Spiele im Weltall: Deshalb begeistern Simulationen im Weltraum

Special Max Falkenstern

Vor einigen Jahren noch sehr beliebt, heute eher Randgruppe der PC- und Videospiele: Weltraum-Spiele wie Elite, Wing Commander oder Star Wars Rebell Assault sind kultige Artefakte einer vergangenen Videospiele-Epoche. Das Ende der All-Simulationen kam schleichend. Videogameszone bietet eine Reise durch die Geschichte und zeigt die besten Weltall-Games.

Der Weltraum ist faszinierend, nicht erst seit der Mondlandung im Jahre 1969. Noch immer gelten die endlosen Weiten als unerforscht. Eine Reise zu anderen Sternen und Galaxien ist nicht möglich. Dies ist der ideale Nährboden für die kreativen Ergüsse der Entwickler. David Braben erkannte als einer der Ersten das Potential von Weltraumspielen und programmierte 1984 den All-Time-Klassiker Elite. Noch heute gelten die damals durch Elite definierten Standards und Freiheiten. In Elite bekommt der Spieler völlige Entscheidungsfreiheit. Neben dem Erkunden des Weltalls kann der Spieler auch einfach der Story des Spiels folgen. Zudem bietet Elite die Möglichkeit, Handel zu treiben oder als Pirat das All unsicher zu machen. Frontier und First Encounters sind die beiden Nachfolger zu Elite. Das Spielprinzip wurde etwas verfeinert, an den Erfolg von Elite konnte aber keines der beiden Spiele anknüpfen.

Sternstunden des Genres

Mitte der 90er-Jahre erreichte die Beliebheit von Weltraumsimulationen ihren vorläufigen Höhepunkt. Es ist nicht nur die Geburststunde der genialen Star Wars-Titel X-Wing (1993), Rebel Assault (1993) und TIE-Fighter (1994), sondern auch die der legendären Wing Commander-Reihe. Bis heute unvergessen bleibt der dritte Teil der Saga Heart of the Tiger(1994). Eigens für das Spiel produzierte Entwickler Orgins Systems, unter der Leitung des Visionärs Chris Roberts, über zwei Stunden an Spielfilmsequenzen. Sehen lassen konnte sich dabei die illustre Darstellerriege, bestehend aus Mark Hamill (bekannt als Luke Skywalker), Malcolm McDowell und Tom Wilson. Das Speicherplatzproblem mit den Floppy-Disketten löste man kurzerhand mit dem Wechsel auf die CD-ROM. Entsprechende Laufwerke waren seinerzeit sehr teuer, was jedoch nur wenige Spieler vom Kauf der Software abhielt. Wing Commander 3 wurde zu einem riesigen Erfolg.

Status quo

Nach Wing Commander endete so langsam die Ära der Weltraumsimulationen. Ego-Shooter und Echtzeit-Strategiespiele haben sich bis Ende der 90er-Jahre etabliert. Das Massenpublikum kehrte ihrem einstigen Lieblingsgenre den Rücken; Ausflüge ins All waren plötzlich nicht mehr angesagt. Versuche das Genre zu reanimieren blieben trotz großartiger Produkte, wie Conflict: Freespace (1998), Freelancer (2003) und X- Beyond the Frontier (1999) erfolglos. Gänzlich aussterben werden Weltraumsimulationen jedoch nicht. Eine rosigere Zukunft versprechen MMOs. Das kostenpflichtige EVE Online erfreut sich beispielsweise seit 2003 großer Beliebheit. Mit Black Prophecy und Jumpgate Evolution stehen bereits zwei interessante Konkurrenten in den Startlöchern. Und auch wenn alle Stricke reißen sollten, eines ändert sich gewiss nicht: Die Faszination für das Weltall.

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