Eine Woche nach der Xbox One startet die Playstation 4 in Deutschland durch. In Amerika ist sie bereits erhältlich und unsere Kollegen von Gamezone.de haben die PS4 mehrere Tage unter Realbedingungen getestet. Sony unterstreicht im Vergleich zur Xbox One, was im Vordergrund steht: Die Playstation 4 ist eine Spiele-Maschine und kein Multimedia-Toy.
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Das Betriebssystem
Die Playstation 4 unterstützt kombinierte Headset-Stecker und benutzt kein eigenes Steckformat.
Dem Grundaufbau der grafischen Oberfläche CrossMediaBar (XMB) bleibt die Playstation 4 treu. Die unterschiedlichen Menüs, Einstellungen, Freundeslisten und Co. unterteilt das XMB in mehrere Spalten und zeigt Unteroptionen in untergeordneten Zeilen an. Das sorgt für teilweise nicht ganz logische Zuordnungen, aber von Logik hat sich in der neuen Generation auch Microsoft verabschiedet. Im Direktvergleich zur Xbox One arbeitet das Betriebssystem auch flotter. Freunde, Einstellungen, Nachrichten und Trophäen sind nun im System fest implementiert, während Microsoft alles in eigenständige Apps ausgelagert hat. Worin Sony früher gepatzt hat, nämlich in der der losen Anbindung von solchen Social-Features an das System, glänzt der japanische Entwickler nun.
Eine Unterbrechung des XMB-Design findet man auf der Startseite. Sie ist losgelöst vom restlichen Menü und zeigt alle verfügbaren Apps, Spiele und auch Programmkategorien kachelförmig hintereinander. Wie die Xbox One sortiert die Playstation 4 alle Programme nach der letzten Benutzung. Verändern kann man die Sortierung nicht. Übersichtlich ist das mit der Zeit nicht. Wer später viele Spiele installiert hat, kann sie auf dem Desktop nicht nach dem Alphabet sortieren - dafür muss er zuerst in die Bibliothek.
Nichtsdestotrotz ist die Oberfläche der Playstation 4 sehr einfach zu bedienen. Beim ersten Start einer Disc dauert es zwischen einigen Sekunden und fünf Minuten, bis das Grundspiel installiert ist. Den Rest schreibt die Konsole dann im Hintergrund auf die Festplatte, während man schon spielt. In dieser Zeit rödelt die Playstation 4 auch hörbar, das Laufwerk kommt dann auf fast 1,5 Sone bzw. 33 dB(A). Gamezone.de hat die Werte im Abstand von 50 cm gemessen. Im Betriebssystem ist die Playstation 4 angenehm leise. Mit 0,4 Sone und 23 dB(A) unterbietet die Playstation 4 ihren Konkurrenten Xbox One.
Mit der Share-Taste lassen sich Screenshots und Videos aufnehmen und ein Livestreamstarten.
Ein integraler Teil der Playstation 4 ist das neue Social Web. Der Controller hat eine eigene "Share"-Taste, mit der man Videos und Screenshots teilen kann und sogar via Ustream und Twitch live ins Netz streamt. Intern nimmt die Playstation 4 immer die letzten 15 Minuten Gameplay auf. Das Material wird leider auf 720p runtergerendert und kann extern aktuell nur via Facebook und Twitter geteilt werden. Eine Upload-Funktion zu Youtube gibt es (noch) nicht. Das SD-Video ist nach dem Upload ziemlich verpixelt, die 720p-Version lässt sich aber vorzeigen. Der Stream via Twitch und Ustream ist eine nette Idee - aber die Streaming-Qualität ist derzeit einfach zu niedrig. Auch bei mehreren Versuchen kam kein störfreies Signal an PCs an. Die Playstation 4 verringert hier zugunsten der Streaming-Performance massiv die Übertragungsqualität. Achtung Youtuber und Live-Streamer: Weil die Playstation 4 den HDMI-Ausgand mit HDCP verschlüsselt, kann man keine handelsüblichen Aufnahmegeräte wie die Elgato-Boxen, Hauppage und Co. anschließen. Die Boxen schleifen das Videosignal zwar zum Fernseher durch, sobald man jedoch die Software anschaltet, unterbricht die Playstation 4 das Videosignal. Ein HDMC-fähiger Fernseher ist damit auch Pflicht - jedoch gehört HDCP zu den Voraussetzungen für das "HD ready"-Siegel und jeder, der in den vergangenen acht Jahren einen Fernseher gekauft hat, sollte einen entsprechenden Eingang haben. Sony will die HDCP-Verschlüsselung später per Patch im Hauptmenü und in Spielen deaktivieren. Dadurch bleibt das Filmangebot vor Kopien geschützt, Spiele und Menü könnten aber von Fans abgegriffen und weiterverwendet werden.
Der DualShock 4 Controller
Quelle: Computec
Der Dual Shock 4 Controller kommt mit einigen drastischen Verbesserungen beim Handling.
Mich persönlich hat in der vergangenen Generation immer der Dual-Shock-Controller von Playstation-Spielen abgehalten. Die Erstfassung des PS3-Controllers war viel zu leicht, die zweite Revision dann etwas angenehmer, von den Triggern und Joysticks her für mich aber immer noch nicht langzeitauglich. Ein Detail hat Sony in den neuen Dual Shock 4 übernommen: Die Analog-Sticks sind noch immer parallel am unteren Ende des Gamepads angebracht. Das büßt einiges an Bedienkomfort ein. Sie sind nun aber weiter voneinander entfernt, wodurch man den Controller zumindest nicht verkrampft halten muss. Auch die Richtungstasten und Buttons erreicht man durch das leicht angepasste Design besser als zuvor. Deren Druckweg ist nun auch viel präziser und schwergängiger. Vor allem die Buttons fühlen sich nun nach richtigen Schaltern an. Das wackelige Handling der Vorgänger gehört der Vergangenheit an.
Die größte Neuerung ist das Touchpad des Dual Shock 4. Es liegt oberhalb der Sticks und lässt sich, vorausgesetzt man hält das Gamepad nicht zu locker im Liegen, gut greifen. Die Funktionen sind jedoch bislang eher mager: In Assassin's Creed IV: Black Flag öffnet man darin die Übersichtskarte und navigiert darauf wie mit einem Handy. In Killzone aktiviert man mit Wischgesten die verschiedenen Drohnen-Modi. Battlefield 4 missbraucht das Touchpad sogar nur als riesengroßen Zusatzbutton. Sinnvoll ist das nicht. Auf der anderen Seite: Wer will schon Spiele, die einen permanent mit Touch-Steuerung nerven? Das Feature ist da, um sinnvoll genutzt zu werden, nicht um überhaupt genutzt zu werden. Im Prinzip bin ich über jede konservative Auslassung dankbar, bevor man sich in wilde Experimente verstrickt. Eine Schande ist es trotzdem: Was von Sony von Anfang an als Mausersatz proklamiert wurde, klappt nun in der finalen Version nicht. Den Browser der Playstation 4 muss man beispielsweise mit den Joysticks steuern - das Touchpad hat keine Funktion. Wer hat denn da bei der Entwicklung gepennt?
Quelle: youtube.com
Der Dual Shock 4 Controller im Größenvergleich mit dem Dual Shock 3 Controller der Playstatioin 3.
Gerade zu überragend sind die Schultertasten und Trigger des Dual Shock 4. Während beim Vorgänger viele über die nach außen gewölbten Trigger und Joysticks gelästert haben, präsentiert das neue Gamepad eine von Grund auf überarbeitete Rückseite. Die Trigger sind nun leicht nach innen gewölbt und liegen super in der Hand. Dennoch haben sie auch an der Unterseite eine kleine Einkerbung, damit die Finger dort lagern, wenn man nicht dauernd die Trigger betätigen will. Die Handhabung fällt dadurch extrem gut aus. Der Dual Shock 4 Controller ist ein absoluter Handschmeichler! Die Schultertasten wirken zwar etwas billig und klapprig, tun ihren Dienst jedoch in Spielen, in denen man sie oft benutzt, besser als so manch anderer Controller. Dafür sorgt auch die griffige Oberfläche. An der Unterseite und auf den Sticks hat Sony eine leicht texturierte Beschichtung angebracht, die für besonders viel Grip sorgt. So rutscht das Gamepad auch nach langen Spielsessions nicht aus der Hand. Die Beschichtung führt jedoch, wie zwei ehemalige Xbox-Designer ganz richtig ausgeführt haben, zum Sony-Stilbruch. Während alles rund um die Playstation schwarz ist, kommt der Controller in einer schwarz-grau Kombi daher. Das passt rein optisch einfach nicht zusammen.
Ein nettes Gimmick ist der eingebaute Mono-Lautsprecher: Wie der Wii-U-Controller kann der Dual Shock 4 Sound abspielen, um Funksprüche zu simulieren. Das schafft Atmosphäre, in Killzone: Shadow Fall zum Beispiel. Wirklich nützlich ist der Lautsprecher jedoch nicht. Auch die Lightbar auf der Rückseite ist eher "nett". Die Farben zeigen an, welcher Controller zu welchem Spieler gehört und geben auch teilweise Ingame-Infos. In Killzone färbt sich die Leiste zum Beispiel gelb, wenn man verletzt ist und rot, wenn man kurz vorm Tod steht. Weil die Lightbar aber nach unten gewölbt ist, sieht man das Licht eigentlich so gut wie gar nicht. Vielleicht auch besser, denn es ist relativ hell und soll den Spieler nicht blenden.
Einen paar Haken hat der Dual Shock 4 Controller aber doch. So perfekt wie die neuen Trigger sind - sie sind nicht makellos. Weil sie spitz nach außen zeigen, liegt der Controller auf der Rückseite auf ihnen auf. Wer den Controller weglegt und nicht penibel darauf achtet, betätigt die Trigger. Beim Test der Blu-Ray und Serienfunktionen der Playstation 4 passiert es mir daher öfters, dass das aktuelle Video anfängt vor- oder zurück zu spulen. Wer einen Film guckt, kann den Controller auf gar keinen Fall einfach achtlos auf die Couch fallen lassen - das nervt! Und auch die Position manch einer Taste ist etwas zu weit versetzt. Dass der Playstation Button nun so tief liegt, dass man ihn kaum "aus Versehen" treffen kann, ist gut, die "Options"- und "Share"-Tasten sind jedoch so wie oben am Controller, dass man regelrecht umgreifen muss.
