Import-Test: Pokémon Colosseum

Test

Ob’s funzt oder nicht ist immerhin sofort erkennbar. Ob’s funzt oder nicht ist immerhin sofort erkennbar. Vor etwa zwei Jahren hielt sich ein Spiel äußerst hartnäckig an der Spitze der Software-Charts. Die Rede ist natürlich vom damaligen N64-Kracher Pokémon Stadium 2. Wer sich dafür begeistern konnte, wird sich - wenn er Pokémon Colosseum das erste Mal zu Gesicht bekommt - sicher gar nicht mehr einkriegen! Ninten-do ist mit diesem Spiel nämlich wieder einmal eine echte Software-Perle geglückt.

Rettet die schwarzen Pokémon
Sobald ihr den Adventure-Modus startet, findet ihr euch in der Region Ooore, einer öden Wüstenlandschaft, wieder. Dort befindet sich das Hauptquartier von Team Snatch, einer niederträchtigen Pokémon-Kidnapper-Gang. Im Intro werdet ihr Zeuge, wie Leo, euer Spielcharakter, in ihr Lager einfällt, sich ratz-fatz eine ihrer Snatch-Machines klaut und mit qualmenden Reifen davonbrettert. Genau an dieser Stelle übernehmt ihr die Steuerung über Leo und trefft kurz darauf auf euren Team-Partner Mirei. Das arme Mädchen wurde zuvor von Team Shadow gekidnappt, da es viel zu viel von den niederträchtigen Machenschaften von Professor Borgugu und den Shadow-Jungs weiß. Diese sind nämlich die Wurzel allen Übels, da sie die unschuldigen Poké-Wonnepröppchen in böse, schwarze Pokémon verwandeln. Leo und Mirei sind sich natürlich sofort einig, dass sie schnellstmöglich etwas gegen die üble Bande unternehmen müssen.

Boa, ey, haste das gesehen?
Die ersten Kämpfe lassen jedenfalls nicht lange auf sich warten. Im Gegensatz zum Vorgänger, in dem die Trainer in den einzelnen Duellen nicht zu sehen waren, positionieren sie sich nun - ähnlich wie in Rubin & Saphir - direkt hinter ihren Schützlingen. Wie gewohnt könnt ihr eine Attacke starten, eurem Pokémon ein effektives Item zuschustern, euer Knuffeltierchen bei Bedarf austauschen oder im Notfall sogar die Flucht ergreifen. Selbst wenn ihr euch nur für einen stinknormalen Angriff entscheidet, erwartet euch auch schon eine Überraschung: Ob silberne, durch die Luft schnellende Blitze, markerschütternde Erdbeben oder funkensprühende Feuerbälle - eure Augen werden mit megageilen Effekten verwöhnt, denen es weder an Einfallsreichtum noch an grafischen Qualitäten mangelt. Die meisten Attacken zaubern nämlich ein wahres Feuerwerk auf eure Flimmerkisten. Aber nicht nur die Angriffe wurden eindrucksvoll in Szene gesetzt. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler natürlich wieder auf die Animationen. Zigzachs Bewegungen beispielsweise sind derart schnuffig dargestellt, dass unsere komplette Redaktion in Verzückung geriet: Auf Anweisung duckt sich der Zwerg, wackelt ein paarmal mit seinem haarigen Popöchen, zwickt seine großen Kulleraugen zusammen und eh' man sichs versieht, klatscht er seinem Kontrahenten eine wahrlich meisterhafte Attacke um die Ohren. Einige Poké-Knuffelwuffel verhalten sich derart drollig, dass sich im Falle einer Niederlage fast das Gefühl einschleicht, man hätte gerade eben sein treu ergebenes langjähriges Haustier verloren. An Abwechslung wird es euch jedenfalls sicher nicht mangeln. Im Scenario-Modus tragt ihr nämlich nicht nur 100 Kämpfe gegen verschiedene Trainer aus, sondern fabriziert auch wie-der Pokériegel, um verletzte Schützlinge zu heilen, wappnet euch im Poké-Shop für den Kampf, besucht Vorlesungen, um mehr über eure Lieblinge zu erfahren, oder stöbert in der Bibliothek der virtuellen Penne. Eines ist jedenfalls sicher: Nicht nur der Abenteuer-Modus wird euch regelrecht an die Controller schweißen! Sobald ihr ihn gemeistert habt, eröffnen sich im Battle-Modus nämlich alle sechs Arenen, in denen insgesamt ebenfalls 100 Kämpfe ausgefochten werden dürfen. Für eine gewisse Anzahl von Siegen erhaltet ihr zur Belohnung nun sogar so genannte PokéCoupons, die ihr im Scenario-Modus gegen TMs oder andere rar gesäte Items einlösen dürft. Natürlich können auch wieder etliche Pokémon (aus Johto und Hoenn) gefangen werden, allerdings lassen sich lediglich 90 Schützlinge horten. Aber keine Bange, bald gibt's ja auch die Pokémon Box, Nintendos heiß ersehnte Zusatzsoftware, die endlich Ordnung in euer chaotisches Sammelsurium bringt.

Benötigtes Zubehör
Für zünftige Poké-Duelle mit Freunden gibt's allerdings einen "kleinen" Haken: Ihr benötigt dazu entsprechend viele GBAs sowie die dazugehörigen Link-Kabel. Leider darf sich nämlich nur der "Master-Zocker" die Geschehnisse im Großformat reinziehen, alle anderen müssen mit ihrem kleinen GBA-Display vorlieb nehmen. Wer zudem seine Rubin & Saphir-Zöglinge ins Colosseum einspeisen will, muss Pokémon Colosseum vorher komplett durchzocken. Auch unersättliche Poké-Jäger haben's nicht leicht: Will man sich nämlich wirklich alle Monsterchen krallen, muss man das Spiel sogar mehrmals durchspielen. Aber eins sei noch gesagt: Wer mit einem Import liebäugelt, sollte sich das besser gleich aus dem Kopf schlagen, denn ohne Japanisch-Kenntnisse werdet ihr sehr wenig Freude an dem Spiel haben. Euch wird leider gar nichts anderes übrig bleiben, als bis zum Release der US- oder PAL-Fassung auszuharren.

Bildergalerie

Wertung zu Pokémon Colosseum (GC)

Wertung:

90 /10

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