeutel ist mir aber vermutlich sehr dankbar dafür, dass es noch mehr zu sehen gab. Neben den thematisch passenden Essensständen und einem Retro-Flohmarkt ging es nach einem kurzen Ausflug durch die norddeutschen Wetterbedingungen weiter in die Halle gegenüber.

Dort kamen vor allem Gaming-Fans auf ihre Kosten: Sowohl Nintendo als auch Capcom waren neben einigen Indies auf der Polaris vertreten und hatten teilweise unveröffentlichte Spiele im Gepäck. Meine Highlights waren Monster Hunter Wilds und Super Mario Party Jamboree, die mit mal mehr, mal weniger Wartezeit auch jeder Besucher spielen durfte.

Im Gegensatz zur Gamescom, die sowohl auf Fans als auch Pressetermine ausgelegt ist, fokussiert sich die Polaris voll und ganz auf die Community. Und genau die ist auch der Grund, wieso der Messebesuch so eine schöne Erfahrung war. Klar, vor allem am Samstag wurde es ganz schön voll auf den Gängen. Aber trotzdem war es entspannt, die Leute haben Rücksicht aufeinander genommen und einfach die Atmosphäre genossen.

Ein leidenschaftliches Hobby

Besonders angetan haben es mir aber die vielen Cosplayer, die sich unters Volk gemischt haben. Obwohl sich die Polaris primär auf Anime und Manga sowie Gaming konzentriert, war es ein buntes Potpourri an Ursprungsmaterialien, denen die ehrgeizigen Bastler Leben eingehaucht haben.

Alle paar Meter entdeckte ich jemand anderen, dessen Verkleidung mich beeindruckte. Am liebsten wäre ich zu jedem Einzelnen gegangen und hätte meine Begeisterung ausgedrückt. Das Trendthema des Jahres schien die im Januar erschienene Serie Hazbin Hotel gewesen zu sein, zu dem ich einige verschiedene Gruppen gesehen habe.

Die Gewinner des Cosplay-Wettbewerbs stehen gemeinsam auf der Bühne Quelle: © Hamburg Messe und Congress / Rolf Otzipka Von der märchenhaften Barbie in Schwanensee über SWAT-Teams bis hin zur halben UA-Oberschule aus My Hero Academia war wirklich alles dabei und ein Kostüm beeindruckender als das andere. Dabei sind es nicht nur die Endergebnisse, die ich so bewundere, sondern vor allem die Hingabe und Leidenschaft, die dahinterstecken.

Selbst habe ich nur als Jugendliche mal mit kleinen Projekten angefangen und mir dabei das Nähen einigermaßen beigebracht. Mein erstes und bisher einziges fertiges Cosplay war das ikonische Kleid von Daenerys Targaryen aus Game of Thrones. Gut, das sah auch genau so aus, als hätte sich eine 17-jährige zum ersten Mal ne Nähmaschine ausgeborgt. Aber ich war trotzdem stolz darauf.

Dementsprechend kann ich nur erahnen, wie viel Zeit, Geld, Geschick und andere Ressourcen in jedem einzelnen dieser Cosplays stecken. Umso schöner fand ich es außerdem, dass neben den professionellen kreativen Köpfen auch viele anfängerfreundliche Kostüme, oder, wie im Fall von Toni und mir, Spontaneinkäufe zu sehen waren.

Die Anwesenheit des Einen hat das Andere nämlich nicht ausgeschlossen, sondern sich wunderbar ergänzt und zu einer tollen Erfahrung geführt. Trotzdem juckt es mich nach diesem Ausflug nun sehr in den Fingern, die alte Nähmaschine wieder auszugraben und das Hobby neu aufleben zu lassen. All die Kreationen zu sehen, war für mich einfach unfassbar ansteckend.

Dieses Mal bin ich dann hoffentlich bereit, die Zeit und Mühe zu investieren, mir die Grundlagen anzueignen. An Ideen mangelt es beileibe nicht und ich muss mich eher selbst ausbremsen, damit ich mit einfachen Ideen anfange und zunächst die nötigen Skills aufbaue, um mich komplexen Projekten zu widmen. Und wer weiß: Vielleicht bin ich nächstes Jahr bei der Polaris selbst mit einem Cosplay am Start.

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