Mit grafisch einfachen Zwischen-sequenzen wird die Geschichte weitererzählt.
Nach Disgaea folgt nun ein neuer-licher Taktikstreich der Traditionsschmiede Koei/Nippon Ichi. Wer Wert auf spielerischen Tiefgang legt und altbackene durchschnittliche Grafik nicht als Beleidigung für Augen oder PlayStation 2 empfindet, sollte unbedingt weiterlesen. Ein taktischer Leckerbissen verlangt nämlich in erster Linie eine gelungene Spielmechanik und nicht unbedingt ein grafisch aktuelles Gewand, was Phantom Brave hervorragend beweist.
Der sechste Sinn
Das kleine verwaiste Mädchen Marona verfügt über eine besondere Gabe: Sie kann tote Menschen sehen, die im Raum zwischen Leben und Tod wandeln. Deswegen gilt sie in ihrem Heimatdorf als besessen und zieht in die Welt hinaus. Ihr treuer Freund Ash, ein solcher Grenzgänger und so genanntes Phantom, hilft ihr dabei und steht bei Kämpfen zur Verfügung. Marona kann aber auch andere Phantome rufen und im Kampf einsetzen.
Nippon-Flair
Nach einem erfolgreichen Kampf steigt unser Charakter wieder einen Level auf.
Der Anspruch an den Spieler ist sehr hoch: Nicht nur Gegner, Rüstungen und Waffen sollten vor einem Spielzug studiert werden, auch die richtige Umgebung ist für einen erfolgreichen Kampf wichtig. So können Phantome nur auf Bäumen oder Büschen herbeigerufen und sowohl Steine als auch Gegner können als Waffen eingesetzt werden. Im Spielverlauf nimmt aufgrund vieler verschiedenartiger Charakterklassen der Phantome die Komplexität stetig zu, sodass der Spagat zwischen Zugänglichkeit und Komplexität nicht immer gelingt. Grafisch wird das Spiel den üblichen Ansprüchen an einen PS2-Titel leider nicht gerecht. Wer aber auf fantasylastige Strategiekost steht und sich gerne ausführlich mit einem Spiel befasst, wird sich etwa 100 Stunden lang prächtig mit Phantom Brave beschäftigen können.
