No More Heroes 2: Der Action-Ballade zweiter Teil im Switch-Test
Test
No More Heroes 2: Desperate Struggle spielt einige Jahre nach dem Vorgänger. Als der beste Freund des Hauptcharakters Travis Touchdown ermordet wird, gibt er sich der Verzweiflung hin und begibt sich auf einen Rachefeldzug. Nach anfänglichem Ernst geht das Spiel jedoch schnell wieder in die Richtung des gewohnten Unsinns, den wir so an der Reihe schätzen. Warum das Spiel auch als Remaster auf der Nintendo Switch überzeugt, zeigt unser Test.
No More Heroes 2: Desperate Struggle spielt nach dem Vorgänger. Erneut geht es darum, dass wir uns auf Platz eins der Assassinen-Rangliste kämpfen, dieses Mal fangen wir aber bei Platz 50 an. Der Grund für Travis' Rückkehr aus dem Ruhestand ist der Mord an seinem besten Freund. Nun begibt er sich auf einen Rachefeldzug. Das Sequel unterscheidet sich nicht in vielen Punkten von dem Original. Die Inszenierung ist sogar noch übertriebener, das Gameplay und die Grafik wurden ein wenig modernisiert. Bisher sind wir nur gegen ganz gewöhnliche Menschen angetreten, nun warten jedoch auch übernatürliche Killer auf uns. Aber keine Sorge: "normale" Bosse sind ebenfalls wieder dabei. Zumindest so normal, wie der exzentrische Director Suda51 es zulässt.
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Verzweifelter Kampf
Nachdem Travis im ersten Teil die Nummer eins der Assassinen wurde, machte er sich aus dem Staub. Ohne sein Wissen wurde Travis durch seine Taten zu einer urbanen Legende unter den Assassinen. Er tritt zurück ins Rampenlicht, als er mitbekommt, dass sein bester Freund Bishop von dem Pizza-Bat-CEO ermordet wurde. Voller Hass gegen den Leiter der Pizzaladen-Kette, kämpft sich unser Anime-, und Wrestling-Fan erneut auf Rang eins der Killer-Liste, da dort sein Erzfeind auf ihn wartet.
Die Grundlage des zweiten Teils der No-More-Heroes-Reihe hat also einen ernsteren Start, verläuft sich jedoch schnell wieder in gewohntem Unsinn. Sexuelle Anspielungen, Witz und Brutalität sind weiterhin große Bestandteile des Erlebnisses. Jedoch ist unser Anime-Nerd Travis nicht mehr möchtegern-cool unterwegs, sondern ernsthafter und auch kaltblütiger. Ein wenig fehlt uns der trottelige Vollidiot aus dem Vorgänger.
Der tatsächliche Kampf
Quelle: PC Games
Einer der vielen einzigartigen Bosse. Was? Wurdet ihr noch nie von einer Gothic-Lolita mit Scharfschützengewehr und Sense ins Visier genommen?
No More Heroes 2 spielt sich im Kern genauso wie im ersten Teil. Zwei Tasten gibt es, um hohe und niedrige Schwerthiebe zu verteilen, das Gleiche gilt für Schläge und Tritte. Genauso zurück sind die brutalen Finisher und die Slot-Maschine für spezielle Fähigkeiten. Die Skills wurden nun erweitert, zum Beispiel können wir uns in einen Tiger verwandeln, der Feinde mit einem Schlag umlegt. Die einzigen Unterschiede sind, dass die simplen Kombos jetzt wesentlich besser aussehen und es einen Modus gibt, der Travis unangreifbar und stärker macht. Dieser wird freigeschaltet, wenn wir die "Ecstasy-Leiste" füllen, indem wir viele Treffer austeilen, während wir wenig einstecken. Durch die aufwendigeren Animationen ist das Spielgeschehen zwar etwas langsamer, das stört den Spielfluss aber keineswegs.
Quelle: PC Games
Sylvia, immer rauchend, erklärt stets die Welt und Charaktere. In No More Heroes gibt es viel Fan-Service.
Die langweiligen Standardgegner sind immer noch so eintönig wir im ersten Teil. Das gesamte Spiel über treffen wir, abgesehen von den Bossen, die immer gleichen Schlägertypen. Es macht zwar Spaß, diese zu besiegen, jedoch würde mehr Variation nicht schaden. Die Klongegner fallen besonders auf, da wir sie in No More Heroes 2 in viel größeren Massen bekämpfen müssen. Die Assassinen sind hingegen immer wieder ein Highlight. Fast alle von ihnen haben besondere Mechaniken, Persönlichkeiten, Designs und eigene Hintergrundmusik. Dazu wurde das nervige Feature entfernt, dass die Killer nur dann Schaden einstecken, wenn das Spiel auch möchte, dass wir welchen austeilen. Das macht die Kämpfe zwar um ein Vielfaches einfacher, jedoch gleichzeitig auch spaßiger.
Quelle: PC Games
Travis schlägt natürlich wie gewohnt zu und zerlegt Feinde in Einzelteile. Das hier ist noch harmlos im Vergleich zu dem, was sonst so passiert.
Eine nette Überraschung: Auch zwei andere Charaktere, die wir bereits aus dem Vorgänger kennen, sind stellenweise spielbar. Zwar ist das Move-Repertoire von Ex-Boss Shinobu nicht sehr ausgereift, eine nette Abwechslung stellen die zwei Figuren jedoch dar. Was ebenfalls nicht so gut umgesetzt wurde, ist die Kamera. Anstatt über die Schulter von Travis zu sehen, wie bei No More Heroes, schauen wir im Kampf jetzt an Travis' Seite vorbei. Das lässt uns zwar erkennen, was wir mit dem Feind veranstalten, führt jedoch oft dazu, dass die Kamera irgendwo hängen bleibt. Ebenfalls nervig ist, dass wir jetzt sehr viel einfacher von Angriffen umgeworfen werden. Das führt immer wieder zu Unterbrechungen in dem actionlastigen Kampsystem. Ansonsten bleibt alles beim Alten: schönes Sounddesign, befriedigendes Treffer-Feedback und überspitzte Gewalt.
Den Wurzeln treu
Der Titel ist im Kern dem Vorgänger sehr ähnlich. Ist das etwas Schlechtes? Keineswegs. Die Eigenschaften, die den ersten Teil so einzigartig machten, sind immer noch vorhanden. Wiedererkennbare Charaktere, eine verrückte Story, übertriebene Inszenierung und dazu einen angenehmes 90er-Retro-Flair. Auch, wenn die Kamera im Kampf einige Dinge nicht einfängt, gibt es ansonsten viele positive Änderungen. Die leere Stadt wurde beispielweise kurzerhand durch ein Menü ersetzt und die eintönigen Nebenmissionen durch kleine, liebevolle Pixelspiele. Zu guter Letzt: Die Musik in diesem Sequel ist absolut fantastisch. Von Synth-Soundtracks, über Heavy Metal und Punk zu japanischem Rock und Jazz ist alles dabei. Wer dem Vorläufer etwas abgewinnen konnte, sollte auch Desperate Struggle spielen.
Wer sich auf den dritten Teil der verrückten Serie freut, kann sich mit den zwei Vorgängern auf der Switch die Wartezeit ein wenig versüßen.
