Peter Jackson' King Kong

Test Christoph Kraus

Peter Jackson' King Kong Doch bis auf äußerst wenige Stellen, an denen man beispielsweise ein Flugsaurier-Geschwader zu einem T-Rex lotst, wird von diesem spielerisch interessantem Schmankerl leider viel zu selten Gebrauch gemacht. Trotz der scheinbar hohen Komplexität bestätigt die Testversion von Peter Jackson's King Kong, was die Preview-Fassung ansatzweise vermuten ließ: Auf Dauer mangelt es den Ego-Shooter-Passagen, die den Gorillaanteil des Spiels ausmachen, eindeutig an Abwechslung.

Wenn Jack etliche Kapitel hintereinander auf dieselbe Art und Weise Buschfeuer legen muss, um unpassierbare Büsche niederzubrennen, kommt mit der Zeit doch ein wenig Monotonie auf. Ein weiteres Merkmal, das bereits vielen Spielen zum Verhängnis wurde, entpuppt sich dagegen als wirkungsvolles Stilmittel: Der Pfad, den Jack und sein Team abwandern dürfen, ist meist strikt vorgegeben. Diese Linearität ermöglichte den Entwicklern exakt platzierte Script-Events. So waten Sie im Lauf des Abenteuers beispielsweise durch einen Tümpel, während Ann am Ufer mitläuft und anrückende Sumpfbiester abwehrt.

Am Ende der Szene geben Sie der Grazie Ihre Hand, um von ihr aus dem Wasser gezogen zu werden, und erleben diesen Moment äußerst atmosphärisch aus der Ego-Perspektive mit. Für Authentizität sorgen auch die stimmungsvollen (deutschen) Sprach-Samples Ihrer virtuellen Kollegen, die situationsbedingt eingestreut werden.

Wenn Sie sich beispielsweise während eines Gefechts mit einem T-Rex von Kameramann Carl anschnauzen lassen müssen, weil Sie ihm gerade die Linse versperren, kommt echtes "Mittendrin"-Ambiente auf! Auch die fließenden Übergänge zwischen den Ego-Levels als Jack Driscoll und den Passagen, in denen Sie King Kong in der Third-Person-Ansicht steuern, tragen maßgeblich zum flüs-sigen Gameplay bei.

Der Kong ist tot, es lebe der Kong

Peter Jackson' King Kong Auf einem Floß haben Sie sich etwa gerade mit Ihrer Pistole zwei T-Rex-Exemplare vom Leib gehalten und sind von der Strömung in eine Sackgasse getrieben worden. Im nächsten Augenblick ringen Sie schon in der haarigen Affenhaut gegen die überdimensionalen Biester und strecken Jacks Verfolger in simplen, aber spaßigen Tastenduellen nieder. Das Gameplay pro-fitiert dabei besonders von der unterschiedlichen Spielmechanik der beiden Sequenzen. Im finalen New-York-Abschnitt bietet King Kong schließlich noch einmal brachiale Dauer-Action.

Dank eines Punktesystems, das jedes Kapitel anhand verschiedener Faktoren wie der Anzahl erlegter Gegner bewertet, ist die Langzeitmotivation immens. Wir möchten nicht allzu viel verraten, aber wer den alternativen Abspann genießen möchte, muss wesentlich mehr Zeit investieren als die zirka 8 Stunden, die man für das erste Durchspielen benötigt. Technisch gibt sich König Kong keine Blöße: Das Spiel läuft - abgesehen von wenigen sehr effektreichen Abschnitten - flüssig und begeistert insbesondere mit den überdimensionalen Dinomodellen.

Einzig King Kongs Ganzkörperbehaarung hätte auf der PS2 einen Tick realistischer ausfallen dürfen. Aber wir wollen mal keine Haarspalterei betreiben: Peter Jackson's King Kong ist ein Hit und ein sicherer Beweis dafür, dass gute Drehbücher nicht nur aus Hollywood, sondern manchmal auch aus Montpellier kommen.

Wertung zu Peter Jackson' King Kong (PS2)

Wertung:

87 /10
Fazit

König Kong erklimmt den Thron der besten Filmumsetzungen. Linearer Action-Shooter mit Atmosphäre!

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