Ninety Nine Nights

Test Christian Schönlein

Hier fliegen die Fetzen! Leider ist das nicht so spaßig, wie es sich anhört.

BILD: XBOX-ZONE BILD: XBOX-ZONE Stammleser erinnern sich vielleicht an unsere Vorschau zu Ninety-Nine Nights, kurz N3, aus unserer letzten Ausgabe. Viel hat sich zwischen der damaligen Vorschau- und der inzwischen erhältlichen Verkaufsversion aber nicht geändert. Verbessert wurden lediglich die Untertitel, die in der fertigen Fassung nicht mehr ganz so gequetscht und somit besser lesbar sind.

Auch sonst hat N3 grundsätzlich alles zu bieten, was ein gutes Hack & Slay so ausmacht: sieben freispielbare Charaktere, die nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern sich dank verschiedener Attacken auch alle anders spielen, kurzweilige Missionen, einen orchestralen, teilweise mit elektronischen Elementen unterlegten Soundtrack, eine hübsche Optik mitsamt fetten Effekten und einen Bodycount, der innerhalb von Minuten im dreistelligen Bereich liegt. Auch das Gameplay ist sehr genretypisch.

Mit nach und nach erlernbaren Tastenkombinationen, die die verschiedenen Combos auslösen, heizen Sie den überall lauernden Gegnern ein. Zwei auffüllbare Leisten ermöglichen zudem den Zugriff auf vernichtende Spezialattacken, die die Gegnermassen durch die Luft fliegen lassen. Das ist auch bitter nötig, denn von dem gegnerischen Ungeziefer tummeln sich oft so viele Exemplare auf dem Bildschirm, dass man in dem Tohuwabohu sogar schon mal die eigene Figur aus den Augen verliert.

Unfertig

Massig Gegner und knallige Effekte. In solchen Situationengeht die Übersicht flöten und die Framerate in den Keller. 
BILD: XBOX-ZONE Massig Gegner und knallige Effekte. In solchen Situationengeht die Übersicht flöten und die Framerate in den Keller. BILD: XBOX-ZONE Wäre die Übersicht das einzige Problem von N3, hätte man es hier mit einem tollen Hack & Slay zu tun. Doch der Titel krankt an vielen Stellen. Das fängt bei Kleinigkeiten wie der Story an. Sie verknüpft zwar die Pfade der einzelnen Charaktere, ist dabei aber so unspektakulär, dass sie mehr als bei anderen Genrekollegen in den Hintergrund rückt.

Da auch die Sprachausgabe alles andere als optimal gelungen ist, würde man die Zwischensequenzen oft am liebsten überspringen - nur leider ist dies nicht möglich. So richtig nervig wird's aber bei der Kollisionsabfrage. Immer wieder passiert es, dass Treffer bei Bosskämpfen nicht gewertet werden. Zwar werden sowohl Endgegner als auch die eigene Figur eifrig durch die Gegend geprügelt, Schaden nimmt dabei aber keiner.

Wird ein Treffer dann mal gewertet, zieht er dem Endgegner nur wenig Energie ab, bei der eigenen Figur hingegen gleich bis zu einem Drittel der Energieleiste. Auch die KI-Kollegen helfen da nicht weiter. Die sind so dumm, dass sie selbst bei zahlenmäßiger Überlegenheit mehrere Minuten zum Ausschalten eines einzelnen regulären Gegners benötigen. Da es zudem keine Checkpoints gibt, wird der Frust schnell auf die Spitze getrieben. Wenn man nach einer halbstündigen Metzelorgie beim Endgegner stirbt und dann die komplette Mission wiederholen muss, vergeht einem schnell die Lust.

Es kommt sogar die Frage auf, ob die fertige Version absichtlich noch verschlechtert wurde. Denn während die Vorschau-Version größtenteils flüssig lief, hat die fertige Fassung häufig mit derben Ruckeleinlagen zu kämpfen. Alles in allem wirkt Ninety-Nine Nights somit sehr unfertig und dürfte nur für hartgesottene Hack&Slay-Fans interessant sein.

Bildergalerie

Wertung zu Ninety Nine Nights (X360)

Wertung:

60 /10
Pro & Contra
Charaktere spielen sich unterschiedlich
Unübersichtliche MassenschlachtenNicht immer korrekte KollisionsabfrageKeine Checkpoints
Fazit

In vielen Belangen unfertig wirkendes Hack&Slay, bei dem eher Frust als Lust aufkommt.

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