Die eigentlich nicht schlecht designten Gebäudelevels wirken oftmals künstlich in die Länge gestreckt, weil sich einzelne Abschnitte auf dem Weg zum Levelausgang leicht variiert wiederholen. Eine gelungene Abwechslung hingegen liefern die Etappen, in denen Sie sich in einem von insgesamt vier Vehikeln fortbewegen. Die Fahrzeugsteuerung funktioniert ebenso eigenwillig wie bei Microsofts Action-Referenz und sollte somit zumindest für alle Halo-Veteranen kein allzu großes Problem darstellen.
Unter der Haube
Auch wenn Pariah im Gameplay leichte Defizite hat, weiß das Spiel technisch durchaus zu überzeugen. Gute Weitsicht in den Außenlevels, schöne Texturen und dabei eine konstante Bildrate ohne Ruckler machen einen sehr guten Eindruck. Selbst bei vielen Gegnern und noch mehr Geschossen, die Ihnen um die Ohren pfeifen, geht die Grafik nicht in die Knie.
Wenige, aber dafür hübsche Effekte wie Explosionen mit anschließendem Hitze-Flimmern in der Luft oder einschlagende Raketen mit darauf folgender Explosion sind eindrucksvoll in Szene gesetzt. Auch am Sound gibt es wenig zu meckern. Einziger Kritikpunkt hier ist, dass sich die Entwickler an den meisten Stellen des Spieles einen Soundtrack gespart haben, worunter die Atmosphäre etwas leidet. Da wirken die meisten Konkurrenztitel etwas besser in Szene gesetzt.
So muss ein Mehrspieler-Modus aussehen
Die kleinen Schnitzer, die sich das Spiel hier und da leistet, macht allerdings der Multiplayer-Modus wieder wett. Neben heißen Mehrspielergefechten via Xbox Live oder System Link, die leider lediglich die klassischen Shooter-Modi Capture the Flag, Deathmatch, Team Deathmatch, Siege und Front Line Assault beinhalten, wurde dem Spiel ein Koop-Modus für die Story-Mission spendiert. Spätestens seit Halo wissen Shooter-Fans diesen Mehrspieler-Modus sehr zu schätzen.
Auch in Pariah wertet er das Spiel ordentlich auf. Die eigentliche Meisterleistung steckt aber in einem Feature, das bisher hauptsächlich PC-Spielern vorbehalten war: der Karteneditor. So einfach und zugänglich wie in Pariah präsentierten sich bisher nur wenige Leveleditoren, denn dank der übersichtlichen Menüführung wird das Kartenbasteln zum reinen Kinderspiel. Die erstellten Karten können im Multiplayer-Modus selbstverständlich gespielt und über Xbox Live sogar getauscht werden. Damit bietet der Titel zumindest online echte Langzeitmotivation.
