PlayStation: Kritik am Disc-Aus kommt nicht nur von Fans
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Sony will ab 2028 keine Spiele mehr auf Disc veröffentlichen. Doch nicht nur Fans reagieren enttäuscht. Händler, Unternehmen und sogar die Video Game History Foundation üben deutliche Kritik an der Entscheidung.
Als Sony in dieser Woche angekündigt hat, ab 2028 keine Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen, war mit Kritik aus der Community zu rechnen. Überraschend ist allerdings, dass sich der Gegenwind nicht nur auf die Spieler beschränkt. Mittlerweile melden sich auch Händler, Unternehmen und sogar Organisationen aus der Spielebranche zu Wort und kritisieren den Schritt.
Die Diskussion zeigt, dass es längst nicht mehr nur um die Frage geht, ob man lieber digitale oder physische Spiele kauft. Sondern wieder einmal mehr, wem Videospiele in Zukunft eigentlich noch gehören?
Zu den ersten Kritikern gehörte der Videospielverleih GameFly. Das Unternehmen stellte klar, auch künftig auf physische Spiele setzen zu wollen. Für GameFly seien Discs weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Branche. Auch GameStop reagierte auf die Ankündigung von Sony kritisch.
Besonders kreativ fiel die Reaktion bei Domino's Pizza UK aus. Das Unternehmen verglich Sonys Entscheidung mit einer Pizzeria, die künftig nur noch digitale Pizzen verkaufen würde. Ein absurder Vergleich, der aber im Internet schnell für Aufmerksamkeit sorgte.
Natürlich lässt sich argumentieren, dass der Markt längst in Richtung Digitalvertrieb wandert. Viele Spieler kaufen ihre Spiele heute ohnehin direkt im PlayStation Store. Die Diskussion aber nur auf den Sammler-Aspekt zu beziehen, wäre jedoch zu einfach.
Denn eine Disc ist nicht nur ein schönes Objekt fürs Regal. Sie lässt sich verleihen oder weiterverkaufen. Digitale Spiele sind dagegen an Konten, Server und digitale Marktplätze gebunden.
Die eigentliche Sorge betrifft die Zukunft von Videospielen
Besonders interessant finden wir das Statement von Frank Cifaldi, dem Leiter der Video Game History Foundation. Zwar könnte man meinen, dass Museen und Archive besonders unter dem Ende der Disc leiden würden. Die Realität sieht aber schon längst anders aus.
Viele moderne Spiele kommen schon gar nicht mehr ohne einen umfangreichen Day One Patch aus oder werden durch zukünftige Updates noch erweitert. Selbst eine Disc bildet deshalb häufig gar nicht mehr die Version ab, die Spieler tatsächlich erlebt haben. Museen und Archive bereiten sich laut Cifaldi schon seit Jahren darauf vor, dass physische Datenträger allein keine langfristige Lösung mehr darstellen.
Das eigentliche Problem sieht er deshalb an anderer Stelle. Wenn physische Datenträger verschwinden und gleichzeitig digitale Stores irgendwann abgeschaltet werden, fehlt bislang eine vernünftige Möglichkeit, Spiele langfristig und legal zu archivieren. Gerade Institutionen wie Museen seien darauf angewiesen, digitale Spiele auch in Jahrzehnten noch erforschen und zugänglich machen zu können.
Genau das ist für uns der wichtigste Punkt der ganzen Diskussion. Wie können wir Videospiele langfristig erhalten? Schon heute verschwinden immer wieder digitale Inhalte aus den Stores, Lizenzen laufen aus oder Server werden abgeschaltet. Die Branche braucht neue Standards dafür, wie digitale Spiele auch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch zugänglich bleiben.
Wie seht ihr das? Ist das Ende der Disc nur der nächste logische Schritt, oder seid ihr traurig, wenn es soweit kommt? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei YouTube, Instagram und TikTok.
