Pro Controller für PS5 ausprobiert: Das kann der Dualsense Edge!
Special
Dualsense Edge heißt der Pro Controller für PS5, der dem Xbox Elite Controller Konkurrenz machen soll. Wir konnten ihn bereits ausprobieren!
Innerhalb eines Genres spielen sich die meisten Konsolen-Spiele sehr ähnlich. Bei Shootern kann man auf der Playstation meistens mittels Viereck nachladen und wechselt die Waffe auf Dreieck. In Action-Adventures können wir auf den linken Schultertasten in der Regel blocken und Sprinten liegt fast in jedem Spiel auf L3, also wenn man den linken Joystick in den Controller reindrückt. Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut und der Wunsch, die Tastenbelegung frei anzupassen, wurde bereits von vielen Spieleentwicklern erfüllt. So kann man in einigen Spielmenüs die Controllerbuttons komplett frei belegen, wie es einem passt und so manche fragwürdige Spieldesign-Entscheidung umgehen. Das, wohlgemerkt, geht aber nicht immer und softwareseitig ist die Option zur Neubelegung relativ umständlich in den Barrierefreiheits-Einstellungen versteckt.
Das wird sich ab Januar ändern, wenn der Dualsense Edge erscheint, der direkt von Sony offiziell vertrieben wird. Während bereits Controller auf dem Markt existieren, die Extrafunktionen auf der Playstation einführen, bringt der Playstation-Entwickler nun ein eigenes Produkt auf den Markt.
Hardware-Funktionen des Dualsense Edge
Neben softwareseitiger Unterstützung verfügt der neue Controller auch über hardwarespezifische Neuerungen:
- Zwei Paddles auf der Unterseite des Controllers, die frei belegt werden können
- Zwei Funktionstasten zur schnellen Erreichbarkeit voreingestellter Features
- Zwei Regler, mit denen die Trigger der Schultertasten verkürzt werden können
Die zwei Paddles auf der Unterseite können nicht nur frei belegt, sondern auch ausgetauscht werden. Eine beigelegte Variante entspricht der länglichen Form, die sich für solche Tasten bereits etabliert hat; die von Sony ebenfalls mitgeschickte Alternative ist klein und rund, weswegen die japanischen Hersteller sie in ihrer Präsentation auch liebevoll Go-Steine nennen.
Die Funktionstasten befinden sich beim Dualsense Edge an der Unterseite der Joysticks und fungieren wie die fn-Tasten für den PC. In Kombination mit anderen Knöpfen kann man schnell durch sogenannte Spielerprofile durchwechseln, die wir weiter unten erläutern, oder die Lautstärke im Spiel regulieren.
Quelle: PC Games
Playstation 5 - DualSense Edge: Alles, was ihr zum Luxus-Controller wissen müsst (5)
Mithilfe der Regler für die Schultertasten lässt sich der Anschlag verkürzen, beispielsweise für Shooter-Spieler. Insgesamt bieten die Regler drei Stufen, mit denen sich die Länge des Triggers anpassen lässt. Auf der kürzesten Stufe ist das haptische Feedback ausgeschaltet.
Neben neuen Funktionen kann auch die Haptik durch wenige Handgriffe verändert werden. Neben den Paddles auf der Rückseite können so auch die Aufsätze der Analogsticks gewechselt werden und sogar die gesamten Stick-Einheiten lassen sich nun austauschen.
Software-Funktionen des Dualsense Edge
Sony führt eine softwareseitige Schnittstelle ein. Die neue Oberfläche kann allerdings nur über Sonys hauseigenen Controller angesteuert werden und steht auch nur den Besitzern des Edge-Controllers zur Verfügung. Spieler mit Standardcontroller müssen auf sämtliche Features verzichten.
Über die neue Oberfläche der Playstation 5 (jetzt kaufen ) können eine ganze Reihe an Einstellungen geändert und in bis zu 30 Spielerprofilen gespeichert werden.
- Sämtliche Tasten können frei belegt werden, über die Paddles auf der Rückseite hinaus
- Analogstick-Deadzones und Empfindlichkeitskurven können festgelegt werden
- Trigger Deadzones können festgelegt werden
Dass sämtliche Tasten des Controllers neu belegt werden können, ist auf der Playstation kein Novum. Durch die eingeführten Spielerprofile lassen sich verschiedene Tastenbelegungen aber jetzt on the fly durchrotieren, ohne ins Einstellungsmenü zu wechseln.
Wer Probleme mit Driften hat, also dass viele Controller irgendwann eine Eingabe im Spiel registrieren, obwohl das Eingabegerät in Ruhe ist, kann jetzt allgemein Deadzones für die Joysticks festlegen. Zudem kann man einstellen, wie empfindlich die Sticks bei unterschiedlicher Neigung sind und die entsprechenden Kurven zusätzlich skalieren.
Quelle: Sony
Playstation 5 - DualSense Edge: Alles, was ihr zum Luxus-Controller wissen müsst (3)
Auch den Schultertasten kann man Deadzones zuordnen, sowohl am Start als auch am Ende des Eingabespektrums. Damit lassen sich Eingabewege über die Hardwareregler hinaus verkürzen und sensibler anpassen. Eine aus Versehen ausgelöste Eingabe durch reines Auflegen des Fingers auf den Triggern lässt sich so ebenfalls vermeiden.
Neben der Tastenbelegung sind auch alle anderen Einstellungen den jeweiligen Spielerprofilen zugeordnet. So können unterschiedliche Deadzones und Empfindlichkeitskurven abgerufen werden, ohne sie für verschiedene Spiele jedes Mal umstellen zu müssen.
Quelle: Sony
Playstation 5 - DualSense Edge: Alles, was ihr zum Luxus-Controller wissen müsst (4)
Nichts neu macht der Januar
Sony schließt mit dem Dualsense Edge eine Lücke, die es auf anderen Plattformen schon lange nicht mehr gibt. Keine der vermeintlichen Innovationen ist wirklich neu, außer, dass sie jetzt halt auch auf der Playstation zur Verfügung stehen.
Manche Funktionen fühlen sich außerdem so an, als ob man damit einfach nur die Schwächen der eigenen Hardware umgehen möchte. Mit Deadzones für die Analogsticks reagiert Sony auf das Problem des Driftens, wegen des viele der Standardcontroller bereits nach einigen Monaten nicht mehr nutzbar sind.
Auch, dass ganze Stick-Module austauschbar sind, beantwortet dieses Problem. Allerdings nicht zum Nullpreis, denn die Ersatzmodule kosten jeweils rund 25 Euro. Bei einem Preis von knapp 240 Euro des gesamten Controllers fällt das zynisch gesagt schon nicht mehr so ins Gewicht, aber wer so viel Geld in die Hand nimmt, kann schon erwarten, ein langlebiges Produkt zu erhalten.
Die softwareseitige Schnittstelle wird für den Standardcontroller übrigens nicht verfügbar sein, da der Controller keine Schnittstelle hat, um ein Profil zu speichern. Verbesserungen an den bestehenden Hardware-Teilen gibt es beim DualSense Edge aber nicht. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Akku-Laufzeit, die kürzer ausfällt als beim Standardcontroller. Immerhin muss dieser auf mehr Funktionen zurückgreifen. Zumindest ist das beigelegte Kabel mit zweieinhalb Metern aber lang genug, um dieses Manko etwas auszugleichen.
