Need for Speed ProStreet

Test Thomas Eder

Need for Speed ProStreet Rennspielfans hatten bislang nicht wirklich Auswahl auf der Wii. Natürlich sind bereits einige Genrevertreter erhältlich - nach einem etwas realistischen Titel suchte man bislang vergebens. Auch wenn es sich bei Need for Speed: ProStreet um alles andere als eine Simulation handelt, bietet es mit seinen lizensierten Karossen, dem Tuning-System und den verschiedensten Rennevents vielleicht genau das, worauf Wii-Besitzer mit Benzin im Blut gewartet haben.

NEUE WEGE
Die erste offensichtliche Neuerung im Vergleich zu den letzten NfS-Teilen ist das veränderte Szenario. Während ihr zuvor stets illegale Straßenrennen ausgetragen habt und stets das wachsame Auge des Gesetzes fürchten musstet, steht jetzt der legale Motorsport im Mittelpunkt. Auf aggressive Cops im Rückspiegel müsst ihr also verzichten, dafür hat das Spiel alles andere, wodurch sich die Reihe auszeichnet. Zahlreiche lizensierte Vehikel, die ihr optisch wie innerlich in einem Tuning-System nach euren Vorstellungen aufmotzen könnt, verschiedenste Events wie Rennen, Driftwettbewerbe, Sprints und darüberhinaus eine gelungene Atmosphäre sowie rundum ordentliche Technik. Im Story-Modus nehmt ihr an Events teil, in denen ihr euch in mehreren Wettbewerben wie behaupten müsst. Das dabei verdiente Geld wird in neue Fahrzeuge, Tuning-Teile und Reparaturen investiert - aufgrund eines Schadensmodells solltet ihr also stets behutsam mit euren Flitzern umgehen. Für jeden Renntyp gibt es spezielle Fahrzeuge, vor einem Event sucht ihr euch vier Fahrzeuge aus eurem Fuhrpark aus, mit denen ihr dann auf die Piste geht. Um ein Rennwochenende zu dominieren, müsst ihr in den Rennen insgesamt eine vorgegebene Punktzahl erreichen und müsst somit nicht zwangsläufig jeden Wettbewerb gewinnen, um den nächsten Event freizuschalten. Alternativ zum Karriere-Modus könnt ihr euch noch auf die Schnelle in Einzelrennen austoben oder euch im Splitscreen mit einem Freund duellieren. Auf einen Online-Modus wie den der PS3 oder der Box 360 müsst ihr leider verzichten.

TECHNISCH GUT
Need for Speed ProStreet Was die Grafik anbelangt macht ProStreet weitgehend eine gute Figur. Die Fahrzeuge sehen schick aus, die Raucheffekte bei Burnouts sind gelungen und das Geschwindigkeitsgefühl ist durchaus in Ordnung, lediglich die Umgebungen sehen sich nahezu allesamt fast einen Tick zu ähnlich. Manchmal hat man den Eindruck, dass sich außer der Streckenführung nicht wirklich viel ändert. Dafür gibt's beim Sound absolut nichts auszusetzen: die Musikauswahl aus den verschiedensten Genres passt super zum Geschehen und die Boliden klingen sehr satt und glaubhaft. Gesteuert wird mit der Wii-Remote, was auch meist sehr gut funktioniert, lediglich in ganz engen Kurven kann es gelegentlich kritisch werden, weil der Lenkradeinschlag nicht ganz so flott funktioniert, wie man es gerne hätte. Besonders spaßig (allerdings anfangs etwas gewöhnungsbedürftig) wurden die Drag-Rennen umgesetzt: Darin haltet ihr die Wii-Remote wie einen Schalthebel und müsst bei den richtigen Drehzahlen durch Auf- und Abwärtsbewegungen die Gänge ins Getriebe knallen.
Alles in allem liefert EA wieder ein gutes Rennspiel ab, dem seine Frischzellenkur allerdings nicht nur gut getan hat. Trotz der Vielfalt an Rennveranstaltungen vermisst man doch die schweißtreibenden Verfolgungsjagden mit der Polizei, den Stadtverkehr und die Möglichkeit, mehr oder weniger frei durch die Gegend zu kutschieren. Dafür bietet das neue NfS ansonsten alles, was das Rennspieler-Herz begehrt: abwechslungsreichen Motorsport, gewaltige Tuning-Optionen für eure Boliden und einen auch Dauer motivierenden Karriere-Modus!

Bildergalerie

Wertung zu Need for Speed ProStreet (Wii)

Wertung:

80 /10
Pro & Contra
Gute TechnikAbwehslungsreiche RenneventsUmfangreiches Tuning-System
Steuerung in engen Kurven
Fazit

Trotz kleinerer Mängel begeistert NfS ProStreet für die Wii durch sein gutes Gameplay, die tolle Atmosphäre und die ansprechende Technik.

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