Pokémon: Let's Go! gespielt: Charmanter Lückenfüller bis zum Release der „echten“ RPGs 2019
Special
Pokémon Let's Go in der Hands-on-Preview: Die nächste Generation an Pokémon-Rollenspielen lässt noch auf sich warten - erst irgendwann 2019 ist es soweit. Dank Pokémon: Let's Go, Pikachu! und Pokémon: Let's Go, Evoli! gibt es aber auch in diesem Jahr schon Taschenmonster-Futter für die Switch. Wir konnten den neuen Ansatz der Abenteuer beim Anspielen auf der E3 selbst ausprobieren.
Der große Pokémon Go -Hype mag vorbei sein. Trotzdem ruft das Spiel täglich noch immer unzählige Monsterjäger ans Smartphone und wird zudem stetig durch neuen Content erweitert.
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Es ist also verständlich, dass Nintendo die Popularität des Spiels ausnutzen will - und gleichzeitig gilt es, die Wartezeit auf die neuen regulären Pokémon-RPGs zu überbrücken, die 2019 erscheinen sollen.
Zwei zum Preis von Zwei
Pokémon: Let's Go!, je nach Version angereichert um den Suffix Pikachu oder Evoli, ist die logische Konsequenz dieser Umstände: Kein vollwertiges Rollenspiel, aber komplexer als Pokémon Go, halb Remake von Pokémon Gelbe Edition, halb Neuinterpretation, auf jeden Fall aber deutlich weniger aufwändig zu entwickeln als die nächsten Hauptteile. Dafür erscheinen die beiden Spiele auch schon am 16. November 2018!
Für unsere Demo-Session bekamen wir den optional erwerbbaren Pokéball Plus in die Hand gedrückt. Der kleine Knubbel an der Vorderseite ist zugleich Mini-Analogstick und Knopf, zusätzlich ist ein weiterer Button auf der Oberseite des Geräts eingelassen. Und das war es auch schon - tatsächlich aber lässt sich das komplette Spiel nur mit dem Gerät steuern. Wir bewegen unseren Helden mit dem Analogstick, bestätigen Aktionen durch das Drücken desselben und korrigieren Eingaben mit dem anderen Knopf beziehungsweise gehen im Menü einen Schritt zurück.
Als kleines Gimmick können wir ein Pokémon unserer Wahl in dem Ball "fangen". Dank integriertem Lautsprecher hören wir das kleine Mistvieh sein ihm eigenes Sprachsample piepen, wenn wir den Ball schütteln. Etwas frech: Nur, wer sich dem Pokéball Plus kauft, bekommt Zugriff auf Fan-Liebling Mew - 50 Euro Anschaffungspreis, wie derzeit im Internet die Runde macht, fänden wir doch etwas gar hoch angesetzt.
Es geht auch ohne Ball
Denn abgesehen davon, dass man auf das erwähnte Poké-Geräusch und eine schicke Leuchtdiode verzichten muss, lassen sich alle Aktionen des Pokéballs auch einfach mit dem Joy-Con erledigen. Hier wie dort ist nämlich der in beiden Geräten vorhandene Gyro-Sensor des Controllers entscheidend. Anstatt ganz klassisch in rundenbasierten Kämpfen auf die Jagd nach dem 151 Pokémon der ersten Generation zu gehen, orientieren sich die Let's Go!-Ableger an Pokémon Go. Wir sehen die Taschenmonster frei herumlaufen, berühren wir sie, wechselt das Geschehen in einen separaten Bildschirm.
Quelle: Nintendo
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Hier ahmen wir nun Wurfbewegungen nach, um das vor uns stehende Pokémon einzufangen. Ein wenig Geschicklichkeit und Timing ist gefragt, mit dem Standard-Kämpfen der Reihe hat dieses System aber nichts zu tun. Unsere eigenen Pokémon haben hier komplett Pause und wir werden auch nicht angegriffen. Das einzige, was passieren kann, ist, dass das Objekt unserer Begierde entflieht oder wir unnötig Pokébälle verschwenden. Apropos Pokémon Go: Es wird möglich sein, das Spiel mit der beliebten Handy-App zu verbinden und dann gefangene Monsterchen vom einen Spiel ins jeweils andere zu transportieren und dort zu nutzen. Nett!
Übrigens: Mit dem Pro Controller zu spielen, wird nicht möglich sein und Bewegungssteuerung ist zumindest im TV-Modus und mit nicht angeschlossenen Joy-Cons Pflicht. Wie die Sache aussieht, wenn man im Handheld-Modus spielt, wollte man uns noch nicht final verraten. Wir rechnen aber damit, dass wir die Bälle dann wie in Pokémon Go mittels Wischgesten auf dem Touchscreen durch die Gegend pfeffern.
Kloppe Trainer, bekomme XP
Der Pokémon Go -Einschlag heißt übrigens nicht, dass es gar keine Kämpfe mehr gibt: In der Demo warteten in dem kleinen Abschnitt, den wir erforschen konnten, insgesamt drei Trainer auf uns. Hier wie im fertigen Spiel entsprechen diese Auseinandersetzungen ziemlich genau dem, was man als Poké-Fan gewohnt ist, wenn auch in einer etwas simpleren Variante. Wir wechseln zwischen verschiedenen Pokémon, lassen sie angreifen beziehungsweise verschiedene Aktionen vollführen, die bei uns selbst Buffs aktivieren oder die Verteidigungswerte des feindlichen Taschenmonsters senken und versuchen, mit möglichst effektiven Attacken den Lebens-Balken unseres Gegenübers zu leeren.
Das funktioniert, wie man es kennt - wir hoffen aber auf etwas mehr taktische Tiefe im fertigen Spiel. Immerhin sahen wir in der Demo bereits, dass es weiter Erfahrungspunkte geben wird und unsere kleinen Taschenbiester stärker werden, wenn sie im Level aufsteigen. Es steckt also definitiv noch eine gute Portion Rollenspiel in den neuen Pokémon-Titeln!
Quelle: Nintendo
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Zu zweit sammelt es sich besser!
Noch nicht ausprobieren durften wir den Koop-Modus des Abenteuers, in dem wir gemeinsam mit einem Freund die ikonische Region Kanto erforschen. Das ist eine absolute Neuheit im Pokémon-Universum und definitiv ein Feature, auf das wir uns schon sehr freuen! Auch sind wir schon gespannt, wie viel Wert Nintendo auf die Story des Spiels legt und wie viel Pokémon Go am Ende wirklich in den Remakes steckt. Von dort übernommen wurde auf jeden Fall, dass ein Pokémon unserer Wahl zu Beginn eben Pikachu beziehungsweise Evoli - jederzeit sichtbar hinter uns her rennt. Auf großen Biestern wie Onyx dürfen wir sogar Platz nehmen und auf ihnen reiten! Aber wird es Pokémon-Center geben? Gilt es, Team Rocket und die Top 4 zu bezwingen? Dürfen wir Fahrrad fahren? Kurzum: Bleibt die Struktur der ursprünglichen Abenteuers unangetastet? Auf all diese Fragen will man uns derzeit noch keine finalen Antworten geben,
Lobend erwähnen wolle wir auf jeden Fall die Grafik: Auch, wenn es sich im Grunde "nur" um eine aufgebohrte Version dessen handelt, was man aus den letzten 3DS-Ausflügen der Reihe kennt, wirkt der Stil sehr stimmig und vor allem die Pokémon selbst gefallen durch eine überzeugende Gestaltung und gelungene Animationen.
Bildergalerie
Eigenständiger Spaß oder Lückenbüßer?
Ob all das reicht, um die hungrigen Pokémon-Fans zufrieden zu stellen, wird sich zeigen. Wir finden es auf jeden Fall schön, dass Pokémon Let's Go Pikachu! Und Let's Go Evoli! Uns helfen, die Zeit bis zum Release der nächsten Hauptteile zu überbrücken. Das verleiht ihnen zwar etwas den Status einen Lückenfüllers - aber das sagt ja nichts über die Qualität aus! Und sollten sie doch nicht tiefgründig genug sein, um alteingesessene Fans zu überzeugen, so können die beiden Abenteuer zumindest dazu dienen, junge Neo-Monstersammler mit der Serie vertraut zu machen.
