Vorwurf an Netflix sorgt für Aufsehen: Waren bei diesem Streaming-Hit nur "TV Touristen"
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Die News-Chefin eines renommierten TV-Senders kritisiert Netflix. Warnungen vor zu viel Einfluss der Streamer werden laut.
Während des Edinburgh TV Festivals beschwerte sich Louisa Compton, die Nachrichten-Chefin des britischen Senders Chanel 4, aufgrund einer extrem erfolgreichen Serie über den Einfluss von Netflix. Die daraus entstehenden, möglichen Folgen wurden ebenfalls thematisiert. Medien berichten darüber. Diese öffentlichen Äußerungen sorgen für Aufsehen und regen durchaus zum Nachdenken an. Was war passiert?
Adolescence: Eine der erfolgreichsten Netflix-Serien aller Zeiten
In diesem Jahr landete Netflix mit der bedrückenden Crime-Serie Adolescence einen riesigen Streaming-Hit. Innerhalb kürzester Zeit stiegen und stiegen die Streaming-Zahlen. Aktuell ist Adolescence hinter Wednesday die meistgesehene englischsprachige Netflix-Serie aller Zeiten. Ein Erfolg, den der Streaming-Riese laut Louisa Compton dem klassischen Fernsehen zu verdanken hat.
Jack Thorne, einer der Macher von Adolescence war zuvor jahrelang für Chanel 4 tätig und entwarf verschiedene Serien. "Wir förderten dieses Talent und dann kommen die Leute von Netflix als TV Touristen vorbei und geben was in Auftrag". Louisa Compton stellt fest: "Ohne uns wäre [die Serie] niemals passiert", und gibt Folgendes zu bedenken:
"Wir fördern, die Streamer tun das nicht". Alles bei Netflix und Co. geschehe aus der Retrospektive. Es findet laut News-Chefin Louisa Compton keinerlei aktuelle Berichterstattung statt. Streamer machen den Geldhahn auf und greifen Talent ab, während sich Fernsehsender um das aktuelle Tagesgeschehen kümmern. Der britische Produzent Simon Heath äußerte zusätzliche Bedenken.
Schadet Netflix dem klassischen Fernsehen?
Es bestehe die Gefahr, dass "Serien wie Adolescence künftig nicht mehr gemacht werden", wenn britische Produzenten zu sehr in Versuchung geraten, nur noch international ausgerichtete Serien umzusetzen, deren Budgets von außerhalb Großbritanniens finanziert werden. "Sie werden mit mehr als einem halben Auge auf den internationalen Markt schielen", fügte Heath hinzu.
"Das Risiko besteht darin, dass die Aussicht auf Finanzierung seitens internationaler Geldgeber die Art von Geschichten, die wir erzählen, grundlegend verändert", gibt der Produzent zu bedenken. Wie seht ihr das: Sind Netflix und Co. eine Gefahr für TV Sender und die Kreativität der Serien-Macher? Oder wäre Adolescence im regulären Fernsehprogramm niemals solch ein riesiger Erfolg geworden? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
Quelle: Deadline
