Natürlich dürfen Triforce und Masterschwert nicht fehlen, wenn es um Zelda geht.
Dass Videospiele schon längst zu einer besonderen Kunstform geworden sind, wissen wir alle. Aber dass unsere Lieblingsgames darüberhinaus auch zu geistigen Höhenflügen taugen, möchte der amerikanische Philosophielehrer Luke Caddy beweisen. In dem von ihm herausgegebenen Sammelband The Legend of Zelda and Philosophy: I Link therefore I am (ein Wortspiel mit dem Zitat "I think therefore I am = Ich denke also bin ich" des französischen Philosophen René Descartes) beschäftigen sich 20 Aufsätze unterschiedlichster Autoren mit den Fragen der Philosophie, erörtert an den verschiedenen Spielen rund um das Link-Universum.
Ihr erfahrt, aus welchen Traditionen das Triforce stammt, wie das Böse in die Welt kommt und wie man logisch argumentiert. Können Spiele Spaß machen, ohne dass man gewinnt? Hat Link eigentlich einen eigenen Willen? Gerade die erzählerisch unglaublich liebevolle Zelda-Serie bietet mehr Stoff zum Denken als man zunächst vermuten mag. Die Aufsätze schwanken in Schwierigkeitsgrad und Unterhaltungswert, sind aber allesamt mit dem Thema Games verknüpft. Klar, dass das Buch keine Kapitel hat, sondern Level.
Insgesamt bietet der 261-seitige Schmöker aus der Reihe Popular Culture and Philosophy des Verlages Open Court eine witzige Möglichkeit, in die skurrilen Fragestellungen und geistigen Verrenkungen der Philosophie reinzuschnuppern - gute Englischkenntnisse und ein Fachwörterbuch vorausgesetzt! Natürlich trifft man auch den ein- oder anderen Bekannten aus der Gaming-Welt wieder. Für etwa 15 Euro sind die Denkanstöße rund um Hyrule im Internet und in gut sortierten Buchhandlungen zu haben. Ach ja, natürlich ist das Teil Mastermind Shigeru Miyamoto gewidmet - can't forget about him.
